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Ein kleiner Beitrag zum Thema  „ sterben lernen „  und  „wie umgehen mit der Endlichkeit „

 

Aus buddhistischer Sicht muß es eher heißen  „ wie umgehen mit der Unendlichkeit „

 

Der Lebensstrom ist unabhängig von diesem menschlichen Körper, unendlich  -  vor dieser, unserer Erscheinungsform war Leben und nach dem Ablegen dieses Körpers ist weiter Leben.

Mit der buddhistischen Auffassung zu dem Thema befinden wir uns ungefähr in der Mitte der dargelegten Sichtweisen Degen/Prankl.

Die letzte und höchste Erfahrung  und Lehre des Buddha ist die des  „ Anatta „ , des Nichtselbst

Er spricht von einem sich stets wandelnden Lebensstrom,  bedingt durch das Wollen und dem Anhaften. – Das in den vergangen Leben selbst geschaffene Karma durch Denken und Handeln bestimmt die derzeitige Lebensphase. Es sind Energien, die das Leben ermöglichen bzw. bedingen. Sie haben den jetzigen Fleischkörper ( grobstofflich – molekular ) geschaffen und sind beim Verlassen des Körpers, als Geistkörper  ( feinstofflich – energetisch )  anwesend.

Die sogenannte Seele ist eine Ansammlung von Eigenschaften ( Tendenzen ), die sich stets durch Ansichten, Lebensformen, kulturelles Umfeld und durch Bedenken langsam, aber stetig ändern. Buddha sagt, es sei wie ein Wollfaden, in dem die einzelnen Fasern verhakt sind, sich halten. Aber es kommen neue Fasern hinzu und nach einer Weile  ( vielleicht mehrere Leben )  hat der Anfang des Fadens mit dem weiteren Stück keine Verbindung mehr, aber es bleibt ein Faden. Und so war die Frage vieler Menschen, die das KarmaGesetz kannten, zu Buddha´s  Zeit:  Wie kann ich die Unendlichkeit  -  den Samsaro überwinden?

Der Weg führt nach der Erkenntnis des  „ Wie „  ( Wissen ) durch Streben zum Höheren, Erhellung der  „ Seele „ – des Herzens  ( buddh. Citta ), also durch Wandel durch viele Leben  ( nicht nur im Menschentum )  zu immer weniger Anhaften an die vergänglichen Dinge – und dies nicht nur in materieller Hinsicht. Die uneigennützige Hinwendung zum Du ist dabei eine große Hilfe das  „ Ego „  zu verdünnen.

Das Abschichten und Loslassen aller Verdunkelungen führt zu feinerer Gemütsart und freudigem Erleben. Und das Loslassen jeglicher Erscheinungsform führt zum „ Unum „  oder Nirvana  - zur Einheit.

Zum Schluss sei noch angemerkt;  Sterben lernen ist auch immer weniger Anhaften an das vermeintliche, gefühlte Selbst.

Marietta Meinz, 17.7.201

 


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