Onlinejournal    Kultur . >        < Suchen  > > >   Finden  >

 

masken10-11fragmentierung-gradation

<< Walter Prankl: "Diskurs zur ästhetischen Gestaltung aktueller gesellschaftlicher wie individueller Fragmentierung / Zergliederung mithilfe der Gradation zu C-Print - Reihe 'Masken'. " >>
Vertiefender Hinweis: << I maginärer Diskurs auf der Mathildenhöhe zu Masken 10-11, Protagonisten: R. Beil, E. Papek, J.-L. Nancy, J. Becq, P.-Y. Le Pogam, Ch. Shimizu, L. Lipps, E. Papet, Le Normand-Romain, mit W. Prankl >>

0
Masken-Themengliederung der Bildserien (C-Prints, A3/A2 auf Bütten) - Bildbeispiele:

m-agitprop m-deformativ m-erotisch

m-expressiv m-geometrisch m-indigen

m-informel m-magisch m-maskerons

m-parodisch m-realistisch m-schreckend

m-technoid m-theatralisch m-monochrom

1 Fragmentierung
a) als Prozess der Globalisierung und der individuellen Isolation
weist auf die tayloristische Organisation der Produktion hin, in der verschiedene Stufen der Produktion zwischen den verschiedenen Lieferanten, die in verschiedenen Ländern ansässig sind und außerhalb der Region, in der Fragmentierung geschieht, aufgeteilt werden. Diese Art der Fragmentierung ist ein wichtiger Bestandteil der modernen Globalisierung.
b) Die Fragmentierung bezieht sich auf das Fehlen oder die Unterentwicklung der Verbindungen zwischen der Gesellschaft und der Gruppen und Einzelnen der Gesellschaft nach dem Vorbild einer gemeinsamen Kultur, Nationalität, Rasse, Sprache, Beruf, Religion, Einkommen oder andere gemeinsame Interessen.
c) In der Kunst/Gradation zeigt sich daher die Fragmentierung in der Verwendung von Fragmenten und der "Teilung der Kunst Ideen ( in Geste, Motiv, Thema ....) in Segmenten….

2 Zur Gradation / Gradierung
Gradierung meint eine mimetische / "Mimikry" des Menschen, als eine ästhetische Strategie in der Evolution " Im Kampf ums geistig/transzendente Überleben und/oder in eiem ständigen Diskurs "für eine ästhetische Existenz auf Augenhöhe".
Der menschliche Körper und die Dingwelt um ihn dienen in <<Gradation >> als Ausgangspunkt für den anatomischen wie sozio-ästhetischen Ausdruck sowie die Parzellierung / Stückelung (Taylorismus *), die abstufende Positionierung des Figurativen, dessen allmählichen Aus-/Verfall * - hin zur fern-figurativen Verfremdung (von Farbe, Kontur, Struktur)“ des menschlichen Körpers und seiner Beziehungselemente. Die Gradation-Serie orientiert sich restfigurativ an: "Hinten, Vorne, Hände, Interaktion, Beine, Rümpfe, Varias und Umfeld". Im erweiternden Sinn stellen diese Rest-Formen in ihrer rest-narrativen Umgebung* und den kulturgeschichtlichen Hintergründen/ Artefakten (Venus von Lespugue, Wilhersdorf ... Torso des Herakles ... Venus von Milo ... den aktuellen Model/len ...) eine unsichtbare Aura ** dar. Die Serie erzählt von den pathologischen Symptomen der Burn-Out-, Multi-Tasking-Gesellschaft…

3 Zum Autor Walter Pranklund seinem künstlerischen Anliegen
Die computer-generierten / gradativen* Torsi/Masken-Bilder von Walter Prankl erlauben dem Betrachter einen virtuellen Spaziergang von Bildräumen, abgeleitet von den Manipulationen der digitalen Fotografie. Prankl präsentiert eine poetische Welt der bunten Erfindung, eine komplexe räumliche Erzählung.
Prankl arbeitete mit dem Computer als Werkzeug und formgebendes künstlerisches Ausdrucksmittel. Er kombiniert eine Vielzahl von traditionellen Medien mit Computer-Techniken, um eine tiefe Besorgnis über die aktuelle Lage der Menschen, ihr Gefangensein, ja Vernichtung des Subjekt* in Real-Time-Prozessen, fern von Philosophie und Kunst. Prankl teilt sein Interesse mit an der menschlichen Denkkraft und dem Zusammenspiel von externen Bildern in virtuellen und körperlichen Welt sowie den inneren Bildern in den Torsi/Masken. Prankl legt eine Untersuchung bloss, nimmt die Nacktheit+Maskierung als Basis in seiner Kunst. Die Torsi/Masken weisen auf die Vergänglichkeit und Veränderung Betroffener Einzelner, sinnbildhaft auf„Körper als StaatsRESTteile“ die den Ein-/Ausdruck surrealer Effekte und assoziativen Denkens vermitteln.
Walter Prankl (geboren 1935) versteht sich als ein "architektonischer Denker". Seine Experimente mit digital bearbeiteten Animationen kombinieren Grafiken, Skulpturen, Architektur, und dank Marga durch Fotografie mit computer-gradativer* Bildgestaltung. Mit der Verwandlung von Realität zur Transzendenz einhergehend. Er reduziert Formen, mit allem seine figurativen Bildern absichtlich, verwischt die Hierarchie unter den Menschen, Tieren, Pflanzen und Ikonen-Objekte. Mit assoziativen, oft zyklischen Bild-Strömen erfüllt, dreht sich seine Arbeit vor allem um Probleme individueller und kollektiver Erinnerung, und was es bedeutet zu erkennen, zu speichern und festzuhalten visuelles Wissen in Zeit und Bildraum zu koordinieren. m.p. 10-4/8/12
Vertiefender Hinweis:
-Burn Out /Vernichtung des Subjekt*:
http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/-/id=6575690/property=download/nid=660374/2pb9ay/swr2-wissen-20100808.pdf 
http://archiv.kultur-punkt.ch/akademie4/kooperation-swr2/swr2-engartne-neoliberalismusbahn08-7.htm

4
Zur C-Print - Reihe 'Masken'
a)
Einführung und Überblick
<< Imaginärer Diskurs auf der Mathildenhöhe zu Masken 10-11, Protagonisten: R. Beil, E. Papek, J.-L. Nancy, J. Becq, P.-Y. Le Pogam, Ch. Shimizu, L. Lipps, E. Papet, Le Normand-Romain, mit W. Prankl >>
http://archiv.kultur-punkt.ch/akademie4/masken10-11diskurs-mathildenhoehe.htm
b)
Bildbeispiele ( Die gesamte C-Print - Reihe 'Masken' wird laufend ergänzt und in einer DVD zusammengeführt, erhältlich sein)

*
Quellen, stichwortartig mit Haikus beleuchtet:
1
Bohm Fragmentierung und Ganzheit
Seit rund 200 Jahren
Aufspaltung von Kunst und Wissenschaft, Technologie und Arbeit
Anstoss zu interdisziplinären Themenbereichen
Resultat: Die Zahl der Fragmente nahm und nimmt zu
-Trennung in verschieden Völker und Gruppierung (rel., pol., öko., rass., …)
- Mensch in Schubfächern (Begierden, Ziele, Pläne, Verpflichtungen, seelische Eigenschaften)
- Mensch als Inhalt ( über normal hinaus fragmentiert einstufend: neurotisch, paranoid, schizoid, psychotisch…)
- Absetzung von seiner Umwelt: negativ und zerstörerisch, Selbstweltbild fragmentier, verleitet zu Handlungen, dass es sich selbst
und die Welt fragmentiert damit alles seiner Denkweise zu entsprechen erscheint…
- Suche nach Ganzheit (seelisch, körperlich, gesellschaftlich, individuell…)
- Denken und Realität: theorie – theater – thea = anschaun, Schau, horein= sehen
- Denken und Wahrnehmung: genaues und verworrenes, implizit oder explizites Denken
- Erfahrung und Wissen = Ein Prozess mit zwei Seiten
Weil die Realität ganz ist, erhält der Mensch auf sein fragmentiertes Vorgehen notwendig eine fragmentierte Antwort.
Was nottut:
Aufmerksamkeit gegenüber seinem gewohnheitsmässigen Denken, sich dessen bewusst zu sein und es dadurch zu beenden.
In Richtung:
An-Sicht, Anschauungsweise:
- nicht ein wahres Abbild der Realität wie sie ist
- nicht in einem einzigen Blick, bloss implizit
- nicht bei Demokrit „Alles Seiende in einem leeren Raum, in einer einzigen Menge durchwaltet von Grundbestandteilen (Atomen)
- Atomtheorie ist die Hauptstütze einer fragmentierten Einstellung zur Realität:
Verborgene Parameter „z.B. Serignan Sprudelbaderleben einer schockierende Schönheit (christian):
Die Erotik ist die Sehnsucht des Menschen nach Unsterblichkeit gleichwohl ein heiliges Erschrecken vor der Unerreichbarkeit /
Unendlichkeit, die dabei bewusst wird.“ wp.10-9
haiku nach konfuzius, walter:
nur die fülle führt
zur klarheit gleichwohl im ab-
grund wohnt die wahrheit
Symmetrien sind entscheidende Elemente der „Planer“ nach dem die Natur geschaffen ist
Zentrale Ordnung = Seele . Die Frage Gott ist eine nicht-wissenschaftliche „Tun“ Frage und Antwort zu helfen und tüchtig zu sein..

**
2
SWR2 Wissen Aula -Hans-Joachim Lenger: Völlig ausgebrannt . Die erschöpfte Gesellschaft
Sendung: Sonntag, 21. November 2010, 8.30 Uhr, SWR 2
http://archiv.kultur-punkt.ch/akademie4/kooperation-swr2/swr2-lenger-erschöpftegesellschaft10-11.htm

"Auflösungserscheinungen, Zergliederung "

Auszug
Das Leiden, die katastrophischen Zusammenbrüche und Implosionen, von denen
Kultur und Gesellschaft heimgesucht werden, könnten immerhin auch ein
Kommendes anzeigen. Im Innern der Überakkumulation, die erdrückt, und der Leere
des „Subjekts“, das um seine Selbstverwirklichungen kreist, könnten sich, wie in
einem Vexierbild, auch Elemente einer anderen, einer kommenden Ordnung
abzeichnen. Zwar sind deren Konturen kaum erkennbar. Zumindest aber wäre sie
nicht mehr zentriert um eine Logik von Akkumulation und Selbstverwirklichung; und
keineswegs würde sie sich in den bekannten Oppositionen von Leben und Tod
einrichten.
Und tatsächlich – die Auflösungserscheinungen der Apparate und Instanzen, ihr
Verlust an Glaubwürdigkeit und Vertrauen zeugen ja nicht nur von einer
Erschöpfung. Inmitten dieser Erosionen löst sich zwar etwas auf, begibt sich jedoch
ebenso auf die Suche, wirft Fragen auf und experimentiert. Da zeichnet sich etwas
ab, was seine Sprache und seine Begriffe noch nicht gefunden hat, aber
hervorzubringen sich anschickt. Nicht mehr mitzumachen, den Selbstlauf der Dinge
zu unterbrechen, ihn mit überraschenden Öffnungen zu übersäen – das könnten
erste Formen sein, einer Logik der Erschöpfung zu entgehen. Es wären Formen, in
denen sich der „Sinn“ nicht mehr zwischen den großen, den vermeintlich
festgefügten Einheiten einerseits, der Leere eines vermeintlichen „Selbst“
andererseits herstellen soll. Viel eher ginge er aus einem „Eigensinn“ hervor, der sich
mit anderen zu teilen sucht. Nicht von ungefähr vermerken die Apparate und
Institutionen, was sich wie ein störendes Rauschen in ihren Planungen,
Entscheidungen und Maßnahmen bemerkbar macht. Bestimmte Investitionen
können nicht mehr garantiert, bestimmte Entscheidungen nicht mehr „zukunftssicher“
getroffen werden, sollte zunehmen, was aus zivilgesellschaftlichen
Zusammenhängen, aus Stadtvierteln oder Betrieben aufsteigt: Ebenso subtil wie
unbeherrschbar zeichnen sich hier andere Subjektivitäten, andere Subjektivierungen
ab, die der Tristesse zu entgehen suchen und eine andere Ökonomie der Kräfte
ankündigen könnten.

***


Um diesen Artikel zu drucken markieren Sie ihn bitte mit gedrückter Maustaste und kopieren ihn in Ihr
Textverarbeitungsprogramm z.B. Word. !

Copyright © 1999 - 2014[kultur-punkt.ch]. Alle Rechte vorbehalten.

.