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Online-Publikation: Oktober 2011 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Otfried Höffe: Macht Tugend schön? Über Lebenskunst und Moral . Jackob Burckhardt - Gespräche 25 auf Castelen >>
38 Seiten. Broschiert. ISBN 978-3-7965-2746-3; sFr. 14.- / € (D) 10.- / € (A) 10.50
Schwabe Verlag, Basel; www.schwabe.ch;  Christoph Merian Stiftung, www.merianverlag.ch;

Inhalt
«Die schöne Seele begnügt sich weder mit einer nur ästhetischen Schönheit noch mit bloßer Moral. Sie bedeutet eine Ganzheit und umfassende Wertschätzung, eine umfassende und zugleich in sich ruhende Humanität.» Otfried Höffe
Macht Tugend schön? – Schon diese Frage wirkt irritierend, weil wir die Schönheit eines Menschen mit seiner körperlichen Schönheit verbinden, die aber kaum mit der Moral zusammenhängt. Dieses verkürzte Verständnis herrschte freilich nicht immer vor: Noch in Schillers «schöner Seele» begegnet uns das aus der Antike stammende Verständnis der Schönheit als jener vollkommenen Einheit des Menschen, in der sich ästhetische Schönheit und Moral mit dem eigenen Glück verbinden. Weil sich jedoch das eigene Glück und die Moral zu widersprechen scheinen, entsteht eine Schwierigkeit: Muss, wer glücklich sein will, der Moral zuwiderhandeln, und muss, wer die Moral anerkennt, sein eigenes Lebensglück aufs Spiel setzen? Der Frage, die sich auch im alltäglichen Leben immer wieder stellt, geht Otfried Höffe in dem Büchlein «Macht Tugend schön? Über Lebenskunst und Moral» nach.

Der Autor
Otfried Höffe, geb. 1943, studierte Philosophie, Theologie, Geschichte und Soziologie in Münster, Tübingen, Saarbrücken und München, wo er 1970 zum Dr. phil. promovierte. Seit 1992 ist er Lehrstuhlinhaber für Philosophie am Philosophischen Seminar der Universität Tübingen, Mitglied ihrer Juristischen Fakultät und seit 1994 Gründer sowie Leiter der Forschungsstelle Politische Philosophie. Darüber hinaus ist er ständiger Gastprofessor für Rechtsphilosophie der Universität Sankt Gallen, überdies Mitglied deutscher und ausländischer wissenschaftlicher Akademien..

Fazit
«Die schöne Seele begnügt sich weder mit einer nur ästhetischen Schönheit noch mit bloßer Moral. Sie bedeutet eine Ganzheit und umfassende Wertschätzung, eine umfassende und zugleich in sich ruhende Humanität.» Genau das vermittelt mit grossem Impetus die Schrift von Otfried Höffe" Macht Tugend schön? Über Lebenskunst und Moral im Jackob Burckhardt - Gespräch 25 auf Castelen " von Otfried Höffe. Er stellt fest, dass heute das Verständnis als "vollkommene Einheit" des Menschen verloren gegangen sei - Schiller, Rousseau und Wieland sind sozusagen die letzten Zeitzeugen auf dieser Zeitreise. Höffe thematisiert diese Lebenskunst in I Besonnenheit./ Eudaimonie, frägt - ist Autonomie kontra Eudaimonie und warum moralisch? Schliesslich kommt Höffe zu Kant und dessen These dazu, für diesen " wäre die schöne Seele ein Ideal / Vollkommenheit, sofern sie in einem Individuum / nur im stoischen Weisen und nicht in einer realen Person / nur als personalisiertes Ideal, existiert". Diese visionäre Utopie zur tugendhaften Schönheit wäre aber ein mögliches Gegenmuster zur Lebenskunst, gerade heute, das schimmert optimistisch leuchtend aus den verständisinnigen Ausführungen von Höffe hervor. m+w.p11-10


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