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Online-Publikation: April 2013 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Giuseppe Penone im Kunstmuseum Winterthur ; bis. 11.8. 2013 / 100 Jahre Galerieverein - Freunde des Kunstmuseums Winterthur ; bis 28. Juli 2013 >>
Kunstmuseum Winterthur, www.kmw.ch

ÜBERBLICK
* Giuseppe Penone
Quintessenz:
Penone = ein "Denkender Bursch" (Dr. Schwarz, im Gegensatz zu Adorno's Naturbursch) und ein Spurenleger und -finder (Prankl) .. in Zeit+Raum (struttura dell tempo ) zugleich ...
       
Analyse als Fazit
- Physisch Wahrnehmbares (apollinisch):
diagrammatisch, präzis-linearer Zeichenvorgang bis zum Zeichen, Tast- Seh-, Denk-Sinnhaft
Naturgezeugtes: Pflanzen/Teile: Baum, vom Ich ausgehend >Mensch/Torso (Porträt, Hand, Fuss, Brust, Augen-Lid, -Braue..)
Menscherzeugtes: Holz/Balken, Terrakotta, Bronze, Baum-Wachs-Zündschnur (durch Entzünden entflammt sich der Erinnerungskörper Natur , wie im Sokratischen Diskurs (1),
- Transzendental Erlebbares (dionysisch)
Penone's Ausdrucksformen gehen vom Ich aus und reflexiv zum im hier gestrandeten Menschenwerk .
Sie erscheinen mythisch, rekonstruktiv, operativ-entbergend ... werden pars-pro-toto spürbar:
A) Im gefertigten Balken erscheint die ursprüngliche Naturform; Sezierende Schnitte (Fontana) und Abdrucke, alle von ihm selbst ausgehend, lüften das Ursprüngliche ...

B) Eine menschwirbelsäulen-ähnliche Stele von Pflanzenblatt wandseits stabilisiert (D'Holbach, L'homme plante (4) zeigt das Fragil-Fragende aller Existenz, sich doch auch einander stützend und doch ver- bis durchbohrend...,

C) Drei liegend zueinander angeordnete Zettelkästen zeigen den Lebenslauf: I (planparallel zu Boden) Eigene, vernunftgesteuerte Planung - Vision/Utopie , II (schräg, rampenartig zu Boden) "Schiefe Bahn" /Lebensbrüche / Burn-out (extrem gesehen : Birkenau-Lage/r assoziierend) und schliesslich III (in Richtung auf Exit/Türöffnung hinweisend >Tor zum Leben / Tod ) ...

D) wie in der Amphora (3) "Atemhauch" gebärendes Leben oder Tod des zerbrechlichen Amphorenleibes andeutend (Kindbett-Tod < Semmelweiss (2)) ...

E) schliesslich eine Wald-/Naturszene, mittig eine Art Kutte (Collage) mit einem geflochtenem Bootsteil angedeutet, zeigt die Abwesenheit eines meditierenden Menschenfischers ( von Gallus bis Franziskus ... paradigmatisch assoziierend) ...
m+w.p13-4
(1) http://archiv.kultur-punkt.ch/akademie4/
(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Ignaz_Semmelweis
(3) www.srf.ch/wissen/mensch/amphorenwein-aus-dem-oberwallis
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Inhalt
Der Protagonist
Giuseppe Penone, 1947 im ländlichen Piemont geboren, ist in den letzten Jahren zu einer der zentralen Figuren der europäischen Kunst geworden; er hat zahlreiche Museumsausstellungen erlebt, und seine Werke sind weltweit in wichtigen Sammlungen zu finden. Seit der Ausstellung von 1977 in Luzern wurde seine Arbeit in der Schweiz nicht mehr museal gezeigt. Die Winterthurer Ausstellung präsentiert eine vielfältige Auswahl von Skulpturen und Zeichnungen seit den 1960er Jahren. Nur wenige Wochen später wird im Park von Versailles eine Ausstellung von Penones Aussenskulpturen eröffnet.

Inhalt
Giuseppe Penone, heute in Turin tätig, ist in den letzten Jahren zu einer der zentralen Figuren der europäischen Kunst geworden; er hat zahlreiche Museumsausstellungen erlebt, und seine Werke sind weltweit in grossen Sammlungen zu finden. Jüngst zog an der Documenta XIII seine grosse Baumskulptur die Aufmerksamkeit auf sich. Erstmals seit der Ausstellung von 1977 im Kunstmuseum Luzern ist nun Penones Arbeit in der Schweiz in einer umfangreichen Präsentation wieder zu sehen.
Penone geht aus von der elementaren Erfahrung des Künstlers, der einen Gegenstand nimmt und daraus etwas verfertigt. Entscheidend für ihn ist der Moment der Berührung des Gegenstandes, denn schon damit beginnt der Prozess von dessen Formung und Gestaltung. In dieser Berührung liegt für Penone aber auch der Ausgangspunkt für sein Nachdenken über die Erfahrung der Wirklichkeit begründet. Seine Arbeiten, für die er sich der verschiedensten Materialien bedient, veranschaulichen dies auf poetische Weise.
Für die Ausstellung wurde gemeinsam mit dem Künstler eine Auswahl von Werken aus verschiedenen Schaffensperioden getroffen, an denen sich seine Themen ablesen lassen – der sinnliche Zugang zur Welt, das Erleben der Zeit, die sich etwa im Wachstum der Bäume manifestiert, die Durchdringung von Natur und Kultur, von gegebener und geschaffener Wirklichkeit. Seit jeher hat Penone seine Arbeit in Zeichnungen vorbereitet und begleitet, und deshalb wird auch eine umfangreiche Gruppe von Arbeiten auf Papier gezeigt. Penone ist ein mediterraner Künstler, denn sein Denken und Schaffen ist geprägt von der antiken Mythologie und ihrem Fortleben in der Renaissance. Ihre Spuren sind für ihn nicht Geschichte, sondern lebendige Wirklichkeit

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100 Jahre Galerieverein: "Ohne Freunde keine Kultur"
2013 Marga + Walter Prankl
                     Meret Oppenheim
100 Jahre Galerieverein - Freunde des Kunstmuseums Winterthur
14. April 2013 - 28. Juli 2013
1913 wurde der Galerieverein als «jüngerer Bruder» des Kunstvereins Winterthur gegründet. Der jüngere Bruder war auch der vermögendere, denn der Kunstverein war nicht in der Lage, für das im Bau begriffene neue Kunstmuseum aus eigenen Mitteln eine Sammlung aufzubauen. So übernahm der Galerieverein diese Aufgabe und war damit auch sehr erfolgreich. Wenn er im April 2013 seinen 100. Geburtstag begeht, blickt er zurück auf eine reichhaltige Folge von Erwerbungen, die in der Schausammlung des Museums starke Akzente setzen – sie werden zu diesem Anlass besonders hervorgehoben. Der junge Verein engagierte sich für Künstler wie Bonnard, Redon, Renoir und Hodler. Einen Höhepunkt bildete 1952 die Erwerbung des grossformatigen Seerosenbildes von Monet. In den letzten Jahrzehnten kamen Werke von Bishop, Mario Merz, David Rabino witch, Richter, aber auch von Celmins, Genzken und Marisa Merz und anderen dazu.

Das Jubiläum feiert der Galerieverein mit einer Ausstellung, die wichtige Erwerbungen – graphische Arbeiten, Bilder und Skulpturen – vereinigt. Dass der Jubilar jung geblieben ist, bezeugt die Aussenskulptur von Richard Deacon (zwischen Altbau und Erweiterungsbau auf der Seite Lindstrasse), die für diesen Anlass in Auftrag gegeben wurde und die zur Geburtstagsfeier enthüllt wurde.
Festansprachen Jubiläum vom 13. April 2013
. Dr. Henry Schmid, Präsident Galerieverein - Freunde des Kunstmuseums Winterthur
. Dr. Dieter Schwarz

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