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 Online-Publikation: Dezember 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Das Universum Klee . Hrsg. Dieter Scholz, Christina Thomson, Text von Olivier Berggruen, Anke Daemgen, Christine Hopfengart, Dieter Scholz, Peter-Klaus Schuster, Christina Thomson, Otto Karl Werckmeister >>
Katalog: Deutsch . Englische Ausgabe ISBN 978-3-7757-2273-5
368 S., 377 Abb.,  299 farbig, 25,50 x 30,10 cm, geb. mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-7757-2272-8; € 39,80, CHF 69,00
Ausstellung: Ausstellung: Staatliche Museen zu Berlin, Neue Nationalgalerie 31.10.2008–8.2.2009; www.smb.spk-berlin.de;
Veranstalter: Verein der Freunde der Nationalgalerie; http://www.freunde-der-nationalgalerie.de/website/mainset.html
Hatje Cantz Verlag, Ostfildern, 2008; www.hatjecantz.de; 

Inhalt
Das Universum Klee
»Alles wird Klee sein.« Paul Klee
Mit seiner sehr individuellen, jedoch zugleich universalen Bildsprache zählt Paul Klee (1879–1940) zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Schon 1901 war für ihn klar: »Ein guter Künstler will ich werden.« Alle Schaffensphasen umfangend, führt der Band anhand von mehr als 200 Werken die visionär-poetischen Bildwelten Klees vor Augen, die das Abstrakte und das Figürliche auf einmalige Weise verschmelzen.
Klees Œuvre wird in thematischen Einheiten vorgestellt: Der Lebenszyklus des Menschen – von Geburt und Kindheit über Eros und Elternrolle bis hin zum Tod – ebenso wie seine kulturellen Ausdrucksformen in Musik, Theater und Religion und seine Umwelt mit Pflanzen, Tieren und Landschaften. Klees Kosmos erweist sich als ein Ideen- und Bilderkreis, der die Gesamtheit der Welt zu erfassen und deuten versucht. In einem detaillierten Essay, der Paul Klees Auseinandersetzung mit einer Auswahl der wichtigsten Künstler seiner Zeit analysiert, wird die Klee-Forschung um einen zentralen Aspekt bereichert.

Zur Ausstellung
der Nationalgalerie, ermöglicht durch den Verein der Freunde der Nationalgalerie und gefördert durch E.ON
Mit seiner sehr individuellen, jedoch zugleich universalen Bildsprache zählt Paul Klee (1879-1940) zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Schon 1901 war für ihn klar: "Ein guter Künstler will ich werden." Und 1906 notierte er in sein Tagebuch: "Alles wird Klee sein." In strategischer Verfolgung dieser Ziele legte er bereits 1911 ein akribisches Werkverzeichnis an, das bis zu seinem Tod über 9000 Einträge umfassen sollte.
Die Nationalgalerie widmet dem Jahrhundertkünstler Paul Klee nun eine Ausstellung, die zu einer großen Reise in das faszinierende Universum Klee einlädt. Alle Schaffensphasen umfangend, lässt sie die visionär-poetischen Bildwelten Klees, die das Abstrakte und das Figürliche auf einmalige Weise verschmelzen, in ihren zahlreichen thematischen Fassetten erlebbar werden.
Ein zentraler Ausstellungsraum widmet sich der Analyse von Paul Klees Auseinandersetzung mit zehn der wichtigsten Künstler seiner Zeit, darunter Ensor, van Gogh, Kubin, Kandinsky, Marc und Picasso. Um diesen Kern gruppiert sich das Universum Klee. Nach Art eines Emblembuches sind die Bereiche versammelt, denen sich Klee wie ein Enzyklopädist widmete. Geburt, Kindheit und Jugend sind ebenso Themen des menschlichen Individuums wie der Eros oder die Welt der Väter und Mütter. Formen und Dinge werden in Kapiteln über Stillleben, Interieurs und Architektur in den Blick genommen. Die Natur ist präsent in der Darstellung von Pflanzen, Tieren und Landschaften. Kulturelle Ausdrucksformen wie Musik, Theater, Schrift und Religion leiten über zu den dunklen und zerstörerischen Kräften, welche in Gestalt von Krieg, Angst und Tod in Erscheinung treten. Klees Kosmos erweist sich als ein vollständiger Ideen- und Bilderkreis, in dem der Künstler die Gesamtheit der Welt zu erfassen und deuten versucht.
Mit 250 Meisterwerken Paul Klees unternimmt es die Nationalgalerie, erstmals nach der genau 85 Jahre zurückliegenden Klee-Ausstellung im Kronprinzenpalais, wieder eine umfassende Retrospektive des Künstlers in Berlin zu zeigen.

Fazit

1 Ausstellungs-Titelverfehlung
Bereits die Betitelung der Ausstellung zeigt die Grössensucht der Verantwortlichen: statt fragiler " Weltsicht Klee's" heisst es grobklotzig "Universum"...

2 Paranoid-marktschreierische Sprache
Charakterisierend fragwürdig-paranoid tönt es für die Draussen im Aus/Lande dann in den Katalogbegleittexten: "Berlin kann alles".. "Quotenkünstler", "Magier" ...; in der üblen Massen anmachenden TV-Show-, Kunststadl-Sprache...

3 Choreografische Verzettelung
Schubladisierung des weltsichtigen Klee, statt lebens-szenarisch wie in Bern gestaltungszerfaserte deklamierte Allerwelts-Themenfolge in Berlin: "Kindheit - Eros - Frauen/Männer - Ferne - Theater - Tiere - Natur - Musik - Architektur - Bauhaus - Schrift - Religion - Krieg - Melancholie"...

Dagegen zeigt zu gleicher Zeit das Zentrum Paul Klee in Bern als Art-Psychotop:(Sammlung: 40% von Klee's Werken beinhaltend) " The most suitable place" für Sammler Katsuta und alle Kenner der transdisziplinären Kunstwelt.
Da - in ungewöhnlich berührender Weise zeigt sich die künstlerischen Entfaltung von Paul - nennen wir Ihn einfach so - wie er zeit - nah und - gleich seine "Fühlebene" (kpz-Direktor Steiner) in seinem Lebens-Werk so frappant auf Papier, Leinwand und Seide/Damast poetisch-berührend realisieren konnte: als Pubertierender - Bauhauslehrer - "Entarteter" Verfolgter - schliesslich - chronisch Kranker in die Sturmstille Flüchtender. Klee ? Eine stille, geniale Grösse, da - wieder auf innige und einfache Weise sichtbar geworden durch Werk und Expo-Gestaltung - allerdings in Bern statt Berlin, jeder Interessierte ist erfüllt von poetischer zeiten-überhöhter Schönheit.
Allein dem Katalogbuch vom Hatje Cantz Verlag gebührt grosse Anerkennung für die Bild- , Ausstattungs- und Druckqualität, die internationale Ansprüche übertrifft dank dessen Philosophie:"All art is dedicated to joy".
m+w.p. 08-12
Weiterführende Hinweise:
http://archiv.kultur-punkt.ch/praesentation/ereignisse/zpk-08-11acollectorseye.htm; 
http://archiv.kultur-punkt.ch/praesentation/ereignisse/zpk-bern-08-9bewegung-atelier.htm
http://archiv.kultur-punkt.ch/praesentation/ereignisse/hatjecantz08-4klee-linie.htm
http://archiv.kultur-punkt.ch/praesentation/ereignisse/v-aufbau-giordano-klee07-7.htm


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