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. Mit Blick auf die Welt
nähern wir uns schritt um schritt
dem UrBildhaften



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kultur-punkt
wünscht allen Freunden und Interessierten zum Jahreswechsel alles Gesunderhaltende, Gute und Schöne


Haiku nach "Du sollst dir kein Gottesbildnis machen": Gerhard Adler

Man kann die Kulturgeschichte unter dem Aspekt der Spannung lesen, die zwischen Bilderfreunden und Bilderfeinden bestanden hat und besteht. Judentum, Islam und Calvinismus bekennen sich noch immer zum Ikonoklasmus: Reformierte Kirchen sind kahl, Moscheen und Synagogen enthalten nur ornamentalen Schmuck, Tora und Koran sind bilderlos. Orthodoxie und Katholizismus dagegen feiern das Heilige in einer Fülle von Bildern, sie verehren in ihnen das Urbild, das auf den Bildern zur Darstellung kommt: Christus, seine Mutter, die Engel und Heiligen. Doch wie rechtfertigen sie dies vor dem Verbot des Dekalogs, der doch eindeutig zu sein scheint, wenn es da heißt: "Du sollst dir kein Gottesbildnis machen, das irgend etwas darstellt am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde" (Dtn 5, 8)? Das Bilderverbot hat eine verworrene Geschichte, die vom Zweiten Gebot bis in unsere Tage reicht, und es bleibt ein Unterscheidungsmerkmal im clash of civilizations. Das Radioessay versucht eine Schneise durch dieses religiös-ideologische Dickicht zu schlagen. Nicht ein akademisches Randthema steht zur Debatte, es geht um nichts Geringeres als um die Gottesfrage selbst.
Montag, 12. Dezember 2005 um 21.03 Uhr; SWR2 RadioART


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