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Online-Publikation: Oktober 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Orhan Pamuk: Das Museum der Unschuld . Vollständige Lesung . Sprecher: Ulrich Noethen>>
Übersetzer: Gerhard Meier
Regie: Anna Hartwich
Produktion: Norddeutscher Rundfunk Orhan Pamuk
Format: Vollständige Lesung
Genre: Literatur
15 CDs, 1260 Min., 978-3-86717-328-5; 49,95 €, 82,– SFR
Der Hörverlag - München, 2008; http://www.hoerverlag.de

Inhalt
Als Kemal begreift, wie sehr er Füsun liebt, ist es bereits zu spät: Sie hat einen anderen Mann geheiratet. Kemal besucht sie jahrelang unter fadenscheinigen Vorwänden, versucht, sie zurückzugewinnen, und macht sich doch nur lächerlich. Bei seinen Besuchen entwendet er kleine, wertlose Gegenstände, um sich daraus sein ganz persönliches Museum einer unerfüllten Liebe zu erschaffen. Ulrich Noethen begibt sich als warmherziger und feinfühliger Führer mit uns auf einen Rundgang durch dieses Museum der Unschuld, und lässt aus den Geschichten der Erinnerungsstücke einen ganzen Kosmos der Liebe entstehen. „Ulrich Noethen trifft genau den richtigen Ton für die Wanderungen durch Orhan Pamuks Leben.“ WDR (zu „Istanbul“)

Autor
Orhan Pamuk, 1952 in Istanbul geboren, wollte ursprünglich Maler werden, studierte aber Architektur und Journalismus an der Universität Istanbul. Er lebte mehrere Jahre in New York und gilt als einer der begabtesten und erfolgreichsten Prosaschriftsteller der jüngeren Generation in der Türkei. 1995 erschien sein Roman „Das schwarze Buch“, 1998 „Das neue Leben“, 2001 „Rot ist mein Name“ und 2005 „Schnee“. Für seine Romane erhielt er 1990 den INDEPENDENT FOREIGN FICTION AWARD und 1991 den PRIX DE LA DÉCOUVERTE EUROPÉENNE. 2005 wurde er mit dem FRIEDENSPREIS DES DEUTSCHEN BUCHHANDELS und dem RICARDA-HUCH-PREIS ausgezeichnet. Den Höhepunkt seiner Karriere als Schriftsteller erreichte Orhan Pamuk, indem ihm 2006 die Schwedische Akademie den NOBELPREIS FÜR LITERATUR verlieh. 2008 erschienen im Hörverlag „Das Museum der Unschuld“ und „Istanbul“. Orhan Pamuk lebt in Istanbul.
Orhan Pamuks Istanbul ist erfüllt von einer zauberhaften Melancholie des
Niedergangs. Hier ist er aufgewachsen im Kreise seiner Großfamilie; hier ist
noch heute sein Zuhause. Aus persönlichen Erinnerungen zeichnet der Nobelpreisträger
ein faszinierendes Portrait der Metropole am … mehr

Fazit
Der begnadete Istanbul -Kenner und - fetischliebende Poet Orhan Pamuk hat in seinem Fetischroman "Das Museum der Unschuld" verdichtet durch den überaus einfühlsamen Sprecher Ulrich Noethen in einer vollständigen Lesung auf 15 CDs ein Mikro-Universum von einer urbanen Lebens-Art geschaffen, die voll von Introversion strotzt -zwischen Verzicht und Voyeurismus   - so tritt uns Westeuropäern unmittelbar in leisen Ton-Abstufungen und -Abschabungen der "Versiegelte Mensch" , wie wir ihn im Regelwerk des Islams vorfinden, entgegen, dem "Mantel" von Nikolai Gogol ähnelnd, da russisch-orthodox geprägt, aber nicht weniger erschütternd.
Wir bemerken durch diesen verschmitzten Blickwinkel von Pamuk bei ehrlicher Betrachtung und beim Kehren in unserer Tür der aktuellen Un-/Kultur den eigenen "Unternommenen Menschen*" wie ihn Tatjana Freytag wissenschaftssprachlich treffend charakterisiert. Dieser Sprach-Schmelztiegel kocht für eine Welt, die sich einer Human-Schmelze mit all ihren Tücken und Versperrtheiten zu einer neuen, vielleicht offeneren Mixtur zusammen zu brauen scheint. Schlechthin gut so. w.p. 08-10
*) http://archiv.kultur-punkt.ch/akademie4/diskurs/velbrueck-08-8freytag-unternommenermensch.htm


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