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Online-Publikation: März 2013 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Ulrich Holbein und Ralf Simon (Hrsg.): Weltall im Krähwinkel . Ein Jean-Paul-Lesebuch zum 250. Geburtsjahr >>
Lilienfeldiana Band 17: 316 Seiten, 10,5 × 18 cm, Halbleinen, Fadenheftung;
Einbandgestaltung unter Verwendung eines Gemäldes von Sven Kroner.
ISBN 978-3-940357-31-1; (D) € 21,90, (A) € 22,40, sFr 38,60 (UVP)
Lilienfeld Verlag, 40477 Düsseldorf, www.lilienfeld-verlag.de

Zum Protagonisten
Am 21. März 2013 würde Jean Paul, einer der bemerkenswertesten Weltweisen und phantastischen Köpfe, den die deutsche Literatur aufzuweisen hat, 250 Jahre alt werden – Zeit, ihn zu feiern und wieder zu lesen.
Jean Paul ist „einer von den Zwanzig, für die ich mich mit der ganzen Welt prügeln würde“ (Arno Schmidt), „fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist“ (Schiller) und „steht geduldig an der Pforte des zwanzigsten Jahrhunderts und wartet lächelnd, bis sein schleichend Volk ihm nachkomme“ (Ludwig Börne). Die Jean-Paulianer Ulrich Holbein und Ralf Simon haben sich zusammengetan und eine Geburtstagsauswahl aus dem Werk des Jubilars getroffen. Die humoristische Seite des empfindsamen Erzählers sollte dabei zum feierlichen Anlaß im Vordergrund stehen und das Lockmittel in die phantastische Welt Jean Pauls sein. Denn, wie Ralf Simon in seinem Nachwort schreibt, eine „Anthologie kann in diesem Fall nichts anderes sein, als eine Art von Überredungskunst: Man lese jetzt, um dann noch mehr zu lesen. Möglichst alles. Es gibt nicht viele Leseparadiese, die so viel versprechen und die alles einzulösen vermögen.“

Biografisches
Jean Paul (* 21. März 1763 in Wunsiedel; † 14. November 1825 in Bayreuth; eigentlich Johann Paul Friedrich Richter) war ein deutscher Schriftsteller. Er steht literarisch gesehen zwischen Klassik und Romantik. Die Namensänderung geht auf Jean Pauls große Bewunderung für Jean-Jacques Rousseau zurück.
http://de.wikipedia.org/wiki/Jean_Paul

Fazit
Jean Paul's Lebensweisheit entbirgt sich in seinem wunderbaren taschengerechten, mit Leseband versehenen, Verweil-Lesebuch "Weltall im Krähwinkel". Darin lässt er einen Grafen - autobiografisch verborgen - zum Portraitmaler nachdenklich sagen: "Mein Grundsatz aber war in meinem Leben der ... ein Fürst muss den anderen ergänzen, und was der ärmere nicht vermag, soll der reichere vergüten ...". Hochaktuell, wenn die Volksabstimmung der Schweiz die gleiche Auffassung gegen die Abzocker-Initiative an den Tag bringt, 200 Jahre danach. So jeder ein Fürst (Machiavelli) ist und nicht nur der in einer Erbfolge, und wie es Beuys zu sagen pflegte, dass jeder ein Künstler ist, wenn auch mehrheitlich unverwirklicht und arm an Beutel und krank am Herzen, laut seinem etwas jüngeren Zeitbruder Schiller.
Jean Paul's Sprachschatz ist unbegreiflich hoch, neben Shakespeare und Goethe rund 40 000 Worte, im Ulysses 60 000, Akademiker heute 15 000 und Jean Paul hatte einen Wortschatz von rund 100 000. Das, wie die Herausgeber Ulrich Holbein und Ralf Simon in hervorragender Weise erarbeitet haben, feststellen, wird "weiterhin mit Herablassung über seine Schwervertändlichkeit" behandelt, es werden auch in Zukunft nur trainierte Lese-Fürsten, in dieses Wortreich eindringen und dank Leseband darin verweilen wollen, so zur Zierde der deutschen Sprache wie Jean Paul beitragen. m+w.p13-3


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