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Online-Publikation: Februar 2009 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Zentrum Paul Klee Bern '09 - Programminhalt: "Auf der Suche nach dem Orient. Von Bellini bis Klee" (Kuratoren: Baumgartner, Carole Haensler) mit Creaviva (Leitung Aebi-Müller), Kunst Nahost, Teppich der Erinnerung, Das grafische Werk (Passion des E. W. Kornfeld) und dem Musikprogramm von Th. Burkhalter >>

> FAZIT :  in Kürze erscheinen Bilder und Texte von m+w.p.

PROGRAMMINHALTE

ÜBERBLICK
Im Ausstellungs- und Veranstaltungsjahr 2009 setzt das Zentrum Paul Klee einen ersten inhaltlichen
Schwerpunkt auf die Orientthematik. Im Mittelpunkt einer dreiteiligen Ausstellungsreihe steht die unterschiedliche
künstlerische Auseinandersetzung mit Fragen von kultureller Identität und Differenz in Orient
und Okzident. Auch in diesem Jahr wird der Themenschwerpunkt von der Sparte Musik und den performativen
Künsten attraktiv flankiert. In der zweiten Jahreshälfte zeigt das Zentrum das gesamte grafische Werk
Paul Klee und würdigt die damit verbundenen Verdienste des Galeristen und Kunstsammlers Eberhard W.
Kornfeld.

I  Auf der Suche nach dem Orient. Von Bellini bis Klee: 7. Februar bis 24. Mai 2009
.1
Die Ausstellung bildet den ersten Akt einer dreiteiligen Ausstellungsreihe zum Thema Orient. "Auf der Suche nach
dem Orient“ wirft einen historischen Blick zurück und lädt geografisch ein auf eine Reise von Bern nach Tunesien
und Ägypten, Marokko und Jerusalem. Paul Klees Reisen nach Tunesien und Ägypten werden in einer geschichtlichen
Perspektive dargestellt und thematisieren den europäischen Blick auf den Orient vom Mittelalter bis ins 20.
Jahrhundert. Venedig als Handels- und Kunstzentrum dient dabei als Brücke zwischen den östlichen und westlichen
Kulturen. Ein Ausstellungshighlight aus dieser Zeit ist das Porträt vom „Sultan Mehmet II“, das Gentile
Bellini 1480 gemalt hat und das sich heute in der Sammlung der National Gallery in London befindet. Zu sehen
sind weitere Werke unter anderem von Giovanni Antonio Guardi, Jean-Etienne Liotard, Eugène Delacroix, Eugène
Fromentin, Gustave Bauernfeind, Lord Leigthon, John Frederick Lewis, aber auch von Charles Camoin, Henri
Matisse und Wassily Kandinsky. Die Faszination und Attraktion, die der Orient auf die Maler Europas ausübte,
bereitet das Terrain vor für den Klee-spezifischen Teil der Ausstellung, mit den berühmten Reisen Klees nach Tunesien
im Frühling 1914 und nach Ägypten in Winter 1928/1929 als Höhepunkten. Ergänzt werden Klees Werke
durch hochkarätige Bilder seiner Reisegefährten August Macke und Louis Moilliet, sowie durch Fotografien,
Postkarten und schriftliche Dokumente, die einen spannenden Einblick in die Auseinandersetzung der drei Künstler
mit der arabischen und muslimischen Kultur ermöglichen. Eine Sonderschau islamischer Kunst mit historischen
Exponaten und Kunstwerken aus der Blütezeit der islamischen Kultur und Wissenschaft wirft einen zusätzlichen
Blick auf den Orientalismus: Schatzkammer in sich – mit wichtigen Leihgaben aus der Schweiz, aus Berlin,
Budapest, Paris, Venedig und Wien, Venedig – stellt sie gleichzeitig das Bild des Orients wieder her, wie es im 19.
Jahrhundert vorherrschte, und veranschaulicht Klees Auseinandersetzung mit diesem Thema.
Die Ausstellung wurde in Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Landsmuseum für Kunst und Kulturgeschichte,
Münster konzipiert.
.2
Traum und Wirklichkeit. Zeitgenössische Kunst aus dem Nahen Osten. 28. Februar bis 16. August 2009
Die zweite Orient-Ausstellung ist eine multidisziplinär angelegte Werkschau, die "Real Fiction“-Arbeiten zeigt, die
einen zeitgenössischen und zeitgemässen Blick auf den Nahen Osten werfen, sowie hoch ästhetisierte und fiktive
Videos, die aus subjektiven und poetischen Perspektiven entstanden sind. Dazu gehören auch installative Werke
wie der Grundriss von Beirut als ein in Kautschuk gegossener riesiger Teppich von Marwan Rechmaoui. Hörstationen
des Berner Musikethnologen Thomas Burkhalter und dessen Organisation „Norient“ sowie Live-
Musikperformances verstärken die sinnlichen Aspekte der Ausstellung. Unter Kunst aus dem Nahen Osten verstehen
sich in der Ausstellung „Traum und Wirklichkeit“ auch Werke von Schweizer Kunstschaffenden wie San
Keller, Chalet 5, Davide Cascio und Michael von Graffenried, die als artists-in-residence in Kairo waren. Die Ausstellung,
die sich nicht nur zwischen Traum und Wirklichkeit abspielt, sondern auch die Grenzen von Intimität
und Öffentlichkeit auslotet, umfasst auch Alltagsgegenstände aus dem Orient des 20. Jahrhunderts.
Paul Klee. Teppich der Erinnerung 30.5.2009 - 30.8.2009
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Die dritte Orient-Ausstellung, "Paul Klee. Teppich der Erinnerung" bildet den Abschluss der "Grand tour oriental"
. Im Mittelpunkt dieser Präsentation stehen inhaltlich-formale Aspekte der Orient-Auseinandersetzung Paul
Klees, gezeigt an den Beispielen Architektur, Kalligrafie, Ornament und textile Ornamentik sowie am Aspekt der
Farbe und der Technik des Aquarells. Klees Interesse an der arabischen und muslimischen Kultur wird spezifisch
über die Tunesien- und Ägyptenreise von 1928 hinaus untersucht. Auf diese Weise öffnet das Zentrum Paul Klee
einmal mehr eine neue Sichtweise auf das Schaffen Paul Klees.

II Kunstvermittlungsprogramm
>Zum Vollbild-Diskurs>
.1
Kindermuseum Creaviva:
Die neue interaktive Ausstellung des Kindermuseum Creaviva trägt den Titel „Tempelfest“
und versteht sich als Vermittlungsangebot zu den Orient-Ausstellungen des Zentrum Paul Klee. Dem Leitmotiv
des Orients folgen auch die Workshopangebote und die Themen der Offenen Ateliers in der ersten Jahreshälfte
.2
Audio Guide und Folder – neu auch in italienischer Sprache:
Die Kunstvermittlung des Zentrum Paul Klee hat für die Orientausstellungen ein neues Textprogramm für den Audio Guide realisiert. Zum ersten Mal ist dieses Angebot auch in italienischer Sprache erhältlich. Ebenso sind die Folder zu den Ausstellungen fortan zusätzlich in italienischer
Sprache verfügbar. Mit dieser Angebotserweiterung kommt das Zentrum Paul Klee dem Bedürfnis der
zahlreichen italienisch sprechenden Gäste aus dem In- und Ausland nach.
Veranstaltungsprogramm und Begleitpublikationen
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Musikbegleitprogramm:
Im Rahmen des vielfältigen musikalischen Rahmenprogramm zu den Orient-Ausstellungen treten renommierte
Künstler wie Kudsi Erguner, Madjid Khaladj, Ensemble La Folia Bern, Boris Kova , Masha und Marjan
Vahdat, Ghada Shbeir, Mustapha Said, Sonic Traces und Mahmoud Turkmani auf.
Film: Zur Moderne des Orients gehört das Kino. Für die Ausstellung „Traum und Wirklichkeit“ hat trigon-film
ein filmisches Rahmenprogramm zusammengestellt, in dem sich Werke vom traditionellen Erzählkino über die
Wüstenballaden hin zum Genrespiel und der Reduktion der Moderne finden. Gesellschaftliche Fragen werden
darin genauso behandelt wie existenzielle, Konflikte sind präsent wie die Suche nach dem Eigenen und den kulturellen
Wurzeln.
Raed Yassin: Die Sound-Collage mit Medienfiles aus dem Libanesischen Bürgerkrieg finden Sie hier: Stück 7 im Player:
http://www.archive.org/details/FreeImpro_ElectroAcoustic

http://www.myspace.com/norient
.4
Katalog: Zur Ausstellung „Auf der Suche nach dem Orient. Von Bellini bis Klee ist ein reich illustrierter Katalog
in deutsch und französisch im Hatje Cantz Verlag erschienen.
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Du-Heft 793 - Auf der Suche nach dem Orient: Ausgabe zu Paul Klees Orientreise und zur Kultur des arabischpersischen
Raums von heute in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Paul Klee.

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