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Diskurs: Nietzsches Rückkehr von Sade bis Schmidt-Grépály, Sloterdijk, Brock ...

Lieber Walter,

danke für deine einbeziehung meiner Position in deine aufschlussreichen diskurse.
Ja, natürlich finde ich mich in diesen Meta-Überlegungen zu Nietzsche wieder.
Ich glaube allerdings, dass die Aufklärung, deren Ur-Urenkel wir in jedem Fall sind, selbst auch immer "Mythos" produziert, wie ja Adorno/Horkheimer schon vor langer Zeit etwa am Beispiel de Sade gezeigt haben (>Dialektik der Aufklärung).
Diese Dialektik der Aufklärung führt Nietzsche radikal weiter, indem er einerseits einem strengen Wahrheitsethos folgt und gerade deshalb zum dionysischen Übermenschen als Künstler kommt, der selbstverständlich genauso apollinisch ist und andererseits die para-mythische Ewige Wiederkehr als quasi letzte Wahrheit proklamiert, die aber selbst nichts anderes ist als die Tragödie als symbolisches Welterklärungs- und -verklärungsfest" (>Sloterdijk).
Die "Verschleierung" würde ich als seine Apologie des Scheins deuten, ohne allerdings den Kontext zu kennen (was ich nachholen werde).

Liebe Grüße
auch an Marga
und bis bald
Heribert


Gesendet: Donnerstag, 27. Februar 2014 um 14:55 Uhr
Von: Kultur-Punkt <prankl@kultur-punkt.ch>
An: Kultur-Punkt <prankl@kultur-punkt.ch>
Cc: PA-heribert <heribert_heere@web.de>
Betreff: Lieber Heribert: Rezensionsdiskurs : ¬ steidl14-2nietzsches-rueckkehr
Lieber Heribert,
habe da geradr rezensiert und dabei ist mir aufgefallen, wie nahe Dein philophisch-künstlerisches Wesen in diesem Diskurs dem Nietzschianischen nahe kommt, besonders im Gespräch::

' Geht es um die Frage: Nietzsche: Aufklärer oder radikaler Gegenaufklärer? Ich muss sagen, er war ein Aufklärer, nämlich ein Aufklärer von Aufklärung ... indem diese selbst in der Härte der Realität verschleiernd war..'
Renate Reschke. Im biografisch wirkenden Gespräch mit Schmidt-Grépály schliesslich, DDR-sozialisiert und marxistisch geschult, folgert sie heute:

' in der Härte (füge hinzu > und in deinem künstlerisch-kollagie-geprägtem sich heterogen überlappenden Weichbild) der Realität verschleiernd war (und ist)'

Wie siehst Du dich in diesem Kontext ?
Rezensionstext
Es sind geistig gewichtige Persönlichkeiten, die sich zu einem 'Nietzsche Hearing' im Diskursbuch " Zur Rückkehr des Autors" Nietzsche zusammengefunden haben, dank dem Herausgeber Rüdiger Schmidt-Grépály und Johannes Korngiebel, Peter Sloterdijk, Bazon Brock und Renate Reschke. Im biografisch wirkenden Gespräch mit Schmidt-Grépály schliesslich, DDR-sozialisiert und marxistisch geschult, folgert sie heute: ' Geht es um die Frage: Nietzsche: Aufklärer oder radikaler Gegenaufklärer? Ich muss sagen, er war ein Aufklärer, nämlich ein Aufklärer von Aufklärung ... indem diese selbst in der Härte der Realität verschleiernd war..' . Nietzsche zerstört Werte und versucht neue zu schaffen .. ( Korngiebel); Nietzsches Portrait des Kunstgotts Apollon* als internes Andere von Dionysos* ist so nur ein scheinbarer apollinischer Widerspruch / Selbstwiderstand... ein Trick der Dialektik ', die Tragödie als symbolisches Weltverklärungsfest' .. (Sloterdijk) und auf die Frage von Schmidt-Grépály an Brock : 'Ist denn für Sie das gesamte Werk fragmentarisch**?' antwortet dieser: '..Ja, es ist eine sprechende Ruine... denn es gibt keine Systematik und man kann nicht mehr mit Hegel, Kant, Leibnitz systematisch Philosophie treiben.' Schliesslich lädt das rote Leseband Interessierte ein, zum Verweil zurückzukehren, um einer Denkpause nachzukommen. Hervorragend geführter Diskurs. m+w.p14-2
*) www.kultur-punkt.ch/akademie4/
**) www.kultur-punkt.ch/galerie/fragmentierung-torsi13-1.htm

 


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