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Online-Publikation: April 2009 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Kunstmuseum Basel: Der Ikaride Vincent van Gogh . Zwischen Erde und Himmel . Die Landschaften . 26. April – 27. September 2009 >>
St. Alban-Graben 16, CH-4010 Basel; www.kunstmuseumbasel.ch;  Hauptsponsor UBS AG;
Öffnungszeiten : Di - So 9 - 19 Uhr (für Gruppen bis 22 Uhr), auch an Feiertagen sowie am Pfingstmontag (1. Juni)
Weitere Ausstellungen in Basel und Umgebung > Schaulager: Holbein bis Tillmans (04.04. - 04.10.2009)
Biografie: http://www.vangogh.ch/fileadmin/daten/Portrait_VG_D.pdf
Begleitausstellung: http://www.vangogh.ch/fileadmin/daten/Begleitausstellung_2.pdf

Fazit vorangestellt:
"Der Ikaride Van Gogh"
oder
"Das geniale Blickflug-Projekt von der Verelendung des casino-kapitalistischen Urbanen zur partikulär-vereinsamten Landschaft"

Beginnen wir mit dem Top-Ereignis in der Kulturstadt Basel. Es geht um eine weltweit einmalig herausragende Präsentation, dank des kompetenten Kuratorenteams des Kunstmuseums Direktor Dr. Bernhard Mendes Bürgi, Dr. Nina Zimmer, Konservatorin 19. Jhdt. bis Klassische Moderne sowie Berater Walter Feilchenfeldt und den Sponsoren UBS, Basel Cultur Unlimited, DRS1 RailAway und MANOR...

Und inhaltlich im Hier und Jetzt: Amokläufe machen es sichtbar, berühren, weltweit medial hochgeputscht. Daher ist es nicht verwunderlich dem überaus sinnstiftenden und vervielfältigtem Werk Gogh's vom Papeterieladen bis zum Klo zu begegnen... Auf seiner Suche zu sich selbst ist er - in Richtung Harmonie - zugleich dem unerfüllbaren Fernweh nach asiatischer Blickweise * (konkret: japanische Holzschnitte, regionalperspektivisch/isometrisch..) und dem europäischen Blick* ( in Richtung Verknüpfungsknoten der vernetzten Felder ) in Strichpaketen konkretisiert ( bildmittig oder /und zentralperspektivisch vorgetragen) ... Da wird höchste Vereinzelung deutlich, inmitten des zumeist gelb-blauen /irdisch-himmlischen Farbrausches - gleich dem Ikarus bis zu Camus: Der Fremde..., der sich zu sehr dem Licht/der Erkenntnis nähert und so zu Tode kommt. Bei diesem projektbetriebenen oder -getriebenen Selbstöten, es geht dabei um einen genial-ästhetischen Amoklauf ( physische Selbst-Aufgabe inklusive ), wie er seismografisch von hoch empfindsamen Persönlichkeiten frühzeitig vorzelebriert wird ( Börsenkrachs und Massenelend damals wie gerade jetzt - weltweit weitsichtig leidend sichtbar zu machen).. lassen Sie uns diese essentielle Frage offen halten, wie Platon** Sokrates unablässig fragen lässt. Jedenfalls erklärt es die aktuelle Massen-Sehnsucht nach einem situativen Empfindungsmuster wie es Van Gogh gestaltet hat. m.+w.p. 09-4
*) http://archiv.kultur-punkt.ch/akademie4/diskurs/pa4-09-4weltblickweisen.htm
**) http://archiv.kultur-punkt.ch/akademie4/diskurs/index.htm
PS.: Im Gegensatz zu Caspar David Friedrich mit seinem eisigen Fernweh in mittiger Positionierung des Einzelnen zeigt Van Gogh sein "innewohnendes Nahweh" in der Positonierung der Figuren in seiner Paysage, dem Territoire, in seinem Hier und Jetzt.

Überblick
In einer spektakulären Gesamtschau zeigt das Kunstmuseum Basel von April bis September 2009 weltweit zum ersten Mal die Landschaftsbilder der grossen Künstlerlegende Vincent van Gogh. 70 Gemälde – sowohl weltbekannte Schlüsselwerke als auch bisher der Öffentlichkeit kaum bekannte Bilder – eröffnen einen ganz neuen Zugang zur Kunst van Goghs. Ergänzend sind 40 Meisterwerke von Zeitgenossen aus der weltberühmten Sammlung des Kunstmuseums Basel zu sehen, die van Goghs bahnbrechende Auseinandersetzung mit der Natur untermalen. Eine multimediale Einführung in das Leben und Werk van Goghs erschliesst die Ausstellung dem breiten Publikum. Die Ausstellung wird damit zum wichtigsten europäischen Kunstereignis 2009.
Die Landschaften, in denen van Gogh lebte, haben ihn und seine Kunst zutiefst geprägt. Weltweit zum ersten Mal zeigt das Kunstmuseum Basel einen Überblick über seine Landschaftsmalerei. Anhand von siebzig Meisterwerken aus wichtigen Museen und Privatsammlungen aus Europa, den USA und Asien wird der Kosmos seiner bahnbrechenden Kunst sichtbar.

Inhalt
So lässt sich nachvollziehen, wie die erdigen Töne des holländischen Frühwerks in Paris nach der Begegnung mit der französischen Gegenwartskunst allmählich einer lichten und farbbetonten Malweise Platz machten, bis van Gogh in Arles zu intensiv gesteigerten Farbklängen und Pinselrhythmen findet. In Saint-Rémy erreichen seine Werke schliesslich ein höchstes Mass an Gespanntheit, alle Elemente der Landschaft erscheinen von einer Art innerer Erregung erfasst. Sein letzter Lebensabschnitt in Auvers steht noch einmal für einen künstlerischen Neubeginn. In kühleren, gebrocheneren Tönen legt van Gogh einen mehrteiligen Zyklus breiter Panoramaformate an, die der nordfranzösischen Landschaft gewidmet sind.
Die erstmalige übergreifende Präsentation von van Goghs Landschaften macht es möglich aufzuzeigen, in welchen Werkzusammenhängen der Künstler dachte. Sein ursprünglich thematisches Interesse am Zyklischen in der Natur übertrug er auf das Prinzip von Werkserien und -zyklen. Ausschnittsweise werden diese Zyklen und werkübergreifenden Formen, mit denen van Gogh experimentierte, in der Ausstellung rekonstruiert. Mit den Auftritten des Sämanns und des Schnitters, mit Themen wie der Obstblüte und der Kornernte betont er den Kreislauf der sich stets erneuernden Naturkräfte.
In allen Perioden seiner kurzen Schaffenszeit feierte van Gogh in seinen Werken die Einzigartigkeit und Schönheit der Schöpfung. Die Ausstellung zeigt das gesamte Panorama von van Goghs Welt: Dorf- und Stadtlandschaften, Gärten, Parks, Felder, Olivenhaine oder auch Weinberge. Die Ausstellung dokumentiert seine intensive Verbundenheit mit der Natur anhand von vielen herausragenden Werken wie Weizenfeld mit Korngarben aus der Honolulu Academy of Arts, Die Ebene La Crau bei Arles mit blühenden Pfirsichbäumen aus der Courtauld Gallery, London, oder Olivenbäume mit Les Alpilles im Hintergrund aus dem Museum of Modern Art, New York.
Durch die Konzentration auf die Landschaftsbilder kann man Vincent van Gogh ganz neu kennen lernen und erleben: In der Begegnung mit der Natur fand er Schritt für Schritt seine eigene künstlerische Sprache und damit eine radikal neue Freiheit in der Malerei.
So lässt sich unmittelbar nachvollziehen, wie die erdigen Töne des holländischen Frühwerks in Paris nach und nach einer lichten und farbbetonten Malweise Platz machten. In Südfrankreich fand van Gogh dann zu den intensiv leuchtenden Farben und dem vitalen Ausdruck, die seine Bilder bis heute so faszinierend machen.
In allen Perioden seiner kurzen Schaffenszeit, in Arles, aber auch während seines Aufenthaltes in der Heilanstalt von Saint-Rémy und zuletzt in Auvers, feierte er in seinen Bildern die Schönheit der Schöpfung. Mit Themen wie dem Sämann, der Obstblüte, der Kornernte oder dem Schnitter betonte er den Kreislauf der sich immer wieder erneuernden Naturkräfte.
Beim Malen draussen in der freien Natur fand der ruhelose van Gogh zu sich selbst und erreichte eine Harmonie und Ausgeglichenheit, die dem schwierigen Einzelgänger sonst oft verwehrt blieb. Von der Dorf- bis zur Flussansicht, der Garten- und Parkszenerie bis zur landwirtschaftlich oder bereits industriell genutzten Landschaft zeigt die Ausstellung ein beeindruckendes Panorama von van Goghs Welt.

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