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Online-Publikation: August 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Fabrica (Ed.) : Colors Notebook " Violence " . With an Essay by Rick Poynor, and an Interview with Stefan Sagmeister >>
2008, 191 p. 350 illus. in color., Softcover; ISBN: 978-3-7643-8865-2; 26,64 €
Birkhäuser Verlag AG, Basel 2008; www.birkhauser.ch;  http://www.springer.com;  www.fabrica.it

Inhalt
„Ein Magazin über den Rest der Welt" [A magazine about the rest of the world] – so lautet die berühmte Unterzeile der Zeitschrift „Colors". Mit ihrer jüngsten Aktion füllen die Fabrica-Kreativen ihr Motto mit neuem Leben: Man verteilte rund 20.000 leere Hefte im Format des Colors Magazins über diverse Wege in Kooperation mit „Reporters sans Frontières" an internationale Grafiker, Illustratoren, Künstler, Fotografen, Filmemacher und natürlich an Studenten aller kreativen Berufe. Aber man hat beim Notebook Projekt nicht nur professionelle Kreative im Blick, sondern ganz generell Personen aller sozialen Klassen und Alter, aus den verschiedensten ethnischen, religiösen und politischen Gemeinschaften der ganzen Welt. Mit aktuell mehr als 3500 voll gezeichneten, collagierten und reich illustrierten Notebooks, die Fabrica erreichten, kann man Zwischenbilanz ziehen. Dies geschieht nun mit einer kleinen Buchreihe, die das Beste aus den eingereichten Arbeiten selektiert, es monothematisch gruppiert und professionell kommentiert. Ein attraktives Angebot an Grafiker und Illustratoren, die ohnehin wieder vermehrt traditionelle grafische Darstellungsmittel verwenden, sich von der Vielfalt der Stile anregen zu lassen. Denn: „Kaum ein Designer ist heute nicht von vernacular culture, von Grafitti, amateurhaften Zeichnungen und charmant missbrauchter Typografie begeistert." (Gerrit Terstiege, Chefredakteur form)

Im Band Violence manifestiert sich auf erschreckende Weise, wie übermächtig dieses Thema die heutige Welt beherrscht. Gewalt, die von Menschen auf Menschen ausgeübt wird, sei es in der privaten Sphäre der Beziehungen, sei es durch erzwungene unwürdige Lebensbedingungen, sei es in der offenen Brutalität von Krieg oder Bürgerkrieg. Die ausgewählten künstlerischen Dokumente sind Ausdruck davon, sind Bilder und Zeichen der Darstellung oder Anklage. Indem sie dies auf kreative, die Betroffenheit des Betrachters engagiert suchende Weise tun, sprechen sie implizit aber unmissverständlich von der Würde ihrer Schöpfer und von den Verletzungen, die sie erlitten haben.

About the editor
E: Fabrica is an internationally oriented, culturally creative workshop (founded by Oliviero Toscani on behalf of Benetton) near Treviso, Italy.
F: Fabrica est un atelier de recherche sur la communication créé par Oliviero Toscani sous l’égide de Benetton, près de Trévise, en Italie. Depuis l’époque de Tibor Kalman, le magazine Colors est une revue culte dans le monde du design.

Geschrieben für: Lehrende und Studierende der Geisteswissenschaft, Kulturwissenschaftler, Kunstgeschichtler, Philosophen, Medientheoretiker, Gesellschaftstheoretiker und die Themenbereiche: Alltagskultur, Gesellschaftstheorie, Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Medientheorie und Philosophie, Bildproduktion, Sehvermögen, Visualisierung. Grafik- künstler und -designer.
Written for: Graphic artists, PR, graphic design students and teachers, people interested in everyday culture. Keywords: Everyday Culture.

Fazit
Das Fabrica Notebook Projekt von Oliviero Toscani hat neben den international arrivierten Kreativ-Promis gleichermassen die im Schatten Gestaltenden in aller Welt im Blick. Die AutorInnen setzen sich aus verschiedensten sozialen Klassen und Altersgruppen, aus vielfältigen ethnischen, religiösen und politischen Gemeinschaften der ganzen Welt in " Violence " zusammen. Auffällig ist dabei die Ars povera - Tendenz, aber nur im ersten Moment der Betrachtung überraschend, denn wer sich dazu entschliesst ein zugesandte 50-Seiten Leer-Buch zu füllen, in dem Menschen brennt etwas unter der Haut, muss raus, wenn die Frage (des Verlegers von Fabrica) kommt: " Drückt in eurem Colors Notbook aus wie ihr euch fühlt und wer ihr seid".
Die Zeichnungen, Fotos, Kollagen und Briefe und Texte zeugen von professioneller Gekonntheit, trotz des Bildungsnotstandes in der Welt sich unkonventionell darzustellen (gerade das erstaunt und erfreut durch die Frische der Artikulation - teilweise an mexikanische Hochkultur-Bilderzählungen erinnernd mehr jedoch im Stil der Ars povera > Anasswa Ham, Uganda) insgesamt zeigen sie Agression, Erniedrigung, Folter und Tod (Suicid - Mord) und Krieg - Der Luzifer-Effekt ist allgegenwärtig - Das Böse ist situativ und menschtypisch allgegenwärtig > www.spektrum.de : Philip G. Zimbardo: Der Luzifer-Effekt. w.p.
 


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