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Online-Publikation: Mai 2012 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Ausstellung: 300 x Friedrich . Preußens großer König und Schlesien / Katalog und Essays : Friederisiko . Friedrich der Große . Hrsg. von der Generaldirektion der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg >>
Ausstellung: www.oberschlesisches-landesmuseum.de/de/300xfriedrich.html
Ausstellungskatalog und Essays:
Hrsg. Von Der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Band 1: Ausstellungskatalog: 420 Seiten, 48 Farbtafeln, 168 Abbildungen in Farbe und 37 in Schwarz-Weiß , 23,5 × 29 cm, gebunden
ISBN: 978-3-7774-4691-2 ; 39,90 € [D] | 53,90 SFR [CH]
Band 2: Essays: 340 Seiten, 21 Tafeln in Farbe, 9 in Schwarz-Weiß, 73 Abbildungen in Farbe und 43 in Schwarz-Weiß , 23,5 × 29 cm, gebunden
ISBN: 978-3-7774-4701-8 ; 45,00 € [D] | 59,90 SFR [CH]
Paket : Beide Bände zusammen zu € 65,-
ISBN: 978-3-7774-5141-1 ; € 65,-
Hirmer Verlag, München; www.hirmerverlag.de;  
Oberschlesisches Landesmuseum, D-40883 Ratingen, www.oberschlesisches-landesmuseum.de

Inhaltsfolge
Fazit, vorangestellt
Fazit I
Fazit II
INHALT
Ausstellung
Essays
*
Fazit I
Friderisko: Die Ausstellung
Eingangs werden die Besucher in einen "Blütezeit"raum - dem Neuen Palais- geführt zwischen Barockpalais und rokoko-ornamentierten Innenräumen und einer unbekümmerten beinahe englischem Parklandschaft. Und plötzlich - theatralisch gekonnt beleuchtet - stehen sie vor Friedrichs Konterfei. Im Blick nach Draussen zeigen sich "verlorenen Architekturen" und Sichtweisen, wie es im Text heisst. Friedrichs anvisierte Planungsabsicht in Sanssouci mit den Fest- und Theatersälen und Gartenräumen mit Nutzgärten gemixt (? Villandry! *) als "Architektur-Dilletant (Hagemann)" zeigt eine sehr klare und bodenhaftende Symmetrie mit geringer Überstrapazierung in Grösse und Proportion.
Für die Dynastie gibt es Haupt-Gästewohnungen für Besuche, Verheiratung , Aussen-, Entwicklungspolitik und Philosophie..
Dabei spielen die Thematikbereiche Aufklärung, Toleranz und Wissenschaft als Corporate Image zuweilen auch als Identitätsstiftung hervorragende Rollen.
Auf "Friedrichs Bühne" wird Europa und die Welt (voran das Osmanische Reich) vor- und aufgeführt. Er verpasst Polen als errweiternde Grösse (Bis heute ist die deutsch-polnische Kooperationsbereitschaft im Zweifel mit sich und dem jeweils Anderen ).
Interessierte Besucher wenden sich in Neuen Palais den vielen Hinweisen und kostbaren Materialien zur Gedankenwelt und deren Aussagekraft hin und können das leicht überhöhte und zur Schau getragene Selbstverständnis von Friedrich (und "seinen Lehrern" Caesar und Cicero) näher kennen lernen. Ebenso wird auch der rhetorische Gestus der Kunst des 18. Jahrhunderts sichtbar: Die Empfindung (J.K.Sulzer 1792, Sachse, Throta) als Impetus mit erzieherischer Ausrichtung auf das Individuum.
Die Besucher können darüber hinaus Zitate, Kopien, edle Gesteine, Porzellan, Gold und Silber, Bergkristall und Glas, und die "Königsbilder" betrachten (Friedrich selbst lehnt Modellsitzen zeitlebens ab), dennoch steuert er hintergründig die Darstellung seiner Person, er macht sie marketing-rar wird so zur Edelmarke zum Label. Friedrichs Körper und Seele sind nur annähernd zu fassen, sind mitunter - aufgrund seiner Vater-Sohn-Problematik als traumatisch zu deuten. 1742 verfasst er die Komödie "Modeaffe" wobei die Eitelkeiten eines Höflings aus Korn nimmt, womit die Ambivalenz zu seiner inneren Verfasstheit dramaturgisch zutage tritt.
Den umwerfenden Höhepunkt der Ausstellung bildet die Bühnen- und Kostümgestalterin, die belgischen Künstlerin Isabelle de Borchgrave mit ihren inszenierenden Skulpturen: Aus im Barockstil sind einmalig sensitiv-bemalte und geformte Papier-Kleidungsteile, raumkörperlich geformt, wobei Gesicht und Hände mit weissen Draht den Kopf- Charakter der Figur luftig "durchschaubar" porträtieren.
Quintessenz: Friderisko, warum ? Der eindringliche Titel passt sowohl aktuell in unsere auf Effekt und fremdbestimmte, aussengelenkte Verfasstheit und zugleich charakterisiert er die hervorstechende riskante Haltung Friedrich des Grossen zu "Risiko und Ruhm", der stets mit Krieg, Verlusten und Teilsiegen unlösbar verkettet ist. So ist diese Friederisiko-Schau ein eindringliches Mahn-Mal auch für unseren aktuellen Krieg der Waren und fragmentierten Burnout-Seelenkörper** dank unseren neoliberalen Managern / Zuhältern / Lobbyisten / gefügigen Politiksembles der Reichen/Oligarchen/Machthaber. m+w.p12-5
*) http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Villandry 
**) Burnout-Seelenkörper / Stigmatypen/Fragmentierung:
www.kultur-punkt.ch/akademie4/diskurs/wfdampfboot12-5hepp-prekarisierung-flexibilisierung.htm
www.kultur-punkt.ch/akademie4/masken10-11fragmentierung-gradation.htm
www.kultur-punkt.ch/galerie/gradierung-torsi10-8.htm

Fazit II
Friderisko: Die Essays
Friedrich der Grosse, der König schuf ein "Label / Etikett" eines "roi philosophe" in zweierlei Ausprägungen: als Erzieher und Phantast
Er selbst nannte sich einen Studiosus der Philosophie und Voltaire als seinen Lehrer, ja als Lehrer der Fürsten allgemein
Die zum Teil ambivalente und diametrale Gestaltungs-Intention von Friedrich zeigt seine Risiko-Bewegtheit - nicht nur im Kriegerischen - sondern auch in seinen Inszenierungen mit dem Mix von Rokoko, Palladianismus und Neugotik, sowie seine Positon zwischen Schein-Aufklärertum und rückgewandter Monarchen-Romantik:
1
Rokoko
ist für Friedrich ein lebensbegleitendes Stil-Ambiente in der europäischen Kunstbewegung (von etwa 1730 bis 1770/1780) und entwickelte sich aus dem Spätbarock (ca. 1700–1720). Ausgangspunkt ist Frankreich. Der Name stammt von dem französischen Wort Rocaille ('Grotten- und Muschelwerk') nach einem immer wieder auftretendem Ornamentmotiv, das sich durch seine Asymmetrie und seiner Auflösung fester Vorbilder aus dem Barock unterscheidet.[1]
http://de.wikipedia.org/wiki/Rokoko
2
Palladianismus und Neugotik
als anti-palladianische Ausrichtung mit romantisch intendierter Rückwendung zum Mittelalter und Germanenbild,
der bei Friedrich eine weitere Ausprägung in seinem gestalterischen Ambitionen hat.
Der Palladianismus bezeichnet einen klassizistisch geprägten Baustil, der sich am Werk des Architekten Andrea Palladio und seiner Nachfolger wie Vincenzo Scamozzi orientiert. Palladio entwarf und baute um die Mitte des 16. Jahrhunderts Paläste und Villen in Venetien sowie Kirchen in der Stadt Venedig selbst. Großen Einfluss auf die Nachwelt übte er zudem mit dem architekturtheoretischen Werk „I quattro libri dell'architettura“ aus, das 1570 in Venedig erstmals erschien.
http://de.wikipedia.org/wiki/Palladianismus
3
Zur Inszenierung
von Grösse mit Höfischer Konjunktur und Zeremoniell, Schlossbauten und Ausstattung
diente beispielsweise im besonderen Masse, in der Blauen Kammer im Neuen Palais Potsdam 1768 auch, die Hängeplanung zum Schmuck und Verzierung "Ornement".
Erst 240 Jahre danach - mit Ausnahme des von Josef II., 1780-90 geformten "Josefinismus - der in den USA bei den Shakern und Amish bis heute sichtbar ist - endete diese Art von Inszenierung 1908 erstmals geistig manifest in die Ornamentlosigkeit : "sie ist ein zeichen geistiger kraft. Der moderne mensch verwendet die ornamente früherer und fremder kulturen nach seinem gutdünken. Seine eigene erfindung konzentriert er auf andere dinge." Was für die Architekturgestaltung im folgenden 20. Jahrhundert zur entscheidenden  rigiden Verarmung/Kastrierung und Fragmentierung** - gesamtgesellschaflich  - führte.

***
INHALT
Ausstellung
300 x Friedrich
Preußens großer König und Schlesien
Im Jahr 2012 steht das öffentliche historisch-kulturelle Gedenken im Zeichen des 300. Geburtstages des preußischen Königs Friedrich II. Zentrale Ausstellungen finden in Berlin und in Potsdam statt. Zum Gedenken an diese preußische Epoche wird es auch im Bundesland Nordhrein-Westfalen eine lebendige und ansprechende Ausstellung geben, die das Oberschlesische Landesmuseum (OSLM) großflächig auf über 500 qm präsentiert. Damit wird schon vor den Berliner Veranstaltungen das Thema publikumswirksam aufgegriffen. Die Schirmherrschaft für die neue Sonderschau übernimmt die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft.
Oberschlesisches Landesmuseum  info@oslm.de
29.01. - 16.09.2012 - "300xFriedrich. Preußens großer König und Schlesien"
Große Sonderschau anlässlich des 300. Geburtstages Friedrichs II.
Im Jahr 2012 wird das öffentliche historisch-kulturelle Gedenken im Zeichen des 300. Geburtstages des preußischen Königs Friedrich II. stehen. Zentrale Ausstellungen finden in Berlin und in Potsdam statt. Zum Gedenken an diese preußische Epoche wird es auch im Bundesland Nordhrein-Westfalen eine lebendige und ansprechende Ausstellung geben, die das Oberschlesische Landesmuseum (OSLM) großflächig auf über 500 qm präsentiert. Damit wird schon vor den Berliner Veranstaltungen das Thema publikumswirksam aufgegriffen. Die Schirmherrschaft für die neue Sonderschau übernimmt die Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft.
Zur Person
Wer von Preußen spricht, der kennt auch seinen bekanntesten König: Friedrich II. (1712-1786). Als einziger deutscher Monarch hielt sich sein Beiname „der Große“. Als solcher wurde er schon zu Lebzeiten bezeichnet. So umstritten er bis heute ist – Leben und Wirken Friedrichs II. haben viele beachtenswerte Aspekte aufzuweisen. Kunst und Kultur einerseits, Militär und Kriege andererseits bestimmten sein Andenken. Schlesien war dabei Auslöser und Auswirkung zugleich.
Das Herzogtum Schlesien südlich der Mark Brandenburg stand unter habsburgischer Oberhoheit. Erbansprüche machte der junge preußische König noch im Jahr seiner Thronbesteigung 1740 militärisch geltend. Die drei schlesischen Kriege endeten erst 1763. Der größte Teil Schlesiens wurde vertraglich Preußen zugesprochen. Ein Vierteljahrhundert lang konnte Friedrich II. den Neuaufbau und die Neuausrichtung der neuen Provinz Schlesiens im preußischen Sinne lenken. Vor 225 Jahren, 1786, starb Friedrich der Große und 1986 gab es die letzten größeren Sonderausstellungen zu seinem Leben und Wirken. Friedrichs 300. Geburtstag nimmt das OSLM zum Anlass für eine neue Betrachtung. Dabei wird der Schwerpunkt auf das Experimentierfeld Schlesien gelegt.
Zur Ausstellung
Was machte das Herzogtum Schlesien für Preußen so interessant? Wie erfolgte die Aneignung –
zuerst kräftezehrend mit militärischen Mitteln, dann administrativ und als wirtschaftlicher Aufbau? Wie funktionierte Friedrichs merkantilistische Wirtschaftspolitik? Auf welche Weise konnten die Schlesier für den neuen Staat gewonnen werden? Wie verhielten sich dagegen die Habsburger? Warum konnten sie nur einen kleinen Teil der wertvollen Region behalten? Was hat es mit dem verklärenden Bild Friedrichs II. im 19. und 20. Jahrhundert auf sich? Wie hat sich die polnische Wahrnehmung gewandelt? Welche Zeugnisse der friderizianischen Epoche haben überdauert? Auf solche Fragen wird die Ausstellung eingehen und Antworten bieten. In zwei Etappen wird die authentische Persönlichkeit des preußischen Königs in Zeitzeugnissen und seine spätere Inszenierung herausgestellt.
Mit der vielgestaltigen Präsentation „300XFriedrich. Preußens König und Schlesien“ knüpft das Oberschlesische Landesmuseum an seine Preußen-Ausstellung von 2006/2007 an und leitet über zum Thema „200 Jahre Befreiungskriege“ als Ausstellungsschwerpunkt des Jahres 2013.

Essays
Hrsg. von der Generaldirektion der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg
Friedrich der Große ist eine der facettenreichsten Persönlichkeiten der europäischen Geschichte. Anlässlich seines 300. Geburtstages zeigt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg die Ausstellung Friederisiko. Friedrich der Große im Neuen Palais und im Park Sanssouci in Potsdam.
Friedrich wollte auffallen in der Geschichte – und er tat es! Erstmals mit 18 Jahren durch seinen Fluchtversuch 1730. Er wollte von seinen Zeitgenossen und der Nachwelt als Großer anerkannt werden: als Feldherr, Dichter, Philosoph und Kunstfreund. Dies war schon den Zeitgenossen aufgefallen, doch rätselten sie, wer denn der Mensch Friedrich sei, fragten nach seinem Charakter, seiner Moral. Denn Friedrich machte daraus ein Geheimnis. Er ließ die Menschen im Unklaren über sich, präsentierte sich jedem anders, stets schwer durchschaubar, aber immer ingeniös inszeniert und auf seinen Ruhm bedacht. Architektonischer Ausdruck seines Strebens ist das Neue Palais. Das Schloss ist von ihm bis ins Detail durchdacht. Es sollte ein Triumphdenkmal seiner »Größe« sein. Die Ausstellung mit aussagestarken Originalzeugnissen und das Begleitbuch erlauben den Blick hinter die Maske des Königs. Sie offenbaren in zwölf Themenkomplexen Friedrichs Persönlichkeit und Charakter, seine Ideen, sein Denken und Handeln.
Dass sich auch nach 300 Jahren noch Neues über Friedrich den Großen herausfinden lässt, verdeutlicht auch der Essayband. Er versammelt einen Querschnitt der Forschungsergebnisse, Früchte der seit 2007 von der Stiftung veranstalteten internationalen Konferenzen zu Preußens großem König

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