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W+B Agentur-Presseaussendung Januar 2008
Buchbesprechung
<< Küchenhoff, Joachim: Die Achtung vor dem Anderen - Psychoanalyse und Kulturwissenschaften im Dialog >>
426 S. 23 cm 725g. Gebunden, ISBN 3-934730-86-8, ISBN 978-3-934730-86-1; KNV-Titelnr.: 12875997, 29.80 EUR
Velbrück Wissenschaft 2005; www.velbrueck.de

Inhalt
Wie weit Psychoanalyse ernst zu nehmen ist, das ist hier die Frage. Achtung und Einfluss sind merklich gesunken, auf Grund ihres "veralteten" Menschenbildes. Zugleich aber ist sie "modern" wo es um Vernetzung mit anderen Wissenszweigen geht.
Hier setzt dieses Buch an. Küchenhoff erkundet Netzwerke zwischen Psychoanalyse und den Kulturwissenschaften, untersucht den Wert, den sie für andere Wissenschaften haben kann, lotet den Erkenntnisgewinn aus, mit der Philosophie, den Gesellschafts- und den Kulturwissenschaften.

Autor
Küchenhoff, Joachim
Prof. Dr. med. Joachim Küchenhoff ist Arzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalytiker,
Leitender Arzt für Psychotherapie und Psychohygiene an der Psychiatrischen Universitätsklinik Basel und ist Professor für
Psychiatrie an der Universität Basel.

Fazit
Joachim Küchenhoff zeigt in grossartiger  Weise im vorliegenden Buch auf - mit einer umfassenden und tiefgründigen Analyse und Synthese - wie es um "Die Achtung vor dem Anderen" steht.
Dabei werden Grenzgänge zwischen Psychoanalyse und Philosophie beschrieben und Strukturenkonzepte angedacht.
Anschliessend geht es ihm um den Menschen, seinen Leib: ein vertiefender Grenzgang zwischen Psychoanalyse, Medizin und Gesellschaftswissenschaft wird praktisch dargestellt " Ich sehe was Du nicht siehst" wo es um Gesicht, Identität im Blick des/der Anderen / der Öffentlichkeit, geht. In seiner weiteren Untersuchung beschäftigt sich Küchenhoff mit der Interpretationswissenschaft, das meint die Selbstinterpretation, Beziehung und Deutung in der Psychoanalyse: Vorschein eines Neubeginns /Intertextualität, Destruktion, Hoffnung und Voyeurismus bis hin zu ästhetischer Form, Selbstfürsorge und Identität.
Schliesslich geht es Küchenhoff um den stationären Begriff von Trauma, Konflikt, Repräsentation bis zum Suicid (Suche nach Beziehung oder Zerstörung, Festhalten am Leiden, Sucht und das alte Leid um 1900 und heute wieder ? Die Hysterie heute...differenzierte Neurosen/ Störungen treten zutage: bei dissoziativen/zerfallenden, konversiven/verdrehenden oder histrionischen/schauspielernden Persönlichkeiten ). Und da spricht Küchenhoff über die Schwierigkeiten bei der Suche nach geeigneten Desillusionierungs-Methoden: " Die Selbstüberschätzung des Therapeuten oder dessen Team können ernsthafte Hindernisse in der Behandlung darstellen". Und weiter berichtet er über das brandaktuelle Verhältnis von "Narzismus und Destruktivität", über die Unterscheidung des Lebens- und Todes-Narzissmus ist sowohl klinisch wie kulturgesellschaftlich
als ein Bruchstelle zu sehen, ganz im Sinne der "Reichhaltigkeit des Freudschen Textes" , womit wir vollends zustimmen.


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