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Online-Publikation: Januar 2009 im Internet-Journal <<kultur-punkt.ch>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Klaus Taschwer / Benedikt Föger: Konrad Lorenz. Biographie >>
352 Seiten, ISBN 978-3-423-34527-9, Euro 12,90 [D] 13,30 [A], sFr 22,60
Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2008; www.dtv.de

Inhalt
Konrad Lorenz - Der Gänseflüsterer
(1903-1989) begründete die vergleichende Verhaltensforschung und erhielt 1973 den Nobelpreis. Seiner Begeisterung für den Nationalsozialismus folgte 1938 der Beitritt zur NSDAP. In den Achtzigerjahren engagierte sich der Wertkonservative in der Umweltschutz- und Anti-Atomkraft-Bewegung und wurde so zum »nationalen Gewissen« Österreichs.
Taschwer und Föger entdeckten die verloren geglaubte, fragmentarische Autobiografie Lorenz'. Dieses geheimnisumwitterte Dokument sowie über 50.000 Briefe und weitere Archivfunde ermöglichten den Autoren, eine ausgewogene Biografie dieser bis heute polarisierenden Persönlichkeit zu verfassen. Klaus Taschwer und Benedikt Föger sind Wissenschaftsjournalisten in Wien.

Autorenteam
Klaus Taschwer, 1967 in Judenburg geboren, studierte Soziologie und Politikwissenschaft. Er ist Mitherausgeber des Wissenschaftsmagazins heureka und Ko-Leiter eines Universitätslehrgangs für Wissenschaftskommunikation. Als freier Journalist und Wissenschaftsforscher lebt er in Wien.

Benedikt Föger, 1970 in Ried im Innkreis geboren, studierte Zoologie mit Schwerpunkt Verhaltensforschung. Er lebt als freier Wissenschaftsjournalist und Autor in Wien.

Fazit
Klaus Taschwer und Benedikt Föger ist eine Bravour-Biografie zu "Konrad Lorenz" gelungen, da sie auf ihre Entdeckung von 50.000 Briefe und autobiografischen Anmerkungen Zugriff hatten. Ausgewogenheit , sowohl in der wissenschaftlichen wie politischen Sichtweise zu Lorenz prägen den Textteil durchgehend. Die frühe Nähe zu hervorragenden Naturwissenschaftlern soll hier kurz eingeblendet werden, um die Folgewirkung in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts zu ermessen: Kulturbiologe Umweltforscher Jakob Baron von Uexküll, Physiker Max Planck und Biologe Max Hartmann interessierten sich für die Instinktuntersuchungen (später Ethologie, Instinktive Verhaltenslehre genannt) von Konrad Lorenz. So hielt Lorenz in Berlin seinen Vortrag "Zur Kritik und Begriffsbildung des Instinktes" 1936. Das war sein wissenschaftlicher Durchbruch, dank Hartmann, der die Ausführungen als Erstzugang in ein "Feld der induktiven Naturforschung" bezeugte.
Der österreichische Nazi Lorenz aus Begeisterung (und die meisten anderen, die in der Masse anonym bleiben dürfen) hat sich in seiner zweiten Lebensreifezeit zum "guten Menschen von Altenberg" mit "ökologischem Gewissen" gewandelt, ohne Speichelleckerei, wie so manche andere in diesem Zeitraum. Ich sehe zurückblickend - in der Billrothstrasse in Wien - kurz nach dem Krieg, meine erste Begegnung mit Lorenz in der Vitrine mit seinem Buch "So kam der Mensch auf den Hund" und er kam nicht unter die Hunde, wohl heulte er mit, weniger als mehr andere, im Wind der Zeit - wer nicht? Nur Gegenwind - kann tödlich sein, ist Instinktsperre. w.p.09-1


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