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<<sammlung am kulturpunkt>>
Gerhard Wallner + Gisela Schuler-Wallner

schuler-wallner@aon.at ; redakt@salzburg.com;   redaktion@salzburger-fenster.at;  www.salzburg.com;
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Fazit

Wallner oder das Visionäre in der Zirkulation urbaner Gebilde (Stadtplanung, speziell Verkehrs-Innovationen) entgegen politisch-wirtschaftlicher Ichlinge, stets dem ständigen Mobbing ausgeliefert, ein leidender und tief verletzter, jedoch prometheischer Künder von humaner Gemeinschaft im urbanen Lebensraum im Hier und Jetzt.


Textquellen:

Seit Mitte der sechziger Jahre sind Wallner und seine ihm geistig nahe stehenden Zeitgefährten als Urbanisten tätig um die Vision einer stadt-, landschafts- und alltags-gerechten Gestaltung sowohl im beruflich-konfliktgeladenen Werdegang als auch durch eigenes Vorleben darzustellen. Dabei wird erschreckend deutlich wie politisch-wirtschafliche Machtbesessenheit von korrupten Politikern wie Wirtschaftskriminellen versucht wird, das Leben dieser Visionäre kaputt zu machen. Dank der lebensbegleitenden Freundschaften mit den Protagonisten u.a. Norbert Mayr, Walter Prankl, Dieter Berdel.., misslingt das.
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http://archiv.kultur-punkt.ch/auszeichnung/wallner-g-g2-04.htm

Norbert Mayr: Städtebau-Kritik am aktuellen Beispiel Salzburg  >europa-symptomatisch<
----- Original Message ----- From: Gisela Schuler-Wallner To: B. Gappmair Cc: H.Breidenbach Sent: Thursday, January 15, 2004 3:01 PM Subject: Leserbrief zu "Altstadt braucht Vitalität..." im Salzburger Fenster 01/2oo4
15.01.2004
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich bitte um Veröffentlichung des nachstehenden Leserbriefes.Grundsätzlich kann man feststellen, dass Stadtentwicklung ohne Kritik und Anstösse von außen meist sich selbst "ad absurdum" führt. Erst durch massive Zeitungskritik wurden z. B. die öden Plattenbauten der Gemeinde Wien gegen Ende der 60er Jahre durch differenzierte Wohnformen abgelöst.Ich war selbst Mitinitiator von Arbeitskreisen, die durch permante Kritik und öffentliche Aufklärung zur Beendigung der brutalen Zerstörung der wertvollen Bausubstanz von Wien anfangs der 70er Jahre beigetragen haben.Und als Stadtplaner in Tübingen erlebte ich eine gleichgeschaltete Presse, die einen überdimensionalen Straßenbau forcierte. Als ich mich dagegen wehrte, mußte ich gehen.Ich weiß auch umgekehrt, dass kritische Stadträte hier in Salzburg anfangs der 80er Jahre einen unglaublichen Umschwung bzw. Fortschritt auf dem Gebiet der Stadtentwicklung erreicht haben.Ich finde also Norbert Mayr, einen der wenigen qualifizierten Architekturkritiker, die es in Österreich außerhalb von Wien gibt, außerordentlich wichtig. Gäbe es keine solchen Kritiker, begänne das zu blühen, was in der Altstadt-Sachverständigenkommission (SVK) in Ansätzen bereits vorhanden ist: Überheblichkeit (siehe die Bezeichnung "Selbsternannter Architekturkritiker") und Bürgerferne (keine öffentlichen Sitzungen und keine Protokolle).Mit freundlichen Grüßen . Gisela + Gerhard Wallner

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Gerhard Wallner: Mehr Mut in der Verkehrspolitik! - Am Beispiel Salzburg
Subject: Leserbrief
----- Original Message ----- From: Gerhard & Gisela Schuler-Wallner ;
Sent: Friday, July 13, 2007
Sehr geehrte Damen und Herren,ich bitte um Veröffentlichung des beigefügten Leserbriefes: WURDE ABGELEHNT - ALLES KLAR !Mit freundlichen Grüßen . Gerhard-Wallner

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http://archiv.kultur-punkt.ch/_vti_bin/shtml.dll/suchen.htm
BRIEFINHALT
Mehr Mut in der Verkehrspolitik! Als Stadtplaner mit Erfahrungen in der Verkehrsplanung in deutschen Mittelstädten möchte ich den Salzburgern zu mehr Mut in der Verkehrspolitik raten.Es müsste doch möglich sein, diese wunderschöne und vor aller Welt so gerühmte Altstadt von jeder unnötigen Autofahrt zu befreien (Taxen, Anlieferung und Anwohnerzufahrten etc. natürlich ausgenommen). Die Fußwege von den öffentlichen Garagen zu allen Punkten der Altstadt sind kurz und jedem gesunden Menschen, konsequenterweise auch den Landespolitikern und Beamten des Chiemseehofes sowie den Bediensteten der Universität zuzumuten. Es ist ein Jammer, dass die schönen Höfe des Chiemseehofes und der Universität täglich mit „totem Blech“ verstellt werden. Sollten die vorhandenen Garagen wirklich nicht ausreichen – selbst wenn das öffentliche Verkehrsangebot verbessert würde – dann könnte ohne größeren Aufwand unter dem Kajetanerplatz eine weitere Tiefgarage errichtet und zugleich auch dieser Platz vom Blech befreit werden. Die dortige Eingangssituation in die Altstadt speziell für Bustouristen vom Terminal Süd ist wahrlich keine schöne Visitenkarte.Eine Politik, die vorgibt das Verkehrschaos in der Altstadt zu bekämpfen, kommt nicht umhin, die Staatsbrücke für private PKW zu sperren und nur Busse, Taxen und natürlich Notfahrzeuge zuzulassen. Dies würde vor allem dem Öffentlichen Verkehr zugute kommen und im Zusammenhang mit weiteren Maßnahmen (kürzere Taktzeiten, mehr Busspuren, mehr Sauberkeit) zu dessen Attraktivitätssteigerung beitragen. Das Verkleben der Busfenster durch Reklame ist sicher der falsche Weg, um mehr Personen zum Umsteigen vom PKW in den Bus zu motivieren. Aufgrund der bestehenden Verkehrsprobleme bin ich der Auffassung, dass ein zweispuriger Kapuzinerbergtunnel mit Tiefgaragen für höchstens 30 Busse und rund 150 PKW eine gute Lösung für die Salzburger Innenstadt wäre:

- Durch die Schließung des „Ringes“ (Ignaz Harrer Straße – Aiglhofstraße – Leopoldskronstraße – Petersbrunnstraße – Tunnel – Gabelsbergerstraße – St. Julienstraße) würde

eine bessere Orientierung in der Innenstadt entstehen,

- Die so stark belasteten Straßen (Bürgelstein-, Gaisbergstraße, Eberhard-Fugger-Straße und auch Imbergstraße - Giselakai) würden zum Großteil entlastet werden,

- Durch die Gewinnung von öffentlichen und privaten Parkplätzen im Berg könnten die oftmaligen prekären Parkierungssituationen beim Volksgarten sowie im nördlichen Nonntal stark entlastet werden. Sowohl der Vorrang des (verbesserten) öffentlichen Verkehrs auf der Staatsbrücke als auch der Kapuzinerbergtunnel würden zu einer wesentlichen Beruhigung und damit höheren Lebensqualität

in der Innenstadt führen, davon bin ich überzeugt. Mit freundlichen Grüßen , Gerhard Wallner ,Salzburg, den 13. Juli 2007

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http://archiv.kultur-punkt.ch/praesentation/architektur/salzburg-wallner04-12.htm

<<Gerhard Wallner, Urbanist: Nur eine ausführliche Berichterstattung ermöglicht die aktive Mitarbeit der Bevölkerung>>Brief an die Redaktion der SALZBURGER NACHRICHTEN Karolingerstraße 40 A-5021 Salzburg
Salzburg, den 3. Dezember 2000

Sehr geehrte Damen und Herren,
nahezu 20 Jahre studieren und arbeiten in Wien, nahezu 30 Jahre leben und arbeiten in Deutschland vergingen, ehe ich mich vor vier Jahren hier in Salzburg niederließ. Als engagierter Planer, der ich auch „im Ruhestand“ noch bin, habe ich das Stadtgebiet und die Umgebung aus Fußgänger-, Radfahrer-, Busbenutzer- und manchmal auch aus Autofahrersicht gründlich kennen gelernt. Ich nehme auch an den meisten Veranstaltungen zum Thema Stadtentwicklung teil und verfasse gelegentlich kritische, aber möglichst auch konstruktive Stellungnahmen. Ich frage mich allerdings, warum sich so wenig Salzburger zum Thema Stadtentwicklung äußern.

Ein Grund scheint mir in der diesbezüglich äußerst dürftigen und meist nur auf Einzelprojekte in der Architektur bezogenen Berichterstattung in den Medien zu liegen. Der lokale Rundfunk bringt überwiegend sensationelle oder spaßige Berichte, die lokale Presse vor allem farbige Doppelseiten mit immer wieder denselben prominenten Gesichtern. Die Kulturseiten der „Salzburger Nachrichten“ bringen – wenn sie nicht zur Hälfte aus Werbung bestehen – ganzseitig Theater- und Filmkritik, über Architektur wenig und über Stadtentwicklung fast nichts. Von den in letzter Zeit für die Stadtentwicklung wichtigen Veranstaltungen wurde dürftig oder gar nicht berichtet (zum Beispiel am 16. November im Stadtkinosaal zum Gestaltungsbeirat und zur Salzburger Altstadtsanierungskommission (SVK), am 17. November im Heffterhof zu den Einkaufszentren und Handelsgroßbetrieben und am 23. November zum Symposium in der Salzburg AG zu verdichteten Baugebieten).

Ich glaube, dass in Salzburg ein breiter Konsens darüber besteht, dass Stadtteilzentren gestärkt werden müssen, um den Trend zur Peripherie und dem wachsenden Autoverkehr entgegenzuwirken. Vor kurzem wurden in Gneis und in Moos (Maria Hilf-Platz) kleine Stadtteilplätze fertig gestellt. Weder der Rundfunk noch die Presse hat diese wichtigen lokalen Ansätze besonders hervorgehoben.

Im Jahre 2001 wurde im Rahmen der Internationalen Sommerakademie gemeinsam mit den „Salzburger Nachrichten“ auf die hohe Bedeutung von Regional- und Gesamtplanungen und dabei auf die Problematik der kleinen, aber übermächtigen Umlandgemeinden, die sinnvolle Gesamtentwicklungen verhindern, hingewiesen (siehe „AFTER SHOPPING“, Pustet Verlag, 2003). Seither wurde dieses Thema kaum mehr behandelt. Es bringt wenig, punktuelle Veranstaltungen mit großem Aufwand durchzuführen, ohne weiterführende Diskussion und ohne politisch verbindliche Schlussfolgerungen daraus.

Eine gute Berichterstattung muss außerdem bildhaft sein, d. h. sie muss Pläne präsentieren, die auch ein „Normalbürger“ lesen kann. Wie sollen denn die Bewohner und Bewohnerinnen über die sie direkt und indirekt betreffende Stadt- und Regionalentwicklungen informiert werden, wenn die einzige renommierte Tageszeitung in Salzburg ihre Verantwortung nicht wahrnimmt, auch auf diesem Gebiet bewusstseinsbildend zu wirken? Kultur besteht doch nicht nur aus Kunst, Theater und Events! Kultur ist auch Baukultur. Aus ihrer Geschichte lebt ganz Salzburg.

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Als Beispiel für das positive Zusammenwirken von Stadtplanung, Berichterstattung und öffentlicher Diskussion einschließlich Bürgerbeteiligung stand in den 70er Jahren die Universitätsstadt Tübingen in Baden-Württemberg.

Als ich 1972 als Stadtplaner in die 70.000-Einwohnerstadt kam, waren bereits alle sieben Umlandgemeinden eingemeindet, eine entscheidende Voraussetzung für eine umfassende und effektive Stadtentwicklungsplanung. Es wurden dabei nicht nur die städtischen Ämter, sondern neben allen übergeordneten Planungen auch die einzelnen Ortsteile miteinbezogen. Eine ausführliche Berichterstattung ermöglichte eine aktive Mitarbeit der Bevölkerung, deren Ergebnisse in die abschließende Beschlussfassung im Gemeinderat mit eingeflossen sind. Diese bildete wiederum die Grundlage für die Ausarbeitung eines Flächenwidmungsplanes. Die Auswirkungen dieses demokratischen Planungsprozesses sind heute, 25 Jahre danach,  klar erkennbar: vor allem in der erfolgreichen Standortplanung für den Wohnungsbau, beim Ausbau der Infrastruktur (Schulen, Mehrzweckhallen, Kindergärten etc.) sowie im Bau von Rad- und Fußwegen. Leider war es schwierig, der in den 70er Jahren vorherrschenden Straßenbaueuphorie nachhaltiger entgegenzuwirken, und gerade dieses Faktum zeigt heute deutliche Nachteile.

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In Salzburg konnte erfreulicherweise auf dem Gebiet des Straßenausbaues bislang größerer Schaden und die „Zerschneidung“ des Stadtgebietes verhindert werden, wie es in so vielen deutschen Städten leider zu beobachten ist. Hinsichtlich der Zersiedelung ist man hier aber sicher schon zu weit gegangen: Himmelreich und Urstein-Au sind verloren. Die „Verplanung“ von Guggenthal und der Kaserne in Wals-Siezenheim droht noch. Ich wünschte ich hätte in diesen Punkten Unrecht. Mit freundlichen Grüßen. Gerhard Wallner

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