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Online-Publikation: März 2009 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Karl Bodmer: Ein Schweizer Künstler in Amerika . Ausstellung im Nordamerika Native Museum (NONAM) Zürich vom 8. Februar bis 9. August 2009 >>
Verlag Scheidegger & Spiess AG, Zürich 2009; www.scheidegger-spiess.ch
Buchkatalog: Herausgegeben vom Nordamerika Native Museum Zürich. Mit Beiträgen von Peter Bolz, Hartwig Isernhagen und Sonja Schierle . Texte deutsch und englisch. 208 Seiten, 114 farbige Abbildungen. Gebunden mit Schutzumschlag. 21 cm x 25 cm. 978-3-85881-236-0. CHF 59.00 | € 36.45
Ausstellung: Nordamerika Native Museum (NONAM) Zürich; www.nonam.ch  
Peter Bolz ist Leiter der Amerikaabteilung im Museum für Völkerkunde, Berlin. www.jadu.de/berlin/text/museum/museum.html
Hartwig Isernhagen ist emeritierter Professor für Amerikanische Literatur und American Studies an der Universität Basel und Autor zahlreicher Essays und Bücher.
www.unibas.ch. Sonja Schierle ist leitende Kuratorin der Nordamerika-Abteilung am Linden-Museum Stuttgart. www.lindenmuseum.de.


Inhalt
1834 brach der Zürcher Karl Bodmer mit dem deutschen Naturforscher Maximilian Prinz zu Wied und dessen Gefolge zur legendär gewordenen «Reise in das innere Nord-America» auf. Die Expedition dauerte 28 Monate. Während Maximilian sein Tagebuch schrieb, Naturalien zusammensuchte und Gegenstände von Indianern erwarb, zeichnete Bodmer mehr als 400 Indianer-, Landschafts- und Tierbilder. Seine detailgetreuen Skizzen und Aquarelle, die später als Vorlagen für die druckgrafischen Illustrationen des Reiseberichts dienten, gelten als Höhepunkt in der bildnerischen Darstellung fremder Völker. Und sie zählen zu den wichtigsten Dokumenten über die Indianerkulturen am oberen Missouri.
Dieses reich illustrierte Buch ist die Hommage seiner Geburtsstadt Zürich an den grossen Maler, dem wir viele Einsichten in die Lebensweise und das Aussehen der Natives in den Plains und Prärien verdanken. Es verbindet biografische Erzählung und analytische Essays und beleuchtet den eigenwilligen Stellenwert dieser Zeichnungen, Aquarelle und Stiche zwischen exakter Wissenschaft und Kunst.

Fazit
"Wissen und Genuss finden bei Humboldt* in der Erkenntnis einer Einheit und Ordnung** des Betrachters zusammen", vermerkt Hartwig Isernhagen in seiner Betrachtung von "Bodmer, durch Humboldt gelesen" im hervorragend erarbeiteten und gestalteten Katalogbuch "Karl Bodmer: Ein Schweizer Künstler in Amerika ".
Dazu haben sowohl Peter Bolz als Leiter der Amerikaabteilung im Museum für Völkerkunde, Berlin und der bereits erwähnte Hartwig Isernhagen als emeritierter Professor für Amerikanische Literatur und American Studies an der Universität in Basel und Autor zahlreicher Essays und Bücher sowie Sonja Schierle als leitende Kuratorin der Nordamerika-Abteilung am Linden-Museum, Stuttgart ihre profunden Kenntnisse einen vertiefenden Erkenntnis- und Kulturzugang geschaffen, der seit langem seitens der überheblichen, kolonialisierenden, machtgierigen Eindringlinge und Inbesitznehmer vernichtet wurde.
Bodmer ist früher Bildzeuge/r, hervorragend figurativer Wissenschaftszeichner und Kolorist, der dank dieser Zeitbildzeugenschaft das Indianerbild in Europa verändernd geprägt hat, dank seiner kommunikativen Begegnungskraft vor Ort Freund von Indianern (1832-1834) wurde und so zu dieser innig-präzisen Nahsicht-Darstellung auf Zeichnungen, Aquarellen, Lithos, Stahlstichen (Stecherin: Anne Douche) ...kam. Das Bodmer-Projekt ist eine hervorragend gelungene paradigmatische Kulturleistung zum Sichtbarmachen eines verschwundenen und vernichteten Kulturlebens. w.p. 09-3
*   http://archiv.kultur-punkt.ch/akademie4/diskurs/dtv09-1humboldt-treibeninmir.htm
** http://archiv.kultur-punkt.ch/akademie4/


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