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 PA4-13-8gutleben-schueffel-prankl

<< Diskurs zwischen Dr. Schüffel (S) + Walter und Marga Prankl (P) Sichtweisenvergleich auf der Basis: SWR2 Wissen: Aula Professor Wilhelm Schmid: „Wie umgehen mit der Endlichkeit? Philosophieren heißt Sterben lernen.“>>

S:
ICH, in meinem individuellen LEIB, werde sterben.
In einer empedokleischen Weise werden die Elemente mich in ihrem Kreislauf mitführen, tragen.
In sokratischer Weise hoffe ich, erinnert zu werden, beinhaltet zu werden.
In platonisch-symposionsartiger Weise mögen Bilder meiner individuellen Leibhaftigkeit aufleuchten.
In aristotelisch be-Stimmter Weise entscheidet der Strom, was er wie, wann und wohin trägt und wer teilhat.
Zur Diskussion „Rudolf Steiner und die Waldorfschule“ vom 04/08/13: Wie bereiten die Schulen auf diesen vierteiligen Prozeß, also auf einen „process in progress“ vor? Es ginge nicht mehr um das Sterben lernen sondern um das Leben – Lernen.
Grüsse WSCH Marburg, 03/08/2013

P:
Das individualisierte Ich
als Ganzes (Seele, Geist, Soziales, Körper) erlischt, wird zum
Molekularen, dem „Erinnerungskörper“ in den Freunden, Andern,
der nach und nach ebenso sich auflöst, zugunsten des
Ganzen /Unum/* im energetischen Gleichgewicht zwischen
Chaos und Symmetrie
Nach dem Tod : Geist-Seele vergeht und wird freie Energie für Anderes
Annahme eines morphogenetisch-auratischen Mitteilungs-Stromes,
der nach dem Tod langsam schwächer wirkt, bis er sich neuem zuwendet,
“ent-individualisiert“ - den digitalen Speichern und Netzen ähnelnd
„Wir sind / ich bin Dienende/r der Weltenergie* “ m+w.p

Frage an S:
Sie weisen gezielt auf einen philosophisch-abendländischen Vierer-Bestand hin , wenn Sie von Empedokles, Sokrates, Platon und Aristoteles sprechen.
S: Ja
P: Besonders Empedokles hat es Ihnen angetan.
S: Ja, er ist Vorbild für meine Welt. Er löst sich als Erster in der griechischen Antike von der Götterwelt. .. Er nennt vier Elemente (Luft, Wasser, Erde Feuer*)
P: Die Chinesen setzen noch das Holz hinzu...
S: So , nun in diesem Kreislauf beginnt das Feuer, bezieht Erde, Luft und Wasser in die Wandlung mit ein. So ist es nicht von ungefähr, dass er sich als Quintessenz in den Ätna stürzt..
P: Ein bewusster Entschluss, kein pathologisch orientierter Suizid also, sonder ein philosophischer Entscheid, wie es auch Egon Friedell (1), ein Wiener Intellektueller tat. Er sprang mit klarem Kopf - bevor die Gestapo eintraf - aus seinem Fenster auf die Strasse, während er noch einen Passanten vorher warnte.
S: Zurück zu Empedokles. " Es gibt mich und die vier Elemente sowie die zwei Leidenschaften Liebe und Kampf...
P: Dabei fällt mir auf, dass auch die japanische Militär-Philosophie das Harakiri und die chinesische Kriegskunst dies kennt, wenn doch Empedokles in der vierten Generation die Militärtugenden überzeugend darlegt, wie Sie sagten.
S: Ja so ist es, und er erprobt und entwickelt immer wieder seine Behauptungen ...
P: ich nenne ihn ungern, mir fällt Popper dazu ein.
S: Mir gefällt er auch nicht.
P: So scheint mir aber Empedokles ein Evolutionär zu sein, gleich Darwin, da in Agrigent um 400 vor der Zeitwende
S: Ein grossartiger Vergleich, Oxford, hat dasselbe 2005 festgestellt. Hinzu das Beispiel: Sumpfprojekt Wolken-Sumpf-Trockenlegung ...
P: Nun noch zur Vorsorge in Richtung Leben > Tod
S: Ja die Wurzeln. Das Wieso und Wie: Es gibt zwei Kreisläufe im Leben. Der erste, pränatale Kreislauf (feste und flüssige Nahrung, Bewegung und ATMUNG, alles in einer Hauthülle, vollends abgeschllossen ...)
P: Ein innerer Kreislauf also ...
S: Oder wie es Harvey, 18.Jhdt.als eine respiratorische Phase nannte. Ja, und der zweite, perinatale Kreislauf beginnt Austritt aus der Höhle (Gleichnis Platon, P) mit dem Eintreten, der Geburt, in den Lebensraum, inner Minuten..
P: Oder nicht, dann tritt der Kindstod ein ...
S+P: Stimme zu .. eine Schock für die Beteiligten und Liebenden, lebensbegleitend
P: Und die Barmherzigen, deren Liebe im Selbst und zur Welt gleichermassen ausgewogen erscheint
S: Sie fragten mich nun nach dem Übergang zum Ableben, dem Wandel
P: Und dem Nachhinein?
Platon spricht im Staat:
330d: Gedanken an den Tod im Alter
Kephalos:“ Merke wohl Sokrates, wenn man sich seinem Tod nahe glaubt, dann überkommen einen Furcht und Bedenken über Dinge, um die man sich früher nicht sorgte, die Mythen vom Hades – wer hier Unrecht getan, der müsse dort büssen .. und Pindar*) sagt „ wer gerecht und ehrfürchtig sein Leben lebt
*) Dem wärmt das Herz
Und folgt durchs Leben
Des Alters Freundin
Die liebe Hoffnung
Die aller Menschen
Vielwandelbare Gedanken lenkt“.
P:
Hommage an Pindar – ein Haiku:
wer hier vor jenseits
Gerecht und mit ehrfurcht lebt
Liebt freundin wandlung
w.p 13-8

S: Interessant...
P: und daselbst auf 614e: lässt er Sokrates von den Erlebnissen nach dem Tod (Nahtoderfahrung eines Kriegsbeteiligten, der 10 Tage vom Tod auferstanden ist) sagen dass sich ; die Seele entfernt, danach treten und 2 Richter entscheiden über das Vorgehen, ob sie in die einen oder anderen Schlucht kommen. Mir ist dabei aufgefallen, dass es Platon mit Sokrates zusammen um Gerechtigkeit, ,, die Chinesen sprechen von Harmonie, sowohl im Lebensraum (vor allem den äusseren), wie in der Lebenswelt (vor allem die innere). Die durchzieht sehr prominent den ganzen "Staat"
S: Dazu kann ich nur sagen " Ich gehe meinen Weg mit den nunmehr abendländisch-philosophischen Weg.."
P: Stimme zu, denn diese *Vierer-Bande* gefällt mir sehr, auch auf meiner "molekularen Reise" und ich danke Ihnen für das aufschlussreiche, offene Gespräch, bis zum nächsten mal, herzlichen Dank .
DISKURSPAUSE
S: Es ist wunderbar, in welcher Schnelligkeit und zugleich Detailtreue Sie unser Gespräch nachgezeichnet haben.
Ich habe es zunächst überflogen.
Nur eine Korrektur
habe ich derzeit anzubringen: Harvey hat nicht von „respiratorischer Phase“ gesprochen. Das tue ich.
Vielmehr sage ich, daß die respiratorische Phase weder in der Medizin noch in der Psychologie bzw. in den verbreiteten Hauptströmungen der Psychotherapie in ihrer entwicklungsgeschichtlichen Bedeutung erkannt ist. Ausführlicher gehe ich hierauf in einem Buch ein, das demnächst von L. Janus zur Pränatalpsychosomatik im Psychosozial Verlag in Gießen erscheinen wird.
Als Ergänzung:
Wichtig erscheint mir Ihr Gedanke, daß beim Entfalten des Zweiten Kreislaufes eine feine Abstimmung von Linken und Rechten Herzen für die Gesundheit des nun anstehenden Lebens von ausschlaggebender Bedeutung ist. Soweit ich weiß, gibt es hierzu so gut wie keine Untersuchungen wissenschaftlicher Art.
Als zweite Ergänzung:
Empedokles wird in unseren Konzepten sträflich vernachlässigt. So habe ich den Historiker Winkler in Berlin zu seinem „Weg Deutschlands in den Westen“ gefragt, wieso in diesem Monumentalwerk zum Abendland Empedokles total ausgespart wird. Die Antwort: Er wüßte nicht, wieso er aufgeführt werden sollte. Außer bei Hyperion tauche er nirgends auf. Hinweis; Die Quelle heißt „Oxford Companion to Philosophy“, 2005:242.
Beste Grüße für heute
Ihr Wolfram Schüffel
***

***
Nachtrag 1
P: Lieber Herr Schüffel, rückblickend auf unser Gespräch ist es mir ein Anliegen, die duale Strategie Empedokles zu vertiefen, von der Sie ausgingen..
Ich betrachte den Begriff 'Liebe' als Kooperationsbereitschaft / Barmherzigkeit (mit den Unterlegenen) im 'Kampf' zum Überleben sowie als Einüben zum Überleben und zum Tod als Voraussetzung mit Fitsein zur Auslese, so (leben)) oder so (sterben) .. stimmen Sie mir zu ?

---------
*) "Entstehung der Arten" Darwin
Darwin verstand Kooperation nicht als Gegensatz zur natürlichen Auslese, sondern als ihr Resultat
Das darwinistische Programm findet seine moderne Fortsetzung in der Soziobiologie, die tierisches wie menschliches Verhalten evolutionsbiologisch zu erklären versucht. Darin lebt Darwins Idee auf, neben körperlichen Merkmalen auch Geistiges über die Mechanismen der biologischen Evolution zu erklären – und ihr damit die kulturelle unterzuordnen.
»Gerade in seiner Kultur zeigt sich des Menschen Natur«, erklärt der Gießener Biophilosoph Eckart Voland. »Sie mögen außergewöhnlich lernfähig sein, aber dass Menschen deshalb belehrbar wären, heißt das nicht. "
http://www.zeit.de/2009/02/N-Darwin-Biografie/seite-5
http://de.wikipedia.org/wiki/Evolutionstheorie

**)
kampf-kriegskunst
Sun Tsu : Die Kunst des Krieges (chinesisch Sūnzǐ bīngfǎ ‚Sun Zi über die Kriegskunst‘) von Sunzi gilt als frühestes Buch über Strategie und ist bis zum heutigen Tage eines der bedeutendsten Werke zu diesem Thema.
Noch heute ist es Lektüre für ostasiatische Manager und Militärstrategen auf der ganzen Welt. Das Buch beschreibt die Notwendigkeit des Einsatzes aller zur Verfügung stehenden Mittel und Flexibilität zur Erreichung des Zieles und wie dies zu erreichen ist. In 13 Kapitel und 68 Thesen gegliedert, geht es auf die unterschiedlichsten Aspekte der
Kriegsvorbereitung und Kriegsführung sowie deren Rahmenbedingungen ein.
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Kunst_des_Krieges_(Sunzi)
Sūnzǐ (chinesisch / Meister Sun‘, eigentlich: Sūn Wŭ; alternative Transkription: Sun Tsu, Sun Tzu, Sun Tse, Ssun-ds ´, * um 544 v. Chr. in Wu oder Qi; † um 496 v. Chr.) war ein chinesischer General, Militärstratege und Philosoph.
http://de.wikipedia.org/wiki/Sunzi

***)
Online-Publikation: August 2011 im Internet-Journal <<kultur-punkt>>
Ereignis-, Ausstellungs-, AV- und Buchbesprechung
<< Sun Tsu: Über die Kriegskunst . Wahrhaft siegt, wer nicht kämpft >>
Artikelnummer: 00062; 192 S., geb. SU, 12,5 x 20 cm; EAN: 978-3-86539-007-3; 7,95 €
marixverlag GmbH, D-65187 Wiesbaden; www.marixverlag.de 

Inhalt
Das früheste Buch über Strategie wurde vor mehr als 2500 Jahren auf Bambusstäbe geschrieben. Es stammt aus der Feder des Chinesen Sun Tsu, der sich als legendärer General im Dienste der Wu-Dynastie einen Namen machte. Seine strategischen Betrachtungen sind das faszinierende Zeugnis einer über Jahrtausende alten militärischen Erfahrung. Die pointierten Maximen über die richtige Kriegsführung, den überlegten Angriff und gekonnte taktische Manöver beeinflussten die asiatische Art der Kriegsführung bis in die jüngste Vergangenheit hinein, sind bei aller strategischer Meisterschaft in ihrem Fundament jedoch auf die Vermeidung von Kriegshandlungen und das friedliebende Miteinander angelegt.
Suns Tsus Aphorismen über die richtige Kriegsführung entspringen einer der ältesten Lehren der chinesischen Kultur: dem Daoismus. Dieser Lehre gemäß liegt jeglichem Sein ein alldurchdringendes ordnendes Prinzip zugrunde. Der Einzelne erkennt es, wenn er sich auf die innere kosmologische Gesetzmäßigkeit von Werden und Vergehen einlässt. Nur durch Nicht-Eingreifen in dieses Prinzip kann das Individuum seinem eigenen „Dao“ folgen. Insofern lesen sich die Aphorismen nicht als eine Kampfschrift, die zu blind-destruktivem Aktionismus aufruft. Sie haben vielmehr den Charakter eines Leitfadens, der es dem Einzelnen ermöglicht, im Einklang mit anderen seinen Platz in der Welt einzunehmen.

Autor
Sun Tsu
Nur wenig ist über das Leben des chinesischen Philosophen und Generals Sun Tsu bekannt, der zwischen ca. 534 v. Chr. und ca. 453 v. Chr. lebte. Einer Legende nach soll er als Sieger aus einer Schlacht im Reich Chu hervorgegangen sein, in der seine 30 000 Soldaten gegen eine zehnfache Übermacht siegten. Ungeachtet des Wahrheitsgehalts dieser Geschichte, ist die Wirkung, die seine Schrift Über die Kriegskunst bis heute auf den Leser ausübt, unbestritten.

Fazit
Rund 2500 Jahre ist es her,von da an wir die Philosophie Platons kennenlernten und mit ihm fügen wir auch Sun Tsu mit seinem Werk "Über die Kriegskunst" Von der er sagt "Wahrhaft siegt, wer nicht kämpft" vor Machiavelli's Buch "Der Fürst ", um 1513 von ihm verfasst, posthum (weiser Entscheid)1532 publiziert.und vor Carl Philipp Gottlieb von
Clausewitz, dessen Buch "Vom Kriege" 1832–1834, ( klugerweise hrsg. von Marie von Clausewitz).
Die Thesen von Sun Tsu beeinflussten die asiatischen Kriegsführungen und nicht nur diese bis ins 20. Jahrhundert. In dreizehn Kapiteln legt er seine Thesen behutsam und überlegen dar, zeigt allgemeine Strategien auf, den überlegten Angriff, Taktisches, aber mit Tatkraft, dazu mögliche Schwachpunkte und Stärken, Manöverkritik mit taktischen Anwendungen, den Marsch der Armee im Gelände*, mit neun Gegebenheiten, den entscheidenden Angriff "eingebettet"mit dem Einsatz von Spionen ()kommt uns alles sehr aktuell und bekannt vor).
* Gelände (Abhang/chang): verstreuendes, leichtes, umstrittenes, offenes, sich kreuzendes, gefährliches, schwieriges, eingeengtes und hoffnungsloses Gelände, wobei letzteres gemeint ist, "auf dem wir dem Untergang nur entgehen, wenn wir kämpfen, ohne zu zögern, ist hoffnungsloses gelände ! Da sollten sich die Führungskräfte Europas im geistigen Kampfgelände der Finanzweltlandschaft an die Nase fassen wo's lang geht, jedenfalls nicht mit kunktatorischem Verhalten**. DAS Diskursbuch zur Zeit und zum Geschick.
m+w.p11-8

** Der Begriff Cunctator bzw. Kunktator (in eingedeutschter Schreibung), von (lat.: cunctator „Zögerer“, „Zauderer“ zu cunctari „zögern“, „zaudern“)
Vertiefende Hinweise:
http://de.wikipedia.org/wiki/Niccol%C3%B2_Machiavelli 
http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_von_Clausewitz 
 


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