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W+B Agentur-Presseaussendung Mai 2006
Buchbesprechung
<<Alexander Kluge: Fontane – Kleist – Deutschland – Büchner>>
Zur Grammatik der Zeit
2004. Rotes Leinen. Fadengeheftet. EUR 12.90 [D] . 23.50 sFR / 13.30 EUR [A] . Bandnummer 125. ISBN 3-8031-1224-9
SALTO http://www.wagenbach.de

Wie weit hinter uns liegende Ereignisse und Entscheidungen längst vergangener Personen unsere Entscheidungen gerade dort bestimmen, wo wir meinen, ganz privat zu handeln.

Diese vier Texte von Alexander Kluge handeln von Gefühlen, nicht den großen, vaterländischen Gefühlen, sondern unseren persönlichen, unmittelbaren, die sich dann in der Zukunft als politisch erweisen. Oder auch nicht.
Dazwischen liegen von Kluge meisterhaft erzählte Geschichten aus Deutschland, von Schriftstellern und ihren Figuren. Von Kohlhaas, dessen Energie nach außen, von Lenz, dessen Energie nach innen geht. Vom deutschen Traum, mit 1989 beginne ein »augustäisches Zeitalter der Abrüstung«. Von der »Radikalisierung aller Zeitverhältnisse«.
Ein Buch voller Geschichten, aus denen sich am Ende Geschichte zusammensetzt. Und ein Einblick in den Kern des Werks von Kluge – von der ersten Beschreibung von Fontanes emotionaler Zeitverschiebung, die später in das Hauptwerk Chronik der Gefühle eingeht, bis zur förmlichen Nachbearbeitung dieser Chronik im Text über Büchner.

Zum Autor: Alexander Kluge, geboren 1932 in Halberstadt. Studium der Rechtswissenschaften, Geschichte und Kirchenmusik in Marburg; Promotion zum Dr.jur. Lehrte in der Abteilung für Filmgestaltung der Hochschule für Gestaltung in Ulm. Zahlreiche Filme. Lebt als Schriftsteller und Regisseur in München. Unter seinen zahlreichen Publikationen finden sich Lebensläufe (1962), Geschichte und Eigensinn (mit Oskar Negt, 1981) und Chronik der Gefühle (2000).

Fazit: "Bündnisse über die Zeiten "(über den eigenen Tod hinaus) meint Alexander Kluge, wenn er Fontane – Kleist – Deutschland – Büchner u.a. Heiner Müller abschliessend als einen Überzeit-Gefährten sieht - und hier beginnt seine Utopie - wenn er von Mehrheit und Glauben spricht und auf Verwirklichung abzielt. Nein - diese Intellektualität kann nur beratend bleiben und ist der Mehrheit fremd: Vision ja Utopien nein, diese werden immer wieder zu Schlachthäusern für Tausenden ja Millionen von Weltbürgern...jene aber,die in unserem Herzen geborgen bleibt und als Poesie, als bildende Kunst und Musik heraustritt wird zum Vermächtnis und so Mehrheit bilden ..nicht mehr aber wenige.


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