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Online-Publikation: Februar 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<<Haubenhofer, Dietmar; Curtze, Heike; Sommer, Gerhard (Hrsg.) : Günter Brus - Kratzspuren / Scratchmarks - Radierungen und Lithographien 1971–2007 Etchings and Lithographs 1971–2007 >>
2008, 175 S. Mit 127 teilw. farb. Abb., Geb.; ISBN: 978-3-211-75903-5; 29,95 €
http://www.springer.at;  www.springeronline.com;  Ingrid.Janusch@springer.at
*) http://archiv.kultur-punkt.ch/akademie4/diskurs/pa-06-3hoehlengleichnis-sloterdijk.htm

Inhalt
Günter Brus, der als Aktionskünstler und Bild-Dichter Kunstgeschichte schrieb, schuf neben seinen Aktionen, Zeichnungen, Bild-Dichtungen und Schriften ein spannendes druckgrafisches Werk, das aufgrund der Bandbreite des Brus'schen Gesamtwerkes lange im Hintergrund stand, in den letzten Jahren aber besondere Aufmerksamkeit erfährt. Zu Recht – denn die Druckgrafik kommt der Arbeits- und Denkweise von Günter Brus gelegen. Stärker als die Handzeichnung schließt die Arbeit an den Radierungen durch den Akt des aggressiven Metallverletzens an die Aktionskunst an. Ihm komme es nicht auf technische Neuerungen an, sondern allein auf die „Intensität des gegebenen Metalls", meint Günter Brus. In der ersten umfassenden Publikation zu seinem druckgrafischen Werk werden die Radierungen und Lithografien der Jahre 1971 bis 2007 großformatig präsentiert und die Druckgrafik durch Beiträge der Kunst- und Literaturhistorikerin Johanna Schwanberg, des Kunstdruckers Kurt Zein und der Galeristin Heike Curtze näher beleuchtet.

Autor
Günter Brus zählt - laut offiziellen Quellen - sowohl als Aktionskünstler als auch als Zeichner-Dichter zu den wichtigsten Protagonisten der österreichischen Kunst nach 1945...

Fazit
Kunsthistoriker, Kunstinteressierte, Sammler und Kuratoren entdecken im Kunstbuch "Günter Brus - Kratzspuren" mit hoher Wahrscheinlichkeit den Zeitgeist der Wiener Aktionskunst (zwischen 1971 bis 2007) für ihre Sammlung und Dokumentation von Lithografie und Kaltnadel- wie Ätz- Radierung. Es fehlen als Zielgruppe Sozial-Psychologen und Psychiater, denn die Besonderheit ist, dass Brus parallel zu seinem Aktionismus autistische Züge in manchen Begegnungen mit mir vermittelte, die auf Art Brut intensiv hindeuten, wie wir es von Zechyr in seinem Subrealismus früher als bei Brus und bei Letzteren etwas epigonisch kennen lernen.. auch die Navratil-Schule von Gugging lässt grüssen. Insofern gibt es ästhetische Grenzüberschreitungen hin zur Patienten-Kunst, die zum Teil therapeutisch zu definieren und zeitanalytisch zu sichten sind... vielleicht manifestieren diese zur Schau gebundenden Druckwerke die Kern-Heimat einer am Rand gestreiften ästhetisch verbrämten gefesselten Expression wie Agression... nämlich die determinierte Situation eines Menschen in der untersten Ebene in Platons Höhlengleichnis*).


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