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>> Zwei (diabolo’s*) Haiku’s an dr. faustus - ratzinger , 2013-2 <<

 1

<< ich bin allhier erst
     kurze zeit
entwelte* mich
     statt zu verwelten

2

<< ich bin allhier erst
     kurze zeit
im hin und her**
    
ihr zu entgehen >>

          ©  w.p.13-2

**) http://de.wikipedia.org/wiki/Teufel

Der Teufel (von griechisch Διάβολος, Diábolos,  ‘; lateinisch diabolus),
wörtlich ‚der Durcheinanderwerfer‘ im Sinne von ‚Verwirrer‘, ‚Faktenverdreher‘, ‚Verleumder ,wird in verschiedenen Religionen als eigenständiges, übernatürliches Wesen angesehen.

Er spielt in der christlichen und der islamischen Theologie
eine besondere Rolle als Personifizierung des Bösen.

Führende Kirchenlehrer,
Päpste und Reformatoren charakterisieren den Teufel auch als real existierende Person mit dem Namen Satan (heb. שָׂטָן, Satan ‚Ankläger‘, Arab.: شيطان, Šayān). Der hebräische Begriff Satan hat jedoch eine entscheidend andere Bedeutung als im biblischen Christentum.

Im Buddhismus
nimmt Mara[1] oder auch Devadatta die Stelle eines „teuflischen“ Dämonenwesens ein.

Die Figur
des Teufel hat ihren mythologischen Ursprung in der Figur des Trickster.

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*) Entweltlichung (Gegensatz zu Verweltlichung)
Ein Grundmotiv von Dr. Ratzinger's Erkenntnisansatz, lebensbegleitend
http://www.amazon.de/product-reviews/3770547217

Auf der Suche nach dem Wesen der Dinge, 5. Februar 2009

von Ammonius Sinnsucher Don Quijote als gelebte Metapher (Broschiert)

Er gehört zu den berühmtesten Romanen der Weltliteratur - und dennoch wissen wir bis heute nicht recht, was Miguel de Cervantes (1547-1616) mit seinem "Don Quijote" eigentlich aussagen will. Ist es eine bloße Satire auf den rückwärtsgewandten, weltfremden Ritter, der im Jahr 1600 immer noch nicht weiß, was die Stunde geschlagen hat? Oder umgekehrt ein tragikomisches Plädoyer für die Rückkehr ins selige Mittelalter, das keine industrielle Landwirtschaft und keinen Rechtspositivismus kannte, dafür aber Minnedienst und Ritterabenteuer?

Bernhard H. F. Taureck - nicht nur ein großer Philosophierender, sondern zugleich sprachgewandter und leidenschaftlicher Kenner der großen europäischen Literatur - meint: weder das eine, noch das andere. "Don Quijote als gelebte Metapher" beschreibt die Geschichte des melancholischen "Junkers mit dem betrübten Gesicht", aus dem erst Ludwig Tiecks Übersetzung den lächerlichen Mann "von der traurigen Gestalt" machte, als Hypersatire auf die Entweltung der neuzeitlichen Welt: Der Idealist Quijote behauptet einen universellen "Harmonieanspruch" des Menschen an Welt und Gesellschaft - politisch, sozial und intellektuell -, freilich auf kindisch-naive, deshalb aber nicht zugleich ridiküle Weise: Sein Kampf gegen Windmühlen, die für ihn Riesen sind, seine wütende Opposition gegen vermeintliche böse Zauberer sind nicht absurd, nicht Ausdruck von Wahn; sondern der einzig mögliche unverfängliche Ausspruch seines Idealismus, der sonst, würde er "ernsthaft" ausgesprochen, in eben die brutale und selbstverleugnende Militanz seiner Epoche abglitte, gegen die er anrennt.

Leicht wird nämlich übersehen, was Taureck umso mehr hervorhebt: die "durchgängige Abwesenheit von Macht, Machtanspruch und Machtdurchsetzung", die Cervantes etwa von Dante, Shakespeare und Schiller überraschend abhebt (interessant wäre ein Vergleich mit dem, ebenfalls erstaunlich unblutigen, Goethe gewesen...). "Don Quijote" (erschienen 1605, zeitlich also zwischen Spaniens humanitär und ökonomisch desaströsem Kolonialabenteuer und der Katastrophe des Dreißigjährigen Krieges) kennt kein Blutvergießen, keine Folter, keinen politischen Zwang. Wo er doch auftaucht, hebelt ihn Quijotes Weltfremdheit, mit der er sich gegenüber der herrschenden Gewalt maskiert, prompt aus - scheinbar komisch-clownesk, in Wahrheit tragisch-ironisch. Der "caballero andante" mag sich über die äußere Gestalt der Phänomene, die ihm begegnen, täuschen; über ihr Wesen, welches Verzerrung, Entfremdung, Gewalt ist, irrt er sich nicht.

Zuletzt löst Immanuel Kant in einem fiktiven Gespräch mit Quijote das Geheimnis von dessen nur scheinbarer Realitätsverweigerung auf: "Ihr wollt alle Bedingungen dafür schaffen, damit endlich in der Wahrnehmung das Wesen von etwas sichtbar wird." Auf drei primären Dimensionen - moralisch, metaphysisch und erkenntnistheoretisch - entschlüsselt Taureck dieses philosophische Potenzial des Romans: Gewaltverzicht statt Expansion, Freiheit des Individuums (und ausdrücklich auch der Frau!) statt Hörigkeit gegenüber Dogmen und Institutionen, Wesenserkenntnis statt bloßem Oberflächenbewusstsein. Charmant und gekonnt (und auf erfreulich wenigen Seiten) hat der Autor ein langes Desiderat geistesgeschichtlicher Forschung mit seinem "Don Quijote" endlich erfüllt. Chapeau!

 

 


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