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Online-Publikation: Oktober 2013 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Die Wittelsbacher am Rhein - Die Kurpfalz und Europa am Rhein . Herausgeber Reiss-Engelhorn-Museen / REM und Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg durch Alfried Wieczorek, Bernd Schneidmüller, Alexander Schubert und Stefan Weinfurter . Vom 08.09.2013 bis 02.03.2014 >>
Curt-Engelhorn-Stiftung für die Reiss-Engelhorn-Museen C4, 9 68159 Mannheim; www.rem-mannheim.de
reiss-engelhorn-museen@mannheim.de;  PR+M: katharina.nicol@mannheim.de;
Prof.: Körner (1) lmu-geschichtsdidaktik@lrz.uni-muenchen.de;

Inhaltsfolge der Katalogbände zur Ausstellung
2 Begleitbände: Rheinland-Pfalz und Hessen , Reiss-Engelhorn-Museen / Barockschloss Mannheim
I Kapitel: A Um 1200 - Die Wittelsbacher in der Pfalz; B 13.14. Jhdt -Wege zum Vorrang im Reich;C Ruprecht aus Heidelberg und seine Residenz; D Kurpfälzischer Glanz und das Ende des Mittelalters in der Kurpfalz;
II Kapitel A Das konfessionelle Zeitalter - Reformation und Konfessionalisierung; B Europäische Allianzen und pfälzische Katastrophen; Kurpfälzischer Hof und Residenzstadt Mannheim; D Von Kurpfalz-Bayern nach Baden.
Im Anhang : Stammbäume, Karten, Abkürzungs-, Quellen- und Literaturverzeichnis, Bildnachweis.

Fazit, vorangesetzt
Alle an deutscher Kulturgeschichte Interessierte, die eine Zeitreise ab 1200 n.Chr. zu den Wittelsbachern am Rhein unternehmen wollen, sollten sich vorerst und mit Fernblick die beiden Bände vom Reiss-Engelhorn-Museen zukommen lassen und die Beobachtungen vom Zeitalter der Glaubensspaltung bis zum Ende des Königreichs Bayern des Vortrages von Prof. Dr. Hans-Michael Körner, München (1), kennen lernen, um die ganze Tiefe des trächtigen 'Zeitenstoffes' wohlvertraut vor Ort und den genius loci geniessen.
Im Hochglanz auf 512 + 479 Seiten mit rund 1000 Abbildungen und Faksimilen gedruckt und hervorragend in Text und Bild präsentiert, zeigen die beiden Begleitbände zur Ausstellung den historisierenden Glanz "Die Wittelsbacher am Rhein - Die Kurpfalz und Europa am Rhein".
Im Band II erleben die Besucher schlussendlich, von einer leisen Melancholie befallen, dass das 'Romantisch-anvisierte Europa' von München nach München im 'langen Abschied', wie es heisst, und 'das lange Nachleben ihrer Herrschaft am Rhein und Neckar. Wer diese retrospektive Kulturreise, in Kürze hier zusammengefasst, nun faszinierend findet kann fast im Jahrtausend-Blick eine deutsche 'Flusskultur' zwischen Rhein und Neckar in die obersten Etagen der Damen- und Herrschaften erfassen, ihre Eigenheiten, ihre Lebenswelt schätzen und kritisch betrachten, inklusive ihren Habitus bis zum Fetisch-Charakter in den kleinen und grossen Dingen der 'zweiten bis fünften Haut': In Kleidung, Alltagsutensilien, Interieur- und Transportdesign, Architektur, Garten-, Landschaftsdesign und Urbanität. Auf geht's zum REM nach Mannheim. m+w.p13-10

Überblick
Die Wittelsbacher am Rhein
Erneut sind die kurfürstliche Residenzstadt Mannheim und die Rhein-Neckar-Region Gastgeber für Geschichtsinteressierte aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland.
Die Kulturschaffenden aus drei Bundesländern haben sich zusammengetan, um gemeinsam an ein historisches Jubiläum zu erinnern. Im Jahre 1214 übertrug der Staufer Friedrich II. die Pfalzgrafschaft bei Rhein an die Familie der Wittelsbacher. Was folgte war eine klassische Aufsteigergeschichte: 600 Jahre lang regierten die Wittelsbacher die Pfalz. Sie avancierten zu Kurfürsten und stellten unter König Ruprecht sogar für gewisse Zeit die Spitze des Heiligen Römischen Reichs. Und sie hinterließen beeindruckende Spuren in Kunst und Kultur.
Aus über 600 Jahren Kulturgeschichte haben sich zahlreiche Pretiosen erhalten, die an den Ausstellungsorten zu einem einmaligen Ensemble zusammengeführt werden. Überdies feiert die ganze Region das Wittelsbacherjahr und stellt die Geschichte der bedeutenden Herrscherdynastie an den originalen Schauplätzen in einer der attraktivsten Gegenden Deutschlands vor.

Ausstellungsorte
- Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Zeughaus
- Barockschloss
- Kurpfälzisches Museum Heidelberg
- Schloss Erbach im Odenwald

Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Zeughaus
Der genius loci, der „Geist des Ortes“ ist an den beiden Ausstellungsorten der großen Mannheimer Doppelschau wahrhaft spürbar. „Die Wittelsbacher am Rhein“ - das sind sechshundert Jahre europäische Kultur, der Glanz einer der bedeutendsten Herrscherdynastien des Mittelalters und der Neuzeit und deren Wirken in einer besonders geschichtsträchtigen Region beiderseits des mittleren und oberen Rheins. Gezeigt wird die große Doppel-Schau in Mannheim an den Orten, an denen die Wittelsbacher tatsächlich wirkten. Der mittelalterliche Zeitabschnitt von 1214 bis 1504 ist im Museum Zeughaus der Reiss-Engelhorn-Museen zu sehen, die neuzeitliche Epoche bis 1803 wird im nur wenige Gehminuten entfernten, kurfürstlichen Barockschloss der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg präsentiert.
Darüber hinaus beteiligen sich die Villa Ludwigshöhe in Edenkoben, das Historische Museum der Pfalz in Speyer, das Kurpfälzische Museum Heidelberg und Schloss Erbach im Odenwald mit weiteren Ausstellungsteilen am Wittelsbacherjahr 2013.
Zur Baugeschichte Reiss-Engelhorn-Museen, Museum Zeughaus
Das Mannheimer Zeughaus wurde 1777/1778 in der Regierungszeit des wittelsbachischen
Kurfürsten Carl Theodor (1724-1799) als kurfürstliches Waffenarsenal errichtet. Im Museum
Zeughaus wird der erste Teil der Ausstellung „Die Wittelsbacher am Rhein. Die Kurpfalz und
Europa“ gezeigt, der sich dem Mittelalter widmet.

Barockschloss
Das Mannheimer Barockschloss wurde unter der Regentschaft der wittelsbachischen Pfalzgrafen Carl Philipp und Carl Theodor in drei Bauperioden zwischen 1720 und 1760 als kurfürstliche Residenz erbaut.
Als 1777 der bayerische Herzog Max III. Joseph kinderlos starb, trat Carl Theodor seine Nachfolge an und verlegte 1778 seine Residenz von Mannheim nach München. Bis zur Übersiedlung des Kurfürsten nach München im Jahre 1778 war der Schlossbau Anziehungspunkt für Künstler und Gelehrte aus ganz Europa.
Seit April 2007 erstrahlt das Barockschloss Mannheim nach aufwändiger Sanierung in neuem Glanz. Erstmals steht für die Ausstellung „Die Wittelsbacher am Rhein“ nun die Beletage als Präsentationsort einer großen kulturgeschichtlichen Sonderschau zur Verfügung.

Kurpfälzisches Museum Heidelberg
Bevor die Wittelsbacher ihre Residenz nach Mannheim verlegten, war für viele Jahrhunderte das nahegelegene Heidelberg Mittelpunkt kurfürstlicher Politik.
Bis zur Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg in den Jahren 1689 und 1693 residierten die Kurfürsten von der Pfalz im Heidelberger Schloss, das heute zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands zählt. 1386 gründete Ruprecht I. die Heidelberger Universität, die ihren Lehrbetrieb zunächst im Augustinerkloster abhielt, da es an geeigneten Räumlichkeiten mangelte. Dem Augustinerkloster als Memorialort widmet das Kurpfälzische Museum Heidelberg einen eigenen Ausstellungsteil im Rahmen der Gesamtschau „Die Wittelsbacher am Rhein“.
Hinweis zum Trailer: http://www.museum-heidelberg.de/pb/,Lde/896835.html 

Schloss Erbach im Odenwald
Die ältesten Gebäudeteile des Erbacher Schlosses stammen bereits aus dem 12. Jahrhundert. Ab dem 13. Jahrhundert stand die Burg in enger Beziehung zu den Wittelsbachern. Hier residierten die Herren von Erbach, die als Ministerialen das kurfürstliche Schenkenamt für die Pfalzgrafen bei Rhein ausübten. Das Schloss bildet mit seinen verschiedenen Bauphasen die wechselvolle Geschichte ab und ist heute ein beliebtes Ausflugsziel. 2013 stellt Schloss Erbach das Adelsgeschlecht der Schenken von Erbach in ihrem wechselvollen Beziehungsgeflecht zu den wittelsbachischen Kurfürsten vor.
http://www.schloss-erbach.de/de/desktopdefault.aspx/tabid-21//29_read-13/ 
Zur Schloss Erbach - Baugeschichte
Die frühesten Zeichen einer Bautätigkeit im Bereich des heutigen Erbacher Schlosses weisen in das 12. Jahrhundert. Der mächtige Bergfried stammt noch aus der Stauferzeit, der gotische Turmhelm wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts aufgesetzt. Die ehemalige romanische Kleinburg wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts zu einem Renaissance-Schloss erweitert und im Dreißigjährigen Krieg beschädigt. Das heutige Schloss ließ Graf Georg Wilhelm zu Erbach-Erbach in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf den Grundmauern der früheren Tiefburg erbauen und erweitern. Fast zeitgleich mit dem Erbacher Schloss entstand die evangelische Stadtkirche. Schloss und Kirche prägen mit ihren markanten Türmen die Altstadt. Erst 1902 wurde das Schloss im neobarocken Stil dekoriert (Fensterumrandungen, Schlossportal, Balkon auf der Marktplatzseite, etc.)
Die Bauten auf der gegenüberliegenden Seite - Kastenbau, Damenbau und Alter Bau - sowie der Torbogen mit dem Archivbau stammen ursprünglich aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Kasten- und Damenbau wurden nach einem Großbrand 1894 auf den alten Grundrissen leicht verändert wieder aufgebaut.
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