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W+B Agentur-Presseaussendung Januar 2008
Ereignis-, DVD- und Buchbesprechung
<< Schwitters, Kurt: Das Urwerk: "Ich fordere die restlose Zusammenfassung aller künstlerischen Kräfte zur Erlangung eines Gesamtkunstwerks.">>
Originalausgabe. Herausgegeben von Robert Galitz, Kurt Kreiler (Audioredaktion) und Klaus Gabbert (Beibuch).
MP3-CD in Pappband mit einem 64-Seiten-Beibuch. Spielzeit ca. 246 Minuten. 24,90 €. Nr. 230069.
http://www.zweitausendeins.de;  Angela.Tieger@geonet.de

Inhalt
Das lange Echo der Lautpoesie: Schwitters und andere lesen Schwitters. Kurt Schwitters, einer der innovativsten Köpfe der Dada-Bewegung und selbsternannter Merz-Künstler, war ein Kombinationsgenie. Seine berühmten Collagen, entstanden aus Fundstücken ungewöhnlichster Provenienz. Text- und Bildfetzen aus Werbung und Zeitungen, lud er mit ungeahnter Bedeutung auf. Und mit derselben Unverfrorenheit, mit der er als Maler ausschnitt, nagelte und klebte, griff er als Dichter ein ins Wortmaterial, schuf Sprache um zu Musik und komponierte sinnlich-bizarre Sprechtexte. Am bekanntesten: "Anna Blume", die "Ursonate" .

Autor
Kurt Schwitters, einer der innovativsten Köpfe der Dada-Bewegung und selbsternannter Merz-Künstler, war ein Kombinationsgenie. Seine berühmten Collagen, entstanden aus Fundstücken ungewöhnlichster Provenienz. Text- und Bildfetzen aus Werbung und Zeitungen, lud er mit ungeahnter Bedeutung auf. Und mit derselben Unverfrorenheit, mit der er als Maler ausschnitt, nagelte und klebte, griff er als Dichter ein ins Wortmaterial, schuf Sprache um zu Musik und komponierte sinnlich-bizarre Sprechtexte. Am bekanntesten: "Anna Blume" und die "Ursonate".
Während aber seine Merz-Bilder längst zum musealen Kanon gehören, blühen seine Merz-Dichtungen eher im Verborgenen. Gerade seine Gedichte eignen sich kaum zur stillen Lektüre. Gedruckt sind sie nur Partituren und Buchstabenfolgen, die nach einer Inszenierung und auditiven Interpretation verlangen. Schwitters selbst war ein begnadeter Vortragskünstler, dem völlig klar war: "Besser als zu lesen ist die Sonate zu hören." Unsere MP3-CD fängt erstmals umfassend das lange Echo von Schwitters' Lautpoesie ein, das bis in die Gegenwart reicht.

Die Sammlung beginnt mit der Wiederentdeckung eines gesunkenen Artefakts: der frühesten von Schwitters selbst gesprochenen Version der "Sonate mit Urlauten" von 1925. Sie fand sich in seinem Nachlass auf einer in zwei Teile zerbrochenen Schallplatte mit der Aufschrift "Probeaufnahme A1910". Offensichtlich war Schwitters mit der Qualität der Aufnahme unzufrieden: Schwitters' Stimme scheint sich am Anfang mehrfach zu überschlagen. Moderne Technik macht es möglich, nicht nur den Klang der zerbrochenen Schallplatte zu restaurieren, sondern auch die Sprechgeschwindigkeit auszutarieren. (Eine bislang als Originalversion gehandelte Fassung der Ursonate stammt dagegen nach eingehender Untersuchung von seinem Sohn Ernst.)

An diesen "Urknall" der Lautpoesie schließen sich weitere Interpretationen der Ursonate an: eine Radioaufnahme mit Kurt Schwitters (1932), Versionen von Ernst Schwitters (1958), von Max Ernst (er zitiert sie 1964 in einer Rede), vom Lautpoeten Gerhard Rühm über den holländischen Soundpoeten Jaap Blonk (2003) bis hin zur Schauspielerin und Stimmkünstlerin Salome Kammer (2005).

Dazu weitere Schwittersgedichte und -geschichten, aufgeführt und vorgetragen u.a. vom "Dadasophen" Raoul Hausmann, den Schauspielern Stefan Wigger und Otto Sander, den Vokalensembles Trio Exvoco und Die Schwindlinge.

Fazit
Wer Wilhelm Busch näher kennt vermag das geistige Kind Kurt Schwitters: "Das Urwerk", das ebenso zum Bürgerschreck wie zum humoristischen synthetischen Kubismus wurde und in der Nähe Klee's verweilte. Ein überzeitliches U(h)rwerk ist mit Kurt Schwitters intakt und vergleichen Sie liebe LeserInnen das Portrait Schwitters mit dem von Harnoncourt - und ?. Was habe ich Ihnen gesagt- ausser der Warze auf der linken Wange - überzeitlich ähnelnd..


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