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..Online-Publikation: April 2014 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< "Wien-Berlin – Kunst zweier Metropolen . Von Schiele bis Grosz" von 14.02.2014 bis 15.06.2014 >>
Ausstellungsort: Unteres Belvedere, Wien
Katalogbuch: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 392 Seiten, 23,0 x 28,0 cm, 235 farbige Abbildungen, 208 s/w Abb., ISBN: 978-3-7913-5328-9;
€ 49,95 [D] | € 51,40 [A] | CHF 66,90
Randomhouse-Ludwig Verlag München; www.randomhouse.de/prestelwww.belvedere.at www.berlinischegalerie.de

Inhalt : Ausstellung, Unteres Belvedere Wien
Eine Kooperation des Belvedere und der Berlinischen Galerie
Sowohl Berlin als auch Wien galten bereits Ende des 19. Jahrhunderts als aufstrebende Metropolen, die allerdings bis heute gegensätzliche Identifikationsmodelle sowie ein unterschiedliches kulturelles Selbstverständnis repräsentieren. Während der literarische Austausch beider Weltstädte bereits intensiv erforscht worden ist, bilden die Gegenüberstellung künstlerischer Entwicklungen und die Untersuchung ihres Austauschs bisher einen blinder Fleck. Die Ausstellung Wien - Berlin. Kunst zweier Metropolen widmet sich erstmals den künstlerischen Parallelen, Differenzen und Wechselwirkungen zwischen den beiden Städten und spannt dabei einen Bogen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Zwischenkriegszeit.
Auf der einen Seite steht Berlin, die großflächige, beinahe amerikanisch anmutende Metropole ohne gewachsenes Zentrum, auf der anderen Seite Wien, die Stadt der Operette mit barocker Prägung, die vor allem mit der Décadence in Verbindung gebracht wird. Ausgangspunkte der Schau sind Beziehungen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Secessionen um 1900. Während sich die Wiener Expressionisten durch ihre psychologische Einfühlung auszeichneten, wiesen die jungen Wilden in Berlin vor allem einen ekstatisch-aggressiven Gestus auf. Der Erste Weltkrieg führte zur Annäherung beider Nationen, sodass sich in Bezug auf die einsetzende Neue Sachlichkeit und insbesondere im Rahmen der Bühnenkunst ein reger künstlerischer Austausch zwischen den Städten entwickelte. Zeitgleich gewann der Wiener Kinetismus mit Ansätzen des Expressionismus und des Futurismus an Einfluss. Ihm stand die Berliner Dada-Bewegung gegenüber, die sich auf kritische wie subversive Weise mit aktuellen gesellschaftlichen Zuständen auseinandersetzte und auf diesem Wege eine Antikultur ausbildete.
Besonders die Roaring Twenties machen den künstlerischen Austausch und die Annäherungen der Positionen deutlich und erlauben eine neue Sicht auf die Verbindungen der gegensätzlichen, aber dennoch eng miteinander verwobenen Hauptstädte – Sozialkritik und Ästhetisierung, kubische Formensprache und Verismus überlagerten sich. Diese Entwicklung wird mit Werken von Otto Dix, Rudolf Schlichter, George Grosz, Albert Paris Gütersloh, Anton Kolig und Rudolf Wacker veranschaulicht. Darüber hinaus zeigt die Schau Arbeiten von u. a. Herbert Boeckl, Raoul Hausmann, Josef Hoffmann, Friedrich Kiesler, Ernst Ludwig Kirchner, Erika Giovanna Klien, Oskar Kokoschka, Max Liebermann, Max Oppenheimer, Max Pechstein, Christian Schad, Egon Schiele und Max Slevogt. Auch werden die Beziehungen der Künstler zu Galeristen und Förderern wie Cassirer, Walden, Moll und Loos erörtert und die Bedeutung der miteinander kooperierenden Kunstzeitschriften Aktion, Sturm und Fackel ergründet.
Berlinische Galerie (Hrsg.) , Belvedere Wien (Hrsg.)
Wien – Berlin. Kunst zweier Metropolen . Von Schiele bis Grosz

Inhalt: Katalogbuch
Zentrale Meisterwerke der Berliner und Wiener Moderne
Dieser Band widmet sich den künstlerischen Umbrüchen in Wien und Berlin zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Zwischenkriegszeit. Er dokumentiert den Austausch und die gegenseitige Wahrnehmung der Künstler in den so unterschiedlichen Metropolen. Auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen werden zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwei der berühmtesten Secessionen gegründet – in Wien von Künstlern wie Gustav Klimt und Josef Hoffmann, in Berlin u. a. von Max Liebermann und Max Slevogt. Während sich die Berliner Künstler der Alltagswirklichkeit und Themen der Großstadt widmeten, dominierte in Wien die ornamentale Form. Zum Ende des ersten Jahrzehnts entfaltete sich der Expressionismus: In Berlin formierten sich Max Pechstein, Ernst Ludwig Kirchner u. a. als „Neue Secession“, in Wien hingegen wurden junge Expressionisten wie Egon Schiele und Oskar Kokoschka von den alten Secessionisten unterstützt. Nach dem ersten Weltkrieg entstanden in Berlin Dada, Verismus und Neue Sachlichkeit, in Wien entwickelten sich u. a. der Kinetismus und eine spezielle Form der Neuen Sachlichkeit.
Das vorliegende Buch ist die erste Publikation zu diesem faszinierenden Thema, reich bebildert und umfassend präsentiert.

Kategorien & Schlagworte
Kunst & Kultur » Epochen » 20. Jahrhundert » Architekturgeschichte» Berlin » Deutschland » Wien » Österreich

Fazit
Es ist für einen Langzeitdenker in bildender Kunst eine grosse und zugleich tief berührende Freude im 'Zwillingstadt-Ensemble' "Wien-Berlin" der Kunst zweier Metropolen beizuwohnen und im besonderen die zwei Protagonisten Österreicher Schiele, dem lang nach seinem Tod in deutschsprachigen Raum wieder zu begegnen, zusammen mit dem allseits bekannten Grosz. Hier treffen ein erotisch-ästhetischer Maler, der seine Sujets zu Hauf aus dem Hinterhof Wiens bezieht, auf einen spitzfedrigen und dynamisch-farbigen Berlingenre-dokumenierenden Künstler. Zwischen ihnen wirken Secessionisten, Expressionisten, Dada- und Kinetisten (erstmals international wird hier Cizek und seine Wiener kinetische Stil-Schule gewürdigt). Neue Sachliche folgen mit ihren Magischen Realismus in Wien und Österreich. Ausstellung mit Buch ist eine einmalige Gelegenheit, die Kunst und Kultur im gesellschaflichen Wandel im 20. Jahrhundert zu geniessen. m+w.p14-4


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