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Online-Publikation: August 2008 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Robert B. Laughlin: Das Verbrechen der Vernunft - Betrug an der Wissensgesellschaft >>
Aus dem Englischen von Michael Bischoff
edition unseld 2
159 Seiten, Broschur; (ISBN 978-3-518-26002-9) Euro ca. 10,00 [D] / Euro ca. 10,30 [A] / sFr ca. 18.00
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2008; http://www.suhrkamp.de;  

Inhalt
Wir leben in einer Wissensgesellschaft, die freien Zugang zu Informationen ermöglicht. Doch ist längst eine paradoxe Situation entstanden: Wissen ist gefährlich. Die Möglichkeiten, Wissen zu erwerben, können zu erheblichen Konflikten führen. »Was darf ich wissen?« Diese Frage könnte in unserem Informationszeitalter zu einer Schlüsselfrage werden. Wer Wissen erwirbt, noch dazu technisches Wissen, kann schnell an den Rand der Legalität geraten. Je mehr Technologien vermögen, desto weniger wird das Wissen über diese Technologien frei verfügbar. Wir müssen uns daher mehr und mehr mit dem bizarren Konzept des »Verbrechens der Vernunft« auseinandersetzen, damit, daß frei erworbene Erkenntnisse aus wirtschaftlichen, politischen oder militärischen Gründen als illegal erklärt werden. So gehört es zu den Absurditäten des Patentrechts, daß Konzerne in großem Umfang neue und auch zu erwartende Entwicklungen schützen lassen und damit andere Erfindungen blockieren; ein Geistesblitz kann dann schnell eine Verletzung des Patentrechts bedeuten. Ob es um Atomphysik geht, um Gentechnik oder Computerprogramme – der Physiknobelpreisträger Robert B. Laughlin enthüllt in seinem Essay die Mechanismen der Geheimhaltung von Wissen und zeigt anhand von vielen Beispielen, daß bald ein neues Dunkles Zeitalter beginnen könnte, dessen Kennzeichen nicht Information und Wissen sind, sondern Desinformation und Ignoranz.

Autor
Robert B. Laughlin, geboren 1950, Professor für Physik an der Stanford University, Nobelpreis für Physik 1998 (zusammen mit Horst Störmer und Daniel C. Tsui für die »Entdeckung einer neuen Art von Quantenflüssigkeit«). Von 2004 bis 2006 war Laughlin Präsident der Technischen Universität KAIST in Südkorea. Er hält regelmäßig Vorträge an international renommierten Universitäten auf der ganzen Welt. Ausgezeichnet wurde er auch mit dem Ernest O. Lawrence Award for Physics, der Benjamin Franklin Medal, dem Oliver E. Buckley Prize und der Onsager Medal.
Robert B. Laughlin ist Eröffnungsredner der unseld lectures am Forum Scientiarum im Mai 2008.

Fazit
Der Physiknobelpreisträger Robert B. Laughlin beschäftigt sich in seiner Streitschrift "Das Verbrechen der Vernunft" mit dem Betrug an der Wissensgesellschaft in zehn Kapiteln. In diesen werden die Wissens-Begriffe Naivität, deren Gefährlichkeit, Kryptografie, Glückspiel, Patentwesen, Nukleartechnologie, Lebensfakten, Klonkriege, Spam und schliesslich das "getrübte Utopia" behandelt, so schliesst Laughlin parodisch-verbittert und enttäuscht mit folgenden Worten, deren Quintessenz wir uns anschliessen: "Wie kann jemand (Der Mensch der Doxa, PA4, prankl)" der bei Verstand ist, irgend wo anders leben wollen? Wie bedeutungslos und dekadet diese blaue Kugel doch geworden ist".


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