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Online-Publikation: April 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Paul Klee : Kein Tag ohne Linie . Hrsg. Zentrum Paul Klee, Bern, Text von Tilman Osterwold, Régine Bonnefoit, Jürgen Glaesemer, Andreas Marti >>
Ausstellungen: Zentrum Paul Klee, Bern 20.6.2005-5.3.2006 · Museum Ludwig, Köln 9.12.2006-4.3.2007
2005. 208 Seiten, 230 Abb., davon 192 farbig, 24,40 x 32,40 cm, gebunden mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-7757-1552-2,
€ 39,80; CHF 69,00
Hatje Cantz Verlag, Ostfildern; http://www.hatjecantz.de; http://www.museum-ludwig.de;  http://www.paulkleezentrum.ch;

Inhalt
Für Paul Klee ist Zeichnen eine visuelle Sprache - der großformatige Band zeigt und beschreibt ausführlich das späte zeichnerische Werk des Künstlers und dessen tagebuchartigen Charakter.
Einer der Höhepunkte im Schaffen Paul Klees ist sein Spätwerk der Jahre 1938 bis 1940, das von einer außergewöhnlichen schöpferischen Intensität und Produktivität geprägt ist.
»Nulla dies sine linea« - »Kein Tag ohne Linie« -, diese Sentenz nach Plinius notierte der Künstler im Jahre 1938 in sein Oeuvre-Verzeichnis unterhalb der Werknummer 365, eine Bleistiftzeichnung mit dem Titel Süchtig. Die schwere Krankheit hinderte Klee zunehmend, sich der aufreibenden Ölmalerei zu widmen, und so entstanden Tag für Tag bedeutende Werke und ganze Bildzyklen auf Papier: Das zeichnerische Schaffen wurde zum Tagebuch.
Ausgewiesene Kenner des Gesamtwerkes von Paul Klee führen diese letzte Schaffensphase Klees, die noch intensiver als sein frühes Werk gekennzeichnet ist von vielfältigen Bezügen zur Biografie des Künstlers, in ihrer inhaltlichen und formalen Dichte sachkundig vor Augen. Die rund 120 vorgestellten Blätter stammen aus den Beständen des Zentrum Paul Klee, das über die international größte Kollektion von Werken des Künstlers verfügt.

Fazit
Das Spätwerk Paul Klee's: Die rund 120 gezeigten Bilder weisen eine sowohl poetisch thematisierte als auch eine konsequente Formdichte aus, die bis heute in der schulischen Erziehung und spielerischen Freizeitkunst ihre Meriten aufweist. Dazu gibt es im Zentrum Paul Klee eine eigene Kinderwerkstatt.
Kein Tag ohne Linie, ein Wort von Plinius, d.h. in der Beobachtung von Osterwald : „Kein Tag ohne Schreiben, Zeichnen, Denken – ohne das Kalligramm schöpferischer Reflexionen.“ Auch Glaesemer bemerkt: „Zwischen Zeichnen und Schreibe bestand also in den letzten Jahren ein auffallender Zusammenhang..“ So entstanden also zwischen einzelnen Signalelementen innerorganisierte Vernetzungen, die sowohl zu den linearen Zeichenstil Klees gehören als auch deren poetische Integrität, die durch die Verknüpfungen sozusagen ausstrahlte und zum eigentlichen Thementitel führte. Aber lassen wir Paul Klee doch auch selbst dazu Stellung beziehen: „ Entwickeln wir, machen wir unter Anleitung eines topographischen Planes eine kleine Reise ins Land der besseren Erkenntnis…dabei nutzt Klee sprachliche Bilder wie ..sich über den toten Punkt hinwegsetzen.. bewegliche Tat = Linie…Halt und Atem = Unterbrochene oder gegliederte Linie… Rückblick = Gegenbewegung… ein Fluss will hindern = Wellenbewegung… eine Brücke = Bogenreihe .. so entsteht Linienzug um Linienzug grössere, einigende Erkenntnis = Konvergenz und in der abzeichnenden Verschiedenheit schliesslich Ausdruck, Dynamik und Psyche der Linie… so vermerkt Klee sinngemäss seine schöpferischer Konfession von 1920. w.p.


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