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Online-Publikation: April 2009 im Internet-Journal <<kultur-punkt>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Linz Atlas: Zur Lebensqualität hier und anderswo . Herausgegeben von Peter Arlt; Dimitri Broquard; Jonas Voegeli >>
216 S. Mit zahlr. farb. Abb., geb., ISBN: 978-3-211-88967-1; 39,95 €
Springer-Verlag - Wien 2009; ; www.springer.at;  www.linz09.at;

Über dieses Buch
Was macht eine Stadt für ihre BewohnerInnen lebenswert? Wie kann Qualität gemessen werden? „Linz Atlas" zeichnet anhand von thematischen Karten ein statistisches Porträt von Linz. Aus der Fülle des vorhandenen Datenmaterials wird eine Auswahl getroffen, die für die Alltagsrealität der einzelnen BewohnerInnen unmittelbare Bedeutung hat. Für manche ist ein Dach über dem Kopf entscheidend, für andere ein breites Kulturangebot, für andere wiederum ist ein gut ausgebautes Kinderbetreuungssystem, die Qualität der Schulen, des öffentlichen Verkehrs oder der Luft ausschlaggebend. Wenn auch die Ansprüche von verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterschiedlich gewichtet werden, so gewinnen soziale und ökologische Kriterien für die Beurteilung von Lebensqualität in der Stadt doch ständig an Bedeutung. Jenseits der unzähligen subjektiven Blicke auf die Stadt, auch jenseits politischer Imagebehauptungen zeigen die nackten Zahlen – im Vergleich mit anderen Städten in Europa - die Stärken und Schwächen von Linz auf.

Geschrieben für:
Architekten, Stadtplaner, Soziologen, Politiker, Studierende und Lehrende, Reisende und transdisziplinär Denkende von historisch-ästhisch-politischen Zusammenhängen und die Bereiche Architektur als Muster für paranoide Corporate Identity von Tyrannen für ein dafür dankbares Volk / Doxa (Platon, Stadt * ), Lebensqualität Linz, Linz Europäische Kulturhauptstadt 2009, Soziologie, Statistik, Städtevergleich, Urbanismus ...
*) http://archiv.kultur-punkt.ch/akademie4/diskurs/pa4-07-3lebenskunst-abgruendiges.htm ,
dazu die C-Printserie: http://archiv.kultur-punkt.ch/galerie/sammlung/hitlerkreuzzug-c-printserie09-4.htm


Fazit
Der parallel zur Ausstellung " Kulturhauptstadt des Führers **) " erschienene " Linz Atlas: Zur Lebensqualität hier und anderswo ", herausgegeben von Peter Arlt, Dimitri Broquard, Jonas Voegeli erweckt den Anschein von der historischen Verknüpfung zu einer Zeit des Grauens abzulenken, sie so zu verschleiern (Adorno), wie es so oft und schon bei Grillparzer zur Sprache kommt: ".. da tritt der Österreicher hin vor jeden, denkt sich seinen Teil und lässt die andern reden..."
Der Atlas ( übrigens, der Lastenträger der Erde) ein Belasteter also im erweiterten Sinn trägt hier seinen Namen in doppelter Bedeutung zu Recht, wirkt so durch Schweigen zum Vergangenen (nicht einmal im Vorwort erläutert) und Ausbrechen zu Gegenwart wie Vorpreschen zur Zukunft "in städtische Aussenpolitik" einseitig portraitierend und verschleiernd zugleich, ganz im Sinne von Be- und Überlastenden - wie immer und weiter so.
Die Inhaltsfolgen gliedern sich in engen demografischen Begriffen wie Einwohner, Zuwanderer (merkwürdig: der Ausländeranteil / Fremde kommt bereits an zweiter Stelle! Und vor ), Frau, Mann und Kind, Alt und Jung!. Die grafische Darstellung (Lineare Schraffuren verschiedener Stärken) ist gleichfalls - besonders bei Verdichtungen ebenso verschleiernd bis unleserlich in den thematischen Karten, die so das Stadtportrait Linz detailsüchtig zwar beeindruckend (Erbsenzählermentalität macht sich breit) aber die Quintessenz dem Betrachter und Leser verwirrend entlassen, damit dieser sich selbst mit "heissem Bemühn" so er hat, ein Bild zeichnet von der Kulturstadt des Führers zur Kulturstadt 2009 und seine Folgen, lässt nichts besonders Gutes ahnen, gegenüber den zuwandernden Fremden und abwandernden Fernösterreichern. 09-3 w.p.


**)
" In Linz, ist der "Führer" aufgewachsen und hat auch dort am Höhepunkt seiner Macht deutliche Spuren hinterlassen. Die damalige Hauptstadt des "Gaus Oberdonau" Linz, mutierte von einer Kleinstadt zu einer sehr wichtigen österreichischen Industriestadt in der NS-Zeit.
Projekte in Kultur, Industrie und natürlich Militärbereich wurden in Linz zum Dreh und Angelpunkt, da Hitler als gebürtiger Oberösterreicher mehr als nur "Führerliebe zum Volk" verspürte. Linz wurde 1939 zu einem der 5 "Führerstädte" erklärt. Die Ausstellung soll nun den NS-Kulturpolitischen Aspekt des Alltags der Linzer in den Jahren 1938 bis 1945 aufzeigen. Die Kulturausstellung setzt sich u.a. mit den Fantasien und Bauwahn Adolf Hitler´s auseinander. Der Stadtguide für Linz09 meint wie folgt: "Wie sich das kulturelle Leben in der NS-Zeit tatsächlich gestaltete, welche Kontinuitäten aus jener Zeit mitgenommen wurden und wie stark die Brüche nach 1945 waren, sind wichtige Aspekte dieser großen Ausstellung zur NS-Kulturpolitik und dem regionalen Kulturleben...
Zum Ende der Ausstellung am 22. März haben sich viele Fragen ergeben. Diskussionsstoff vor allem, wegen dem Titel und der Konzeption. Das bringt sicherlich sehr konträre Meinungen. Das Programm wird im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt durchgeführt. 03/03/2009 Tomaj Khakpour".
 


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