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 Online-Publikation: Oktober 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
<< eikones Jahrestagung : Nachleben und Rekonstruktion . Vergangenheit im Bild, Basel, 13. - 15. November 2008 Schaulager, 4142 Münchenstein/Basel >>
www.eikones.chbildkritik@unibas.chwww.schaulager.ch;

Überblick / Inhalt
Die Vergangenheit ist unwiederholbar, nicht aber unsichtbar: zum einen bleiben Bilder und Spuren von ihr zurück, zum anderen lassen sich Rekonstruktionen herstellen, also Formen der Sichtbarmachung, die selbst nicht alt sind, aber Vergangenes nachstellen, simulieren oder vorstellbar machen (Rekonstruktionszeichnungen, Modelle, Animationen). Die Tagung fragt nach den unterschiedlichen Schauplätzen, an denen eine solche Vermittlung zwischen Gegenwart und Vergangenheit stattfindet. Welche besonderen ästhetischen und epistemischen Eigenschaften sind es, die Vergangenes im Bild bzw. die es als Bild zur Darstellung bringen? Wie handhabt man die paradoxe Zeitlichkeit visueller Fragmente, die als „überlebende Bilder“ (Didi-Huberman) Vergangenheit und Gegenwart verschränken? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Wiederherstellung und Konstruktion, zwischen Faktizität und Imagination? Wie werden die Möglichkeiten und Grenzen visueller Vergegenwärtigung in der bildenden Kunst zur Darstellung gebracht (etwa im Herstellen vermeintlicher Spuren oder durch die artifizielle Rekonstruktion historischer Schauplätzen)?

In allen Fällen des Nachlebens und der Rekonstruktion entfalten Bilder ein komplexes Eigenleben, statt transparente Medien oder Fenster in die Vergangenheit zu sein. Deshalb soll gerade nach den besonderen Eigenschaften gefragt werden, mit deren Hilfe der Versuch einer Wiederherstellung ermöglicht, zugleich auch abgelenkt und auf die Bedingungen dieser Wiederherstellung selbst zurückgelenkt wird: ihre Narrativität, aber auch das beharrliche Stummsein der Bilder, ihr Status als Dokument oder Spur, ihre ästhetischen und materiellen Qualitäten (Alterspuren, Farbigkeit, Unschärfe etc.). Vor allem im Bereich der historischen Wissenschaften ist danach zu fragen, ob es tatsächlich ausreicht, Bilder des Vergangenen als „historische Quelle“ zu betrachten. Welche Formen der Betrachtung und Vergegenwärtigung sind demgegenüber denkbar, die Bilder nicht nur im Hinblick auf ihre blosse Informativität bewerten, sondern gerade auch ein ästhetisch, affektiv oder durch Empathie vermitteltes Verständnis einbeziehen?

Konzept und Planung: Peter Geimer, Michael Hagner


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