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Lieber Walter., Liebe Marga

Zuerst möchte ich mich nochmals bei euch für den schönen Tag bedanken..  Das Giacometti Buch ist aus Freundschaft entstanden und ich werde es in Freundschaft zu euch behalten.

Hier habe ich dir noch den Text von der Beerdigung von meiner Mutter. Er sagt eigentlich das Gleiche was wir besprochen haben. Ich nehme mir jetzt die Zeit, wie ich es am besten mit ihr machen kann, dass ich sie loslassen kann und trotzdem darf sie bei mir sein.

Das andere schicke ich dir auch noch.

Einen schönen Abend

Liebe Grüsse

Anita

 

Von: "Othmar Kleinstein" <othmar.kleinstein@zh.kath.ch>

Datum: 11. April 2013 07:12:51 GMT+02:00

An: "'Anita Signer'" <fennersigner@bluewin.ch>

Betreff: AW: AW: Beerdingung Annamarie Signer

Liebe Frau Signer

Danke für die positive Rückmeldung! Gerne sende ich Ihnen die Texte: Ein Gedicht von Ernst Ginsberg:

 

Über Nacht hat der Wind

Alle Bäume entlaubt.

Sieh sie dir an

die knöchernen Besen.

Ein Narr,

wer bei diesem Anblick sinnt,

es wär je Sommer gewesen.

Und ein grösserer Narr noch,

der glaubt,

es könnt je wieder Sommer werden.

Aber gerade diese Narrheit

ist die sicherste Wahrheit.

 

Und der Schlusstext:

"Der Tod bedeutet nichts. Er zählt nicht. Ich bin nur nach nebenan gegangen. Nichts ist geschehen. Alles bleibt, wie es war. Ich bin ich und ihr seid ihr, und das alte Leben, das wir in so herzlicher Gemeinsamkeit geführt haben, ist davon unberührt und bleibt unverändert. Wir sind füreinander nach wie vor, was wir immer waren. Nennt mich mit dem alten vertrauten Namen. Sprecht von mir ebenso unbeschwert wie sonst auch. Ändert euren Ton nicht. Tragt keine feierliche oder traurige Miene zur Schau. Lacht, wie wir immer über die kleinen Späße gelacht haben, über die wir uns gemeinsam gefreut haben. Spielt, lächelt, denkt an mich, betet für mich. Lasst euch meinen Namen stets so vertraut sein, wie er euch früher war. Er soll leichthin ausgesprochen werden, ohne die leiseste Spur eines Schattens darauf."

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie in nächster Zeit viel Trost und den befreienden Osterglauben!

Herzlicher Gruss

Othmar Kleinstein

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