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<< Gerhard Wallner, Urbanist: In Salzburg braucht man als Stadtplaner gute Nerven >>
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Leserbrief:

In Salzburg braucht man als Stadtplaner gute Nerven.
Als ich im Jahr 2000 nach Salzburg kam, wunderte ich mich sehr, dass die weltberühmte, kleinräumige Altstadt mit so vielen unnötigen Privatautos verstellt war. Seither beobachtete ich einen immerwährenden Kampf gegen diese Misere, der letztlich mit der Errichtung aufwendiger Poller-Anlagen endete. Dass diese so oft beschädigt werden, scheint offensichtlich auch Ausdruck hiesiger Mentalität zu sein: Die Beachtung von Verordnungen wird klein geschrieben, die konsequente Ahndung von Verstößen noch kleiner.
Das Problem in der Verkehrspolitik liegt meines Erachtens aber vor allem im Fehlen eines Gesamtkonzeptes, das mit der Bevölkerung diskutiert und von ihr akzeptiert wird. Für diesen Mangel sind auch die Medien mit verantwortlich, die bedauerlicherweise meist nur über Detailprobleme und Detaillösungen berichten.
Gäbe es ein allgemeines Bewusstsein für Zusammenhänge in der Verkehrsplanung so wüsste jeder und jede, dass öffentliche Verkehrsmittel mitten durch das Stadtzentrum führen müssten, Privatautos dagegen nur in Sonderfällen ins Zentrum fahren sollten.
Das bedeutet für Salzburg, dass die Staatsbrücke und die zentralen Salzachuferstrassen nur den Bussen und Taxen vorbehalten sein sollten und Privatautos nicht quer durch das Stadtzentrum rasen dürften. Besonders störend ist zum Beispiel der private PKW-Verkehr im Zuge der Müllner Hauptstrasse – Gstättengasse – Herbert von Karajan-Platz – Neutor. Ich glaube, eine Hauptursache der Verkehrsmisere liegt an der Bequemlichkeit der Autofahrer und am schlechten Beispiel der sogenannten „Promis“. Diese zu überwinden braucht es einen langen Atem von engagierten Politikern und Planern.
29. Juni 2011. DI Gerhard Wallner

 


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