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Online-Publikation: März 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Trautl Brandstaller, Barbara Sternthal: Alfred Hrdlicka. Leben und Werk >>
2008. 160 Seiten, 225x265, Hardcover, EUR 34,90 / sFr 59,00, ISBN: 9783701730872
Residenz Verlag, A-3100 St. Pölten 2007, www.residenzverlag.at

Inhalt
„EIN ERRATISCHER BLOCK, der ihn an die Figuren der Ersten Republik, an die große Zeit des Roten Wien erinnert“ – so hat Elias Canetti einmal Alfred Hrdlicka beschrieben. Ein erratischer Block, der aus einer anderen, künstlerisch und politisch explosiven Zeit in den modischen Kulturbetrieb von heute hineinragt. Ein erratischer Block, der sich den ästhetischen und politischen Strömungen des beginnenden 21. Jahrhunderts entgegenstellt, ein Polemiker und Widerstandsgeist von Anfang an. Zum 80. Geburtstag des Bildhauers, Malers und Zeichners Hrdlicka präsentieren die Autorinnen eine Auswahl der wichtigsten Werke – seine Denkmäler in Hamburg, Berlin und Wien, seine bedeutendsten Skulpturen, seine Zeichnungen und Radierungszyklen, so wie seine Paraphrasen auf die Großen der Kunstgeschichte. Hrdlicka-Texte und Polemiken sowie Texte von Kunsthistorikern und Weggefährten ergänzen die vielfältige und breit bebilderte Retrospektive. Ein Portrait eines schonungslosen Humanisten, eine Schau eines vielfältigen und extremen Werkes.

Autorinnenteam
Trautl Brandstaller
geb. 1939 in Wien, Studium der Rechts- und Politik wissen - schaft, Journalistin bei u. a. Furche, Profil. Ab 1975 Redakteurin beim ORF. Gestaltung zahlreicher Dokumentationen, wie Donauabwärts – eine Reise durch das unbekannte Europa und Alfred Hrdlicka 65. Buchautorin und freie Publizistin, sie lebt in Wien.

Barbara Sternthal
geb. 1961 in Knittelfeld, promovierte an der Universität Wien, ist freischaffende Autorin und Redakteurin und verfasste bisher eine Reihe von Reiseführern, Beiträge zu Kunst und Kultur sowie Biografien über Gustav Klimt und Sigmund Freud. Sie lebt in Wien.

Fazit
Pünktlich zum achtzigsten Lebenjahr erscheint die Hommage von Trautl Brandstaller, Barbara Sternthal an Alfred Hrdlicka, dem Bildhauer, Maler und Zeichner mit seinem grossteils kompromisslosen Leben und schroff-figurativem Werk. Linker Ästhet mit "roter Identität" zeit seines Lebens, führt den Diskurs mit Literatur-Nobelpreisträger Elias Canetti und den österreichischen marxistischen Essayisten Ernst Fischer bis zu Oskar Lafontaine... Fischer hat die ursprüngliche Intention von Hrdlicka Dentist zu werden, nicht in ihrem Kern be-griffen - weil er dies "eine ungeheuerliche Vorstellung (1963..)" nannte. Denn die Feinfühlende Gemeinsamkeit des Dentisten wie des Skulpteurs , der ebenso das Unsichtbare in einer lichtlosen Mund-Höhle (Höhlenmalerei...Höhlengleichnis v. Platon... Luftschutzbunker v. Moore....) ergonomisch wie feinfühlend, ja magisch-mythisch-traum-atisch zu ertasten versteht, ist gleichermassen berührend wo Genesis und Genesung von Unheil, Grauen und Bestialität durch das Ungeheuer-Mensch zwangsweise und expressiv ans figurative Licht gezerrt wird und an den Pranger muss wie bei dem kongenialen Zeitgefährten Alfred Hrdlicka - Er ist wie er ist - u.a. auch " a ang'rührte Blunz'n " lebensecht und schmackhaft.


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