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<<Hartz-Zeiten:  Harte Zeiten, insbesonders für Frauen – Zum Internationalen Frauentag>>
Galeriecafé Blauer Elefant, in 79379 Müllheim, am Lindle
07.03.2005 | 19:30 zum Internationalen Frauentag 8.3.05  www.dgb-bw.de / freiburg@dgb.de

Die ersten Erfahrungen mit den Hartz-IV Regelungen haben zu Verunsicherung, manchmal auch zu Unmut, Ärger und Existenzängsten geführt.

Zweiteinkommen, auf das viele Familien angewiesen sind, sind nur noch für die Zeit des Arbeitslosengeldanspruchs abgesichert. Durch das Anrechnen von Partnereinkommen verlieren viele Frauen nach Ablauf des Arbeitslosengeldanspruchs ihre finanzielle Unabhängigkeit.

Alleinstehende Frauen, die bisher mit Arbeitslosenhilfe gerade so über die Runden kamen, müssen jetzt mit dem Sozialhilfesatz auskommen.

Zuverdienste werden stärker angerechnet.

Reguläre Arbeitsplätze können nur schwer vermittelt werden.

Über die Auswirkungen und Chancen von Harz IV diskutieren in dieser Veranstaltung:
( Klammerausdrücke stammen von der kultur-punkt Redaktion)

Statements- Auszüge in Kürze, sinngemäss:

Dora Pfeifer-Suge, DGB:  Begrüßung
Die neuen Regelungen führen durch repressive Gesetzgebung zur Verunsicherung…Ängste entstehen…Familien werden in Haftung genommmen …
Fazit: Es ist eine lebensbegleitendeFörderung und Forderung sowie eine Ganztagsbetreuung für Kinder erforderlich…

Sabine Keim, Evangelische Arbeitnehmerschaft EAN Baden: Grußwort
Es gibt einen Mangel an sozialem Verständnis…

Bärbel Mielich Kreisrätin der GRÜNEN:  Hartz IV, Chance oder sozialer Abstieg?
AL1 bietet eine Chance: ist ein relativ gutes Ergebnis eines Allparteien-Kompromisses, aber inkonsequent…12 – 18 Monate, je nach Alter.
AL-Hilfe ist eine Verschlechterung: EUR 350  + Wohnkosten
AL2 ist ein Abstieg, ein Armutsrisiko: Benachteiligt insbesondere Frauen… Qualifikation, stetige Weiterbildung sind erforderlich aber wie…die Frauen erheben zuwenig ihre Stimmen…
1-2 EURO Job = derzeit total daneben... der Zwang (hat sich in den Köpfen der Betroffenen bereits zu sehr festgesetzt)  muss da weg und Freiwilligkeit her…auch die Gemeinnützigkeit muss verstärkt bei der Beschäftigung eingegliedert werden…
Fazit: Alle diese Massnahmen sind nur als Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu sehen… Es muss vernünftige Beschäftigung geleistet – gefördert und gefordert – werden…besondere Schulförderung, Sprachunterricht für Ausländerkinder (und ihre !Mütter! nicht? ) …

Diskussionrunde:

Gerlinde Dettling, Stefanie Aat, Netzwerk Diakonie und DiskutantInnen:
1 Euro-Jobs Wege zum Arbeitsplatz?

1-2 EURO pro Stunde: Auf der Basis von netto EUR 900 (brutto 1300 EUR), für Familien + 1 Kind… dabei ist die Grundsicherung gegeben…
400 EURO Jobs: benachteiligen insbesondere Alleinerziehende Frauen, so erhalten von diesen noch 40 EUR abgezogen… Da bleibt etwas zu tun….
Unterstützend wirkt der Soziale Dienst fördernd und ausgestaltend  bei allen Massnahmen…
SozialhilfebezieherInnen profitieren davon, sind erstmals rentenversichert, waren bisher nicht statistisch erfasst..
Was müssen wir noch anbieten (und erreichen): Arbeitsgelegenheiten, Grundkurse, Bewerbungstraining gegen den vorhandenen Angstabbau (insbesondere bei Langarbeitslosen, WiedereinsteigerInnen), Bestandsaufnahme, Hilfsangebote schaffen… alles um selbstbewusster auftreten zu können… dennoch Erfolg ist ungewiss.. der Versuch aber lohnt sich durch Aufbruch auch  Nischen herausarbeiten, z.B. mit dem Bürgermeister reden…denn sich verweigen – geht nicht, statt Abstrafen Fördern und Fordern…
ALG II: Betreuerinnen und Bezieherinnen berichten über ihre ersten Erfahrungen
am bereits 5 Jahre bestehenden Projekt BLAUER ELEFANT:
1 EURO Jobs dienen hier dazu, um die Beschäftigungsfähigkeit einzuüben, zu erhalten…
die Projekt - TeilnehmerInnen werden da abgeholt wo sie gerade stehen…
.1 Das umfasst die Arbeit im Cafe - in der Küche und im Service  - darüber hinaus bei der Umzugshilfe und in der Fahrradwerkstatt…
.2 Hilfe zur persönlichen Entwicklung… es entwickeln sich Freundschaften untereinander… Die so entstehende Nähe hilft (und fördert) am Berufsleben teilhaben zu können…
(Untragbar ist, dass) die Zuweisungsdauer neuerdings nur mehr 6 Monate… das Projekt jump+
ist fragwürdig geworden (der schnelle Wechsel bringt nichts)…
Es gibt im Landkreis max. 50 Plätze… entwickelt sich sehr gut (bis ausgezeichnet) wird sozialpädagogisch begleitet…

(Mehrfach wird geäussert): Die 400 EURO Jobs tragen zur Ungerechtigkeit massiv bei und sind veränderungsbedürftig…und wer da noch beim Antrag durchfliegt landet ( im Nichts) bestenfalls bei einem Freund, der absichert…
ALH-BezieherInnen haben dagegen Erfolgserlebnis, eine klar geregelte Wochenstruktur, sozialpädagogisch betreut wirkt positiv…aber arbeitsplatz-politisch untragbar weil daneben…
Auch zwischen den dafür geschaffenen Institutionen Arbeitsgemeinschaft  und der Bundesagentur auf der kommunalen Ebene  kann nur als Dschungelführung (Missmanagement) bezeichnet werden: Die Betroffenen fühlen sich auf einen Verschiebebahnhof versetzt, und erleben teilweise  unwürdige Begegnungen und Aufforderungen: z.B. werden BezieherInnen aufgefordert, wenn sie eine Wohnung die über den Standard von 45 qm gemietet haben, diese zu wechseln, auch dann wenn diese nur 5 qm mehr aufweist und bekannt ist, dass der Niederpreis-Mietmarkt gesättigt ist…andere werden in der Begegnung (mit Institutions-VerTretern) unwürdig behandelt – so dass Ältere wie Jüngere dabei ( zu Recht und weiter so…) ausflippen und die Polizei schlichten muss…
(Fazit: Dagegen müssen wir alle Nicht-Wohlhabenden - und haben die gesellschaftliche Verpflichtung  - einzeln wie gemeinsam dagegen angehen…– Zum Internationalen Frauentag und darüber hinaus wann immer wir daran denken:
<<Und das allererste was wir tun sollen, ist, dass wir uns alle virtuell bei den Händen  nehmen und eine innere Energiekette bilden, die über uns in die Gesellschaft positiv ausstrahlt..>>)


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