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Online-Publikation: April 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Richard Prince : Hrsg. The Solomon R. Guggenheim Foundation, New York, Vorwort von Lisa Dennison, Text von Jack Bankowsky, Nancy Spector u.a., Interviews mit Phyllis Diller, Kim Gordon, Robert Mankoff, Michael Ovitz, Annie Proulx u.a. von Glenn O'Brien>>
Hrsg. The Solomon R. Guggenheim Foundation, New York, Vorwort von Lisa Dennison, Text von Jack Bankowsky, Nancy Spector u.a., Interviews mit Phyllis Diller, Kim Gordon, Robert Mankoff, Michael Ovitz, Annie Proulx u.a. von Glenn O'Brien
Katalogbuch:
Englisch. 372 Seiten, 260 Abb., davon 258 farbig, 20,90 x 28,60 cm, gebunden, ISBN 978-3-7757-2055-7; € 45,00CHF 79,00
Ausstellungsorte:
Solomon R. Guggenheim Museum, New York 28.9.2007 – 9.1.2008 · Walker Art Center, Minneapolis 22.3.–15.6.2008 · Serpentine Gallery, London Sommer 2008
Hatje Cantz Verlag, Ostfildern, 2007; http://www.hatjecantz.de;  www.walkerart.org; www.serpentinegallery.org
 
Inhalt
Mit seinem kühnen Blick auf die Mythen der Konsumgesellschaft gehört Richard Prince (*1949) seit 30 Jahren in die vorderste Riege der US-amerikanischen Gegenwartskünstler. 1977 begann Prince, Anzeigenmotive aus dem New York Times Magazine abzufotografieren und eröffnete mit dieser künstlerischen Strategie der Aneignung fremder Bildwelten den spannenden Diskurs über die Frage nach Autorschaft und Originalität des Kunstwerks.
In dieser bis heute umfangreichsten Darstellung des Gesamtwerkes von Richard Prince sind die Highlights aus seinen zahlreichen Werkgruppen versammelt, darunter die frühe Appropriation Photography und Fotoserien wie Cowboys, Girlfriends oder Upstates, Gemälde wie die Jokes, White Paintings, Check Paintings und Nurses oder auch die Hood-Skulpturen. Zusammen mit sachkundigen Textbeiträgen und einer Reihe von Interviews mit prominenten Persönlichkeiten der Kulturszene zeichnet die Publikation damit ein besonders facettenreiches, profundes Porträt der Prince’schen Kunst.

Fazit
Die Ausstellung und der Buchkatalog zu "Richard Prince" von HatjeCantz überrascht, ist teils in der amerikanischen Grosstraditon des Wild-West verwurzelt und verschattet, zeigt jedoch bei Prince und anderen amerikanischen visuellen Gestaltern deutliche Züge erotisch-neurotische Traumata, die gleich einem ästhetischen Amok gleichkommen wie es im Projekt "NURSES" deutlich wird. Das Langzeitthema "Tod und Mädchen" wird in kongenialer Weise aktualisiert angesichts der lavierten Blutsträhnen, die in allen Bildern der Serie die Pflegerinnen durchziehen, die in einer bedrängenden Situation, sei es die Überforderung des Dienstes / Burn out / Blutzoll oder die vergebliche Mühe gegen den Tod anzugehen, der gleich Don Giovanni Verführer, Gewaltherr über der Situation steht und so die Krankenschwester bedrohend-malerisch, verdrängt.


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