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MMK Neupräsentation aktueller Kunst
W+B Agentur-Presseaussendung September/Oktober 2002
Bild - Joseph Beuys, 1985, Capri-Batterie ,,nach 1000 Stunden Batterie auswechseln"; VG-Bild-Kunst
Ereignisbesprechung
<<Das Museum, die Sammlung, der Direktor und seine Liebschaften >>
Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main; bis16. März 03 www.mmk-frankfurt.de
Di - So 10-17 h; Mi -20 h.


Direktor Udo Kittelmann rückt mit seiner aktualisierten Präsentation das Sammeln aus Leidenschaft, er nennt es Liebschaften, in den Mittelpunkt. Er ist davon überzeugt sich "immer aufs Neue in die Gegenwartskämpfe" einzumischen und so das gestalterische Potenzial in einem museal-offenem Feld für ein interessiertes Publikum anschaulich und begreifbar zu machen. Dabei kommt ihm der Tortenstück-Grundriss der 3 Ebennen des Museums sinnbildhaft zu Hilfe, der durchaus als Keil - inmitten einer Urbanität mit Banken-Babylon- Kern - ins Goldene Kalb gestossen, begriffen werden kann.
Dabei nutzt der Direktor durchaus erfolgreich die Sammlerkräfte und Förderer (u.a. Vorzeige-Sponsor: Booz Allen Hamilton), die zu Neuerwerbungen unerlässlich sind. Die Liebschaften des Direktors gelten damit auch im erweiternden Sinn nicht nur den Künstlern und ihren Arbeiten und Projekten.
Beim Durhwandern treffen die Besucher gute alte bekannte Werke des Dada, Marcel Duchamp, Bruce Naumann, der Pop Art, Andy Warhol. Klar, das auch die Konzeptkunst von Joseph Beuys zu sehen ist. Dieses letzte Drittel des 20. Jahrhunderts ist durch Gerhard Richter, Jon Chamberlain vertreten. Die Wende zum Neuen Jahrhundert wird durch drei Projekte signifikant präsentiert:
Das Archiv
vom Friedrich Kiesler-Zentrum-Wien.
Es gliedert sich in drei Wert-Gruppen: I. Kunst des Jahrhunderts – Band-geführt; II. Das Endlos-Haus – Spirale & Schichtung – Mit Zugriff-Animation; III. Kiesler TeleVision – Datenraum mit virtuellen Beispielen seiner Innenraumgestaltung sowie projizierte originäre Meisterwerke in Vitrinen
Das Kinderzimmer von Hans-Peter Feldmann.
Himmelblaue Wände, rasenähnlicher Boden, auf Sockel stehen Alltagsgegenstände aller und besonderer Art zugleich, z.B. ein beleuchteter Hut....bis zu herumliegenden n: "Der Unterschied zwischen den Erbse zu Hause und den Erbsen von Feldmann liegt in der Tatsache..., dass sie in einem Museum ausgestellt sind. Das Museum ist also eine Ort, der Dinge verändern kann, ohne dass sie sich selber verändern", so Klaus Görner.
Dornbracht Installation Projects von Martin Boyce.
Boyce, Hersteller hochwertiger Designprodukte, präsentiert in der Art von shop-in-shop, visualisiert in industrie-archäologischer Weise moderne Designfragmente, die den Form- und Materialkatalog zeitgleicher Gestalter einbeziehen.
Fazit: Dazu Direktor Udo Kittelmann vom MMK " Es sieht sich als Museum zukünftig verstärkt als Gegenpol zu den flüchtigen Massenmedien und Events". MMK zeigt damit eine hochrangig, gelungene Neupräsentation der Kunst heute.


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