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 Online-Publikation: Januar 2011 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Baecker, Dirk: Wozu Kultur? >>
240 Seiten, 12 x 19 cm, broschiert; ISBN: 978-3-931659-31-8; 12.80 €
Kulturverlag Kadmos, Berlin; www.kv-kadmos.com;

Inhalt
Der Kulturbegriff, als Streit-, Streß- oder Wie-auch-immer-Kultur in aller Munde, ist das Objekt, das der Niklas-Luhmann-Schüler und Star der Systemtheorie, Dirk Baecker, in immer neuen Ansätzen umkreist. Es geht, so Baecker, darum, "den Blick für eine Gegenwart zu schärfen, die wir aus den Augen verloren haben, weil wir in der Vergangenheit jene Absicherung und in der Zukunft jene Möglichkeiten suchen, die uns die Gegenwart vorenthält".

Autor
Dirk Baecker
Geboren 1955, Studium der Soziologie und Nationalökonomie in Köln und Paris, Promotion und Habilitation im Fach Soziologie an der Universität Bielefeld, Studienaufenthalte an der Stanford University, Johns Hopkins University, London School of Economics and Political Sciences, Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft, seit 1996 zunächst Reinhard-Mohn-Professor für Unternehmensführung, Wirtschaftsethik und sozialen Wandel, dann Professor für Soziologie an der Universität Witten/Herdecke

Fazit
Dirk Baecker fragt in seinem Diskursbuch "Wozu Kultur?" und strebt einen Verständigungsmodus an, der als unbestimmte Codierung von Kommunikation / Wissensunterschiede in Sozialisierung, Ausbildung, Konfession Wohlfahrt gilt. Das klingt nicht nur unverständlich, ist es auch, trägt Züge elfenbeinener Mauerreste, die dem Ruinenbesucher den Zugang erschweren, besonders wenn es um die babylonisch agierende Weltgesellschaft geht. Richtig stellt Baecker dagegen in seinem Luhmann-Zitat zur Weltgesellschaft fest: "Wenn der Einfluss von Politik und Recht auf die Gesellschaft abnimmt, verlieren damit diejenigen Funktionssysteme an Bedeutung, die .. vorschreiben, welche Verhaltensweisen und Erwartungen sinnvoll sind ... und ... auch im Enttäuschungsfalle diese moralisch immunisieren." Um schliesslich lernfähiger werden zu können ? Das bleibt bei Baecker zu recht unbestimmt. Auch anerkennt er einen möglichen Kulturbegriff als Kulturleistung als ein Kontinuum der Brüche. Dabei findet er so einen unbestimmten Kulturbegriff, der eine problematische Distanz zu diesem zugleich ausübt. Diese Ambivalenz in der Kultur, besonders als Medium, hält er dennoch für so attraktiv, dass er sich für sie forciert entscheidet. Warum nicht alles in Schwebe halten, wie es der Ameisenbär mit seiner langen Zunge vermag, bevor er einholt und alle Ameisen verschlingt. m+w.p11-1


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