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Online-Publikation: Juli 2012 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Lisa Randall: Die Vermessung des Universums ( und das Higgs Teilchen ) . Aus dem Amerikanischen von Jürgen Schröder >>
496 Seiten, gebunden; Hardcover; ISBN: 978-3-10-062806-0; € (D) 24,99 | € (A) 25,70 | SFR 35,50 . E-Book: ISBN: 978-3-10-402025-9; € (D) 21,99
Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt a.M., www.fischerverlage.de

Inhalt
In keiner anderen Naturwissenschaft kündigen sich so umwälzende und aufregende Erkenntnisse für Mensch und Kosmos an wie in der Physik. Das große Ziel ist es, so kleine Dinge wie Atome und so große wie Galaxien einheitlich zu erklären. Doch wie soll das gelingen?
In ihrem neuen Buch berichtet Besteller-Autorin Lisa Randall spannend und anschaulich aus den Laboren und Denkfabriken ihrer Kollegen: Welchen Fragen gehen Physiker nach? Welche Rolle spielen so gigantische Apparate wie der Teilchenbeschleuniger im CERN? Was hat es mit der Suche nach dem Higgs-Boson auf sich? Wie hängt angewandte mit theoretischer Physik zusammen? Lisa Randall zeichnet das Bild der gegenwärtigen Physik in all ihren Facetten und lässt ganz konkret werden, wie die moderne Grundlagenforschung funktioniert. Ein unterhaltsamer, lehrreicher Einblick in die faszinierende Welt der Physik und gleichzeitig ein Lob der kreativen Fähigkeiten des menschlichen Geistes und der Wissenschaft.

Autorin
Lisa Randall ist führende theoretische Physikerin und Expertin für Teilchenphysik, Stringtheorie und Kosmologie. Sie arbeitet an einem der zwei konkurrierenden Modelle der Stringtheorie und versucht, damit das Gefüge der Realität zu erklären. Sie war die erste Frau im Physikdepartment von Princeton und die erste theoretische Physikerin am MIT sowie in Harvard. Ihre Arbeiten finden enorme Beachtung und zählen zu den am meisten zitierten wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

Fazit
In sechs Teilen werden die anvisierten Grenzen des Universums und ihrer Teile - aussen wie innen - im Makro- und Mikroraum - von der Naturwissenschaft-Expertin Lisa Randall in ihrem Diskursbuch " Die Vermessung des Universums" rundum beleuchtet. Ihr geht es vor allem um die Ver-/Messung der Wirklichkeit, Materie und Wahrscheinlichkeit mit Mess-Maschinen, vor allem mit dem Large Hadron Collidor / LHC. Dieser Teilchenbeschleuniger umfasst einen 26,6 Kilometer langen kreisförmigen Tunnel zwischen dem Jura-Gebirge (F / CH) und dem Genfer See. Dabei werden zwei Strahlen - beide bestehen aus Milliarden Protonen-Klasse>Hadronen mit einer Umlauf-Beschleunigung von elftausend Mal pro Sekunde.
Zusammengefasst denkt Randall über Kreativität und vielfältige Gedankenelemente in diesem naturwissenschaftlichen Feld nach, das mittelbar symbiotisch mit unserem Technik-Alltag, zusammenhängt, z.B mit der Positronen-Emissions-Tomographie / PET-Scans in der Medizin und der Navigation mit den GPS-Geräten in unseren Autos...
Bemerkenswert ist ihr Diskurs zur "Schönheit in der Naturwissenschaft". Ästhetische Kriterien ähneln in den Anwendungen der Kunst- und den Wissenschafts-Modellen am Beispiel der Symmetrien. Einfachheit ist dabei ein weiteres subjektives Kriterium in theoretischen Physik-Modellen, seit Platon*. Modelle sind - laut Randall - ein Mittel, um von dem, was wir wissen, zu extrapolieren, um Vorschläge für umfassendere Theorien mit grösserer Erklärungskraft hervorzubringen.
Was ihren aktuellen Diskurs auf der Suche nach "Higgs" angeht, einem Mechanismus eines mutmasslichen Schlüsselelement -Teilchens im LHC, angeblich das "Gott-Teilchen". Hier beginnt das Spekulative mit ihr und den Physikern im Genfer LHC zu galoppieren, hoffentlich nicht davon. Insgesamt ist es ein überaus anregendes philosophisches Diskursbuch zur Modell-Thematik zwischen Kunst und Physik. m+w.p12-7

*) Platon Akademie 4 / www.kultur-punkt.ch/akademie4/
 


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