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Online-Publikation: Mai 2013 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Peter Engelmann : Dekonstruktion . Jacques Derridas semiotische Wende der Philosophie >>
Reihe Passagen forum: 248 Seiten, 235 x 140 mm; kartoniert, ISBN 9783851659573; 21,50 EUR
Passagen Kunst Verlag = 25 Jahre*, Wien; www.passagen.at

Inhalt
Peter Engelmanns Buch erklärt Dekonstruktion als Philosophie, zeigt ihre Anknüpfungspunkte in der Philosophie und ihre antitotalitäre politische Motivation, die für ihr Verständnis wichtig ist.
Dekonstruktion, der philosophische Ansatz Jacques Derridas, ist die weltweit erfolgreichste und zugleich unbekannteste philosophische Innovation seit Heideggers Fundamentalontologie. In unzähligen Verästelungen hat sich Dekonstruktion in den verschiedensten künstlerischen und literarischen Praktiken etabliert, ohne dass damit eine klare Vorstellung über diesen Begriff und diese philosophische Strategie verbunden wäre. Die antitotalitäre politische Motivation der Dekonstruktion, die für ihr Verständnis wichtig ist, blieb fast völlig ausgeblendet. Tatsächlich macht es Dekonstruktion schwer, sie in einer nüchternen Wissenschaftssprache zu beschreiben, weil sie jede letzte begriffliche Festlegung systematisch verweigert. Diese Eigenschaft ist nicht nur der Kern der philosophischen Intervention Derridas, sondern auch die notwendige Bedingung einer antitotalitären politischen Haltung, die nicht selbst wieder totalitär erstarrt. Engelmann zeigt, dass es mit Saussures Semiotik eine nüchterne Wissenschaftssprache gibt, mit der Derrida Dekonstruktion entwickelt hat und mit der man Dekonstruktion begreifen kann, ohne mit der beschreibenden Sprache ihre Eigenheiten und Erkenntnismöglichkeiten zugleich wieder zu verdecken. Das Buch stellt Dekonstruktion in den größeren Rahmen historischer und zeitgenössischer differenzphilosophischer Ansätze und macht sie so im Kontext philosophischer Diskursivität verständlich.

Tags / Nachschlagworte zu diesem Titel
Ferdinand de Saussure
(* 26. November 1857 in Genf; † 22. Februar 1913 in Vufflens-le-Château bei Morges) war ein Schweizer Sprachwissenschaftler. Er hat insbesondere den Strukturalismus und die Semiotik (die Lehre von den Zeichen) nachhaltig geprägt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_de_Saussuren
Martin Heidegger
(* 26. September 1889 in Meßkirch; † 26. Mai 1976 in Freiburg im Breisgau) war ein deutscher Philosoph. Er stand in der Tradition der Phänomenologie (vor allem Edmund Husserls), der Lebensphilosophie (besonders Wilhelm Diltheys) sowie der Existenzdeutung Søren Kierkegaards, die er in einer neuen Ontologie überwinden wollte. Die wichtigsten Ziele Heideggers waren die Kritik der abendländischen Philosophie und die denkerische Grundlage für ein neues Weltverständnis.
http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_HeideggerAutor

Autor
Peter Engelmann ist Philosoph, Herausgeber der französischen Philosophen der Postmoderne und der Dekonstruktion und Verleger des Passagen Verlages
Weitere Titel von Peter Engelmann
http://www.passagen.at/cms/index.php?id=80&autor=927&L=0  

Fazit
Der umtriebige Philosoph und Herausgeber der philosophisch gemünzten Postmoderne und Dekonstruktion Peter Engelmann befasst sich tiefgreifend in seinem Diskursbuch "Dekonstruktion"(1) im besonderen mit Jacques Derridas (und auf der Basis von Ferdinand de Saussure) semiotischer Wende der Philosophie (2). Dabei kommt der Metaphysikkritik eine wesentliche Bedeutung zu. Im Kern geht es ihm um die Bestimmung des Seins "als Präsenz (eidos, arche, telos, energeia, ousia) in allen Bedeutungen dieses Wortes" ist, wie Essenz, Existenz, Substanz und Subjekt. sowie um (aletheia) Transzendentalität, Bewusstsein, Gott, Mensch ... . All dieses zu fragen ist Engelmann erkenntnisfrisch durchaus gelungen. m+w.p13-5

1 Der Begriff Dekonstruktion wird von Derrida u. a. unter Rückgriff auf eine Analyse der Natur von Zeichen entwickelt. 
   http://de.wikipedia.org/wiki/Dekonstruktion
2 http://archiv.kultur-punkt.ch/akademie4/


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