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Online-Publikation: Oktober 2010 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Herausgegeben von Elisabeth List und Harald Stelzer : Grenzen der Autonomie >>
264 Seiten, broschiert, ISBN 3-938808-83-7; ISBN 978-3-938808-83-2; EUR (D) 29,90,- / sFr 49.90.-
Eine Lizenzausgabe dieses Titels finden Sie in digitaler Form als PDF-Datei im Verlag «Humanities Online»
( www.humanities-online.de )  zum Preis von EUR (D) 14,-
Velbrück Wissenschaft, D-53919 Weilerswist-Metternich; www.velbrueck-wissenschaft.de ;  

Inhalt
Die Frage nach den Grenzen von Autonomie zielt nicht auf die Problematisierung des Rechts auf Freiheit, das zu den elementaren menschlichen Grundrechten gehört. Vielmehr geht es in diesem Band um die Bedingungen der Realisierung von Autonomie, den Kontext ihrer Umsetzung. Der Fokus liegt hierbei vor allem auf jenen unvermeidlich gesetzten Bedingungen, die sich einerseits aus der Körpergebundenheit des Menschen ergeben sowie andererseits aus dem sozialen Kontext allen Handelns. Es geht also nicht darum, unumstößliche Grenzen der Reichweite von Autonomie ausfindig zu machen, sondern ihre Voraussetzungen und Möglichkeitsbedingungen zu klären, insbesondere für die Situation von Behinderten.
Die in diesem Band vorgelegten Untersuchungen eröffnen Perspektiven zur Revision gängiger Lehrbuchversionen des Begriffs Autonomie und leisten damit einen Beitrag zur Verteidigung von Autonomie und dem Recht auf Freiheit – auch angesichts ihrer realen Grenzen.

Fazit, vorangestellt
Das Herausgeberteam Elisabeth List und Harald Stelzer, zusammen mit ihrem AutorInnenteam, zeigen in ihrem Diskursbuch die "Grenzen der Autonomie" darüber hinaus sehr wohl auch deutlich und überzeugend die Inhalte der Autonomie auf. Dabei werden die Sichtweisen von Marc Aurel bis Kant und dem heutigen Alltag in ihrem Wirkzusammenhang gut sichtbar: Thomas Zoglauer definiert eindringlich und präzise die freiwillige und erzwungene "Selbstversklavung" anhand von Talibanfrauen oder von Sektenmitgliedern; Herta Nagl-Docekal wendet sich der bipolaren Begrifflichkeit Autonomie und Glück sowie Gott/Transzendenz und Unsterblichkeit zu, bedauert dass " fast niemand etwas davon wissen will; Elisabeth List sieht die Autonomie als Kriterium des Personseins aus moralisch-philosophischer Sicht am Beispiel der Behinderten deshalb fragwürdig, da die Rechte der Schwachen aktuell noch immer unklar begründet sind - daher gilt die Idee allgemeiner Menschenrechte umsomehr; Sigrid Graumann vertieft die Behindertenthematik und kürt folgerichtig den Begriff "Assistierte Freiheit", nicht Wohltätigkeit und Fürsorge zählen, sondern klare Rechtsansprüche auf "assistierte" Selbstbestimmung und Teilhabe im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention; schliesslich widmet sich Ursula Naue dem "Self care" ohne Selbst und versucht Autonomie , Entscheidungsfreiheit und Unabhängigkeit neu zu fragen - das heisst " Konzepte des Selbst zu diskutieren und das der Anderen zu hinterfragen, weder zu entfremden noch zu verdrängen. Allem ist zuzustimmen, die Grenzproblematik Autonomie des Einzelnen, insbesondere des Schwachen, bleibt realiter offen, daher ist dieses Diskursbuch bitter notwendig und brandaktuell. m+w.p10-10


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